Verleihung des 13. Ö3-Verkehrsawards mit einem Jubiläum: 20 Jahre Ö3ver

Ö3ver des Jahres kommt aus der Steiermark

Wien (OTS) - Bei der heutigen Verleihung zum 13. Ö3-Verkehrsaward wurde ein Jubiläum gefeiert: 20 Jahre Ö3ver. Waren es im Gründungsjahr 1994 nur ein paar hundert Ö3verinnen und Ö3ver, so sind es heute schon 31.000. In Summe sind sie pro Jahr 300 Millionen Kilometer kreuz und quer durch Österreich unterwegs. Bei der Verleihung zum Ö3-Verkehrsaward von Hitradio Ö3 und dem Innenministerium wurden neben den Ö3vern zusätzlich auch noch all jene ausgezeichnet, die täglich einen Beitrag zur Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen leisten: Polizei, Rettung, Feuerwehr, Straßenmeistereien und Öffentlicher Verkehr. Der Titel "Ö3ver des Jahres" ging heuer an Dr. Paul Feichtinger aus Graz.

Seit 36 Jahren liefert der Ö3-Verkehrsservice erfolgreich den Überblick über Österreichs Straßen. 1.200.000 - so viele Verkehrsmeldungen gehen jährlich "on air". Täglich gibt es rund um die Uhr 48 Fixeinstiege mit einem Gesamtüberblick zur vollen und zur halben Stunde, in dringenden Fällen (etwa bei Geisterfahrern) informiert Ö3 auch zwischendurch. 24 Stunden am Tag - rund um die Uhr, das ganze Jahr, informiert Ö3 über die aktuelle Verkehrssituation in Österreich und im benachbarten Ausland. Nur die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglicht dabei ein hohes Ausmaß an Verkehrssicherheit.

Seit 2002 wird der Ö3-Verkehrsaward in sechs Kategorien verliehen. Überreicht wurden die Auszeichnungen heute von Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner, ORF-Radiodirektor Mag. Karl Amon und Ö3-Senderchef Georg Spatt.

"Der Ö3-Verkehrsaward ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für all jene, die sich ehrenamtlich oder berufsbedingt für die Sicherheit auf Österreichs Straßen einsetzen. Die Ö3-Verkehrsredaktion, die Blaulichtorganisationen, der Öffentliche Verkehr, die Straßenmeisterei und die Ö3verinnen und Ö3ver leisten durch ihr perfektes Zusammenspiel einen wichtigen Beitrag, um Österreichs Straßen noch sicherer zu machen", sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner.

"Verlässliche Verkehrsinformation ist nicht nur eine Kernaufgabe von Ö3, sondern eines der relevantesten Programmelemente für die Ö3-Hörerinnen und Ö3-Hörer. Polizei, Rettung, Feuerwehr, Straßenmeistereien, Öffentlicher Verkehr und die Ö3verinnen und Ö3ver kooperieren seit vielen Jahren mit Ö3. Sie alle haben ein Ziel: mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit auf Österreichs Straßen.", führt ORF-Radiodirektor Mag. Karl Amon weiter aus.

Ö3-Senderchef Georg Spatt ergänzte: "Jede Verkehrsmeldung ist ein kleines Mosaiksteinchen in dem großen Bild, das Verkehrssicherheit heißt. Jährlich bitten wir die "Helden der Straße" vor den Vorhang und zeichnen all jene aus, die mithelfen, verlässliche, genaue und aktuelle Verkehrsinformation auf Sendung zu bringen. Der Ö3-Verkehrsaward ist so etwas wie der Oscar für ehrenamtliche Verkehrsinformation in Österreich. Stolz sind wir auf die gute Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen, Straßenmeistereien und dem Öffentlichen Verkehr. Heuer - zum Jubiläum - gebührt unser Dank vor allem den rund 31.000 Ö3verinnen und Ö3vern. Ihnen entgeht keine Verkehrsbehinderung und dies garantiert uns ein Optimum an Verkehrssicherheit im 'schnellsten Verkehrsservice Österreichs'."

Thomas Ruthner, Leiter der Ö3-Verkehrsredaktion, präsentierte im Rahmen der Veranstaltung Details zur neuen Ö3ver App. Mit ein paar wenigen Klicks können Ö3verinnen und Ö3ver in Kürze mit ihrem Smartphone direkt eine Meldung an die Verkehrsredaktion schicken. Bei Ö3 werden diese Meldungen automatisiert selektiert und in den Meldungsbestand eingearbeitet.

Der "13. Ö3-Verkehrsaward" - die Preisträger

Kategorie: Ö3ver des Jahres
Preisträger: Dr. Paul Feichtinger aus Graz (Steiermark)

4. September, kurz nach 18.30 Uhr: Der Abendverkehr hat sich bereits beruhigt, plötzlich kommt der Verkehr im Wechselabschnitt auf der A2 Richtung Wien zum Stillstand. Erstmelder ist ein Ö3ver, der nicht nur den Stau meldet - sondern auch seine Hilfe anbietet.
Die Ö3-Verkehrsredaktion nimmt sofort Kontakt mit dem Landespolizeikommando Steiermark auf und erfährt: Nach ersten Informationen ist ein Unfall mit einem PKW passiert, es gibt mehrere Verletzte. Auch ist ein Rettungshubschrauber angefordert, die A2 ist seit wenigen Minuten gesperrt.
Als die Beamten an der Unfallstelle per Funk vom Arzt im Stau erfahren, setzen sie sich sofort mit dem Ö3ver, Doktor Feichtinger, in Verbindung und ersuchen diesen, durch die Rettungsgasse nach vor zur Unfallstelle zu fahren. Dr. Feichtinger trifft als erster Arzt an der Unfallstelle auf mehrere beteiligte Personen und diagnostiziert glücklicherweise vergleichsweise harmlose Verletzungen. Dr. Feichtinger versorgt Schnittwunden und andere leichtere Blessuren. Der Rettungshubschrauber kann auf Anraten des Arztes abbestellt werden. Aber auch bei lebensbedrohlichen Verletzungen wäre Dr. Feichtinger nur wenige Minuten nach dem Unfall zur Stelle gewesen und hätte möglicherweise Leben retten können. Ein Beispiel für das ausgezeichnete Zusammenspiel zwischen einem besonders engagierten Ö3ver, der Polizei und der Ö3-Verkehrsredaktion.

Kategorie: Polizei
Preisträger: Wiener Verkehrsleitzentrale und die MOT - die motorisierte Verkehrsgruppe

Sie tragen zwar schon lange keine grauen Uniformen und weißen Mützen mehr, der Name ist aber geblieben: Die Weißen Mäuse. Ob Sperrkreise bei Alarmfahndungen, Eskorte bei Staatsbesuchen, Begleitung von Demonstrationen, Veranstaltungen wie der Wienmarathon und vor allem bei Unfällen - sie sind meistens die Ersten vor Ort: Die "Weißen Mäuse" - die Wiener Motorradpolizei.
Bei 12.000 Einsätzen pro Jahr sind 120 speziell geschulte Beamte mit ihren Zweirädern in der Bundeshauptstadt unterwegs. Mit insgesamt 47 Blaulichtmotorrädern und Zivilstreifenmaschinen sind sie schnell zur Stelle. Zuverlässig melden die Beamten der MOT - der motorisierten Verkehrsgruppe - jede Behinderung an die Verkehrsleitzentrale - und somit auch an die Ö3-Verkehrsredaktion.
Für dieses Engagement geht der Ö3 - Verkehrsaward in der Kategorie Polizei an die Wiener Verkehrsleitzentrale und die MOT - die motorisierte Verkehrsgruppe.

Kategorie: Rettung
Preisträger: Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Burgenland

18. Jänner 2013: Schneechaos im Burgenland. Orkanartige Stürme und Schneeverwehungen legen den Verkehr auf der B50 lahm. Zwischen Eisenstadt und Schützen stecken dutzende Autofahrer bis zu fünf Stunden lang in den meterhohen Schneemassen fest, darunter ein Bus mit Schulkindern.
Das Rote Kreuz Burgenland handelt sofort und versorgt die Eingeschlossenen mit Decken und heißem Tee. Am 16. März 2013 ziehen heftige Winterstürme durch unser Nachbarland Ungarn. Auf der Autobahn zwischen Nickelsdorf und Budapest sind 10.000 Menschen in ihren Fahrzeugen gefangen. Das Rote Kreuz organisiert einen Hilfskonvoi. An vorderster Front dabei sind ein Kriseninterventionsteam und 45 Mitarbeiter der Bezirksleitstellen Eisenstadt, Neusiedl, Mattersburg und Oberpullendorf. Durch den sofortigen grenzüberschreitenden Einsatz können alle Eingeschlossenen gerettet werden.
Für diese engagierten Einsätze geht der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie "Rettung" an das Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Burgenland.

Kategorie: Feuerwehr
Preisträger: Freiwillige Feuerwehr Amstetten (Niederösterreich)

Blitzeis am 26. März 2013 - eine Massenkarambolage auf spiegelglatter Fahrbahn um 17.30 Uhr auf der A1 zwischen St. Pölten-Süd und Loosdorf. 30 Fahrzeuge sind ineinander verkeilt, dutzende Personen sind verletzt - auf der Westautobahn bei St. Pölten herrscht Chaos. Aus allen Richtungen strömen Einsatzkräfte zur Unfallstelle, so auch die Freiwillige Feuerwehr Amstetten, ausgerüstet mit einem 70 Tonnen schweren Kranfahrzeug. Die Bergung der Unfallfahrzeuge dauert bis in die frühen Morgenstunden. Das Team von Feuerwehrkommandant Armin Blutsch hält die Ö3-Verkehrsredaktion und damit tausende Autofahrerinnen und Autofahrer auf der Westautobahn während der gesamten Bergungsarbeiten am Laufenden.
Der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie Feuerwehr geht an die Freiwillige Feuerwehr Amstetten.

Kategorie: Öffentlicher Verkehr
Preisträger: ÖBB-Kommunikation West (Tirol und Vorarlberg)

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, den 11. Oktober 2013 werden viele in Tirol von einem frühen und vor allem heftigen Wintereinbruch überrascht. Ein halber Meter Neuschnee in Kombination mit dem Frühverkehr bleibt auch für die Bahnfahrer nicht ohne Folgen. Hunderte Bäume stürzen unter der tonnenschweren Schneelast um, blockieren Bahngleise und kappen Stromleitungen. In 40.000 Haushalten bleibt es dunkel, auf der Westbahn- und der Brennerstrecke der ÖBB stehen die Züge still. Besonders kritisch wirken sich die beschädigten Oberleitungen im Raum Innsbruck aus, denn hier befindet sich das Drehkreuz für die wichtigen Zugverbindungen nach Italien, Deutschland und in die Schweiz.
Schon kurz nach 9 Uhr gelingt es den Technikern der ÖBB einen Teil der Westbahnstrecke wieder zu elektrifizieren. Gerade solche Tage zeigen, wie wichtig es ist, auch die Benützer der öffentlichen Verkehrsmittel halbstündig im Ö3-Verkehrsservice zu informieren. Erst durch die ÖBB-Kommunikation West gelingt es, bei Problemen im Schienennetz die teilweise komplexen und technischen Zusammenhänge so zu übersetzen, dass sich daraus eine serviceorientierte Verkehrsinformation ergibt.
Der Ö3 Verkehrsaward in der Kategorie Öffentlicher Verkehr geht daher an die ÖBB-Kommunikation West.

Kategorie: Straßenmeistereien
Preisträger: ASFINAG (Kärnten/Salzburg)

Einsatzkräfte üben Jahr für Jahr Unfallsituationen, um im Ernstfall darauf vorbereitet zu sein.
Es gibt jedoch Unfälle, die kann man nicht simulieren - wie jener am 9. Dezember 2013 in Kärnten auf der Karawankenautobahn. Der Anhänger eines 38 Tonnen schweren Sattelschleppers steht schräg auf der Autobahnbrücke. Die Reste des völlig zerstörten Zugfahrzeugs hängen über dem Abgrund - dieses Bild bietet sich an diesem kalten Dezembermorgen kurz nach 4 Uhr Früh den Einsatzkräften nach dem Karawankentunnel. Durch die Wucht des Aufpralls werden auch die Stahlbetonträger beim Tunnelportal schwer beschädigt. Statiker werden gerufen, um die Tragfähigkeit zu überprüfen. Die Autobahn bleibt 11 Stunden lang gesperrt.
Hannes Zausnig informiert Ö3 nicht nur über die äußerst schwierige Bergung des LKW, sondern auch laufend über die Prüfergebnisse der Statiker - wie auch über die Dauer der Sperre.
Den Verkehrsaward in der Kategorie Straßenmeisterei erhält die Asfinag-Regionalleitung Kärnten-Salzburg.

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