• 11.03.2014, 10:50:21
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Rumänien: Tötungen von Streunerhunden haben offiziell begonnen

VIER PFOTEN schließt sich Protesten an und unternimmt rechtliche Schritte im Kampf gegen das Tötungsgesetz

VIER PFOTEN hat sich dem Protest in Bukarest gegen
das Tötungsgesetz angeschlossen

Utl.: VIER PFOTEN schließt sich Protesten an und unternimmt
rechtliche Schritte im Kampf gegen das Tötungsgesetz =

Wien (OTS) - VIER PFOTEN hat gestern beim Appellationsgericht in
Bukarest Berufung gegen das umstrittene Gesetz zur Tötung von
Streunern eingelegt - ein erster wichtiger Schritt, um die nun
offiziell begonnenen Massaker zu stoppen. Am Wochenende bekundeten
zudem über 1.000 Menschen ihre Solidarität mit den Streunerhunden und
forderten die Regierung mit Bannern auf, den Tieren eine Chance zu
geben.

"Wir haben bei den zuständigen Stellen bereits mehrmals darauf
hingewiesen, dass das Töten der Hunde keineswegs das Problem auf den
Straßen löst. Wir werden alle möglichen Schritte unternehmen, die
Regierung davon zu überzeugen, das Gesetz zu stoppen und eine
Regelung zu finden, die ohne Töten auskommt und somit sowohl den
Menschen als auch den Tieren gerecht wird. Der Weg zum
Berufungsgericht ist für uns der erste Schritt, nachdem das Töten nun
offiziell gestartet wurde", sagt Gabriel Paun, Kampagnendirektor von
VIER PFOTEN.

Das Tötungsgesetz trat im Oktober 2013 in Kraft, nachdem ein Monat
zuvor ein kleiner Junge von Streunerhunden tödlich verletzt worden
war. Die Ausgestaltung des neuen Streunerhunde-Gesetzes, das deren
Tötung erlaubt, wurde Ende letzten Jahres veröffentlicht; kurz darauf
kam es zu den ersten Massakern an Streunern.

In manchen Bereichen jedoch widerspricht die Ausgestaltung bereits
bestehenden Gesetzen, was sie auch aus rechtlicher Sicht inakzeptabel
macht. Lokale Behörden dürfen nun beispielsweise Aufgaben, die die
Streunerhundepopulation betreffen, an private Firmen delegieren. In
vielen Punkten ist der Vollzug des Gesetzes nicht durchführbar. Auch
sind die Zuständigkeiten der einzelnen Verwaltungsstellen nicht
geklärt, etwa in welchen Gebieten sie Hunde einfangen und töten
dürfen.

Der Zugang zu öffentlichen Hundeheimen ist stark beschränkt, und
es gibt wenige Möglichkeiten, Hunde zu adoptieren. Zudem müssen sich
Hundehalter nun regelrecht bei den Behörden abmelden, wenn sie ihren
Wohnsitz länger als zwei Wochen verlassen - eine Auflage, die weder
angemessen noch praktikabel erscheint.

"Wir haben einige Schwachstellen in der Ausgestaltung gefunden,
und genau hier wollen wir nun ansetzen. Hundehalter werden wie
Inhaftierte behandelt, und die städtischen Behörden werden durch das
Chaos aneinander geraten. Adoptionen werden verhindert, andererseits
aber schafft man einen Nährboden für Betrug und illegale Geschäfte
rund um das Töten von Streunertieren. Das Gericht könnte dieses
Gesetz bereits bei der ersten Anhörung, die in Kürze ansteht, außer
Kraft setzen", so Paun.

VIER PFOTEN hat in den vergangen Monaten bereits über 70
Missbrauchsfälle an Hunden zur Anzeige gebracht (Tiere, die durch
Schusswaffen starben oder verletzt wurden, Vergiftungen und andere
Gräueltaten). Bis dato gelang es der Polizei nicht, die Täter zur
Rechenschaft zu ziehen. "Das Tötungsgesetz geht einher mit
zusätzlichen Missbrauchsfällen. Die Tiere werden ohne Konsequenzen
für die Täter bis zum Tode gequält, und die Polizei sieht tatenlos
zu".

VIER PFOTEN fordert die rumänische Regierung auf, das bestehende
Tötungsgesetz zu revidieren und eine Dringlichkeitsverordnung zu
veranlassen, die das Töten aufhebt und die Streunerpopulation auf
humane und nachhaltige Weise reguliert.

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