- 12.03.2014, 11:21:11
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Österreichs Tourismus auf der Suche nach neuen Märkten und höherer Wertschöpfung
Casinos Austria Tourismus Talk in Bregenz erörterte Zukunftsszenarien für den österreichischen Tourismus
Utl.: Casinos Austria Tourismus Talk in Bregenz erörterte
Zukunftsszenarien für den österreichischen Tourismus =
Bregenz (OTS) - Österreichs Tourismus braucht neue Märkte, einen
Internationalisierungsschub, bessere Rahmenbedingungen, neue
Freizeitkonzepte, eine deutlich gesteigerte Pro-Kopf-Wertschöpfung:
Es war eine lange Liste an Ratschlägen und Forderungen, die beim
Tourismus Talk von Casinos Austria am Dienstag, dem 11. März, auf die
interessierten Zuhörer im Casino Bregenz einprasselte.
Unter der Leitung des Chefredakteurs der Fachzeitschrift Tourist
Austria International, Christopher Norden, diskutierten Österreichs
Tourismus braucht neue Märkte, einen Internationalisierungsschub,
bessere Rahmenbedingungen, neue Freizeitkonzepte, eine deutlich
gesteigerte Pro-Kopf-Wertschöpfung: Es war eine lange Liste an
Ratschlägen und Forderungen, die beim Tourismus Talk von Casinos
Austria am Dienstag, dem 11. März, auf die interessierten Zuhörer im
Casino Bregenz einprasselte.
Unter der Leitung des Chefredakteurs der Fachzeitschrift Tourist
Austria International, Christopher Norden, diskutierten
Tourismusexperte Walter Junger, der Präsident der Österreichischen
Hoteliervereinigung (ÖHV) Gregor Hoch,
Wirtschaftskammer-Spartenobmann und Hotelier Hans-Peter Metzler
(Romantikhotel Schiff in Hittisau), Vorarlberg-Tourismus-Chef
Christian Schützinger sowie als Gastgeber Casinos Austria
Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher.
"Zukunftsszenarien für den Tourismus - Wertschöpfung versus
Nächtigungszahlen" lautete das Motto des Abends, das Experte Walter
Junger mit zahlreichen internationalen Beispielen lebhaft
illustrierte.
So rechnete Junger vor, dass die durchschnittliche Wertschöpfung pro
Gast derzeit bei 99 Euro pro Tag im Sommer und bei 120 Euro im Winter
liege. Im Vergleich dazu geben Gäste aus China im Schnitt 200 Euro
und Gäste aus Arabischen Ländern rund 300 Euro pro Kopf und Tag aus.
"Das sind Zukunftsmärkte mit sehr großem Potenzial, bei aller nötigen
Pflege der Stammkunden müssen die einfach stärker bearbeitet werden."
Für Chinesen sind allein schon die komplizierten Visabestimmungen
eine hohe Hürde, weiß Junger: "Wenn Österreich sich dazu durchringt,
diese für Chinesen aufwändige Prozedur zu lockern, würden sich die
Nächtigungszahlen über Nacht verdreifachen." Beispiele in anderen
Ländern hätten genau diesen Effekt gezeigt.
Tourismuskonzepte mit Zukunft sieht Junger in der Verbindung von
Gesundheits- und Erlebnisurlaub ("Schrothkur oder Heilfasten im
Designhotel, wo Abends Entertainment läuft") sowie in bunten
Kursangeboten, die der Experte als "Emotion with Education"
bezeichnete: "Niemand will zehn Tage still in der Sonne sitzen.
Entspannung heißt heute Kochkurs, Tauchkurs, Reiten lernen, Fischen
unter fachlicher Anleitung, auch Sprach- und Kreativkurse."
Wirtschaftskammer-Spartenobmann Metzler nahm den Hinweis des Experten
auf stagnierende Erträge auf: "Der Tourismus ist eine Erfolgsbranche,
die Jahr für Jahr wächst. Leider werden die steigenden
Nächtigungszahlen vielfach mit sinkenden Preisen erkauft, während die
Kosten steigen. Die Rahmenbedingungen von den Lohnnebenkosten bis zu
den behördlichen Auflagen für den Tourismus sind alles andere als
günstig, und wir müssen froh sein, wenn die Bundespolitik die Lage
wenigstens nicht verschlimmert."
Die "dünne Eisdecke der Wertschöpfung kracht schon bedenklich", fand
auch ÖHV-Präsident Hoch. Die Lohnkosten pro Nächtigung seien seit
2004 um 39% gestiegen, die Hotels leiden trotz steigender
Nächtigungszahlen an geringer Auslastung. "Dabei hilft uns gerade
noch das derzeit sehr niedrige Zinsniveau. Wenn die Zinsen nur ein
wenig ansteigen, bringt das viele Hotels in ernste Schwierigkeiten",
rechnete Hoch vor und kritisierte: "Die Politik bedenkt viel zu
wenig, dass Tourismus nicht nur österreichweit eine wichtige Branche
ist, sondern in manchen Regionen die einzige. Was passiert denn am
Arlberg oder im Kühtai, wenn der Tourismus ausfällt? Dort wird sich
wohl keine Industrie ansiedeln."
Ein besonders brennendes Thema für die Hotelbranche sind die hohen
Belastungen bei Betriebsübergaben - hier gingen in der Diskussion
auch im Publikum die Wogen hoch. "Ich werde wohl noch 30 Jahre lang
meinen eigenen Betrieb nur als Geschäftsführerin leiten können, wir
haben keine Ahnung, wie wir die Auflagen bewältigen sollen", rief
stellvertretend für viele Nathalie Morscher vom Naturhotel Talen in
Brandnertal in die Runde. Hoch ergänzte: "Eine Betriebsübergabe samt
Umgründung erfordert ungefähr den zehnfachen Jahresgewinn - wer soll
das aufbringen? In den nächsten Jahren stehen 6000 Betriebe zur
Übergabe an, wir fürchten, dass es viele nicht schaffen werden."
Vorarlberg-Tourismus-Geschäftsführer Schützinger griff die Forderung
nach verstärkter Bearbeitung von neuen Märkten auf. Im Ländle hätte
sich der Aufbau eines starken kulturellen Angebots als wirksames
Instrument für die Belebung schwächerer Saisonen erwiesen: "40
Prozent der Gäste, die zum Wandern kommen, geben an, dass sie sich
wegen des kulturellen Angebots für Vorarlberg entschieden haben."
Neben der Kultur sieht Schützinger auch in einem modernen
Gesundheitstourismus ("Gesundheit verknüpft mit Natur") ein weiteres
Potenzial für sein Land.
Solche Entwicklungen erfordern den Schulterschluss aller Beteiligten,
betonte Casinos Austria Vorstand Dietmar Hoscher: "Ein Kulturangebot
zu entwickeln oder einer Region ein klares Profil als
Gesundheitsdestination zu geben, das kann ein Betrieb allein nicht
bewältigen, da müssen alle an einem Strang ziehen." Hoscher hob hier
die Rolle von Leitbetrieben wie den Casinos von Casinos Austria
hervor: "Rund 50 Prozent unserer Gäste kommen aus dem Ausland. Für
die ist ein Casinobesuch eine zusätzlich Attraktion, wenn sie in ein
Land reisen - manchmal kommen sie auch vorwiegend wegen des Casinos."
Auch die Rolle von Casinos Austria als einem der größten
Kultursponsoren (in Vorarlberg werden etwa der Bregenzer Frühling und
die Bregenzer Festspiele unterstützt) wirke sich positiv auf die
Besucherzahlen aus.
Vorarlberg-Tourismus-Chef Schützinger wies abschließend darauf hin,
dass trotz Internationalisierung und Innovation die Pflege der
Beziehung zu Stammgästen und das Bewahren bewährter Traditionen nicht
unterschätzt werden dürfe: "Tourismus ist in Österreich keine
Industrie, sondern wird von den Menschen der Regionen getragen.
Deshalb muss man auch auf die Befindlichkeit der Menschen Rücksicht
nehmen, denn diese Authentizität ist eine große Stärke."
Gastgeber Hoscher zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis des Abends:
"Mit der Veranstaltungsreihe Tourismus Talk will Casinos Austria den
Dialog zwischen den Beteiligten im österreichischen Tourismus
fördern. Hier in Bregenz ist das sehr gut gelungen, das hat die
leidenschaftlich geführte Debatte gezeigt." Casinos Austria wird die
Veranstaltungsreihe in diesem Sinne fortsetzen, der nächste Tourismus
Talk soll im September 2014 stattfinden.
Bilder zum Download finden Sie unter:
http://bit.ly/Casinos-Austria-Tourismustalk
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