• 06.03.2014, 13:58:13
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ORF-Zentrum: Drei Medien, ein Standort

ORF-Stiftungsrat stimmt Konsolidierung der Wiener ORF-Standorte zu

Utl.: ORF-Stiftungsrat stimmt Konsolidierung der Wiener
ORF-Standorte zu =

Wien (OTS) - Der ORF wird seine Wiener Standorte im ORF-Zentrum am
Küniglberg zusammenführen. Der ORF-Stiftungsrat hat diesem Vorschlag
der ORF-Geschäftsführung in seiner Plenarsitzung am Donnerstag, dem
6. März 2014, zugestimmt. Die Entscheidung war das Ergebnis eines
eingehenden mehrjährigen Strategie-, Analyse- und Planungsprozesses.
Zu den medienspezifischen, wirtschaftlichen, organisatorischen,
strukturellen, funktionalen, raumplanerischen, bautechnischen
Aspekten wurden umfangreiche Untersuchungen, Berechnungen, Studien
und Gutachten von internen und externen Experten erstellt und
umfassend in der Geschäftsführung, im Standort-Lenkungsausschuss und
im Stiftungsrat diskutiert.

Wrabetz: "Das ORF-Zentrum wird das ORF-Zentrum!"

"Die Frage des ORF-Standorts ist eine der wichtigsten
unternehmensstrategischen Entscheidungen, die der ORF in den
vergangenen Jahrzehnten zu treffen hatte. Es geht um nicht weniger,
als die bestmöglichen organisatorischen, technologischen und
strukturellen Rahmenbedingungen für die Produktion unserer Programme
in Radio, Fernsehen und Online für die kommenden 20 bis 30 Jahre zu
schaffen. Klares Ergebnis unserer Untersuchungen: Ein gemeinsamer
Standort aller ORF-Medien in Wien wird den Anforderungen der
multimedialen Produktion der Zukunft am besten gerecht, das
ORF-Zentrum wird das ORF-Zentrum!", betonte ORF-Generaldirektor Dr.
Alexander Wrabetz: "Die heutige Entscheidung ist eine wichtige
Weichenstellung für die zukunftsweisende Weiterentwicklung des ORF.
Ich bedanke mich bei den Mitgliedern der Geschäftsführung und allen
involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die profunde
Grundlagenarbeit und beim ORF-Stiftungsrat, der diese Entscheidung
mitvorbereitet und begleitet hat, für seine Unterstützung."

Grasl: "Konsolidierung spart langfristig 10 Millionen Euro pro Jahr"

"Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Entscheidung eindeutig",
informierte Mag. Richard Grasl, der Kaufmännische Direktor des ORF,
das Gremium: "Die Bewertung der finanziellen Unterschiede zwischen
der Variante Konsolidierung aller Wiener Standorte auf dem Küniglberg
und der Beibehaltung der unkonsolidierten Situation ergibt einen
jährlichen wirtschaftlichen Vorteil von 10 Millionen Euro pro Jahr
für die Variante Konsolidierung. Geld, das dem Programm zugutekommt."

Kulovits-Rupp: "Gute Entscheidung als Ergebnis konstruktiver
Zusammenarbeit"

Brigitte Kulovits-Rupp, Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats: "Der
heutige Beschluss ist einer der wichtigsten der letzten Jahrzehnte
für den ORF. Er ist das Ergebnis einer intensiven und konstruktiven
Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und ORF-Stiftungsrat, der
die Entscheidungsfindung intensiv und kritisch begleitet hat. Die
Konsolidierung der Wiener Standorte im ORF-Zentrum macht den ORF
fitter für die Zukunft. Sie ist die Grundlage für eine positive
Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in
Österreich!"

Klarer Kostenvorteil des konsolidierten Standorts

Neben den strategischen und organisatorischen Überlegungen ergibt die
auf Basis der Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie fertiggestellte
Vergleichsrechnung zwischen den Szenarien "konsolidierter Standort"
vs. "unkonsolidierter Standort" klare Vorteile für den gemeinsamen
Standort. Dabei wurden die diskontierten Zahlungsflüsse (Discounted
Cashflows, DCF) beider Szenarien für Baukosten, Finanzierungskosten,
technologische Investitionen, Umsiedlungskosten,
Effizienzsteigerungspotenziale etc. über 35 Jahre einander
gegenübergestellt.

Auf Grundlage der in der Vergleichsrechnung eingearbeiteten Annahmen
ergibt sich insgesamt betrachtet ein Barwertvorteil des Szenarios
"Konsolidiert" gegenüber dem Szenario "Unkonsolidiert" in der Höhe
von 146,5 Millionen Euro.

Nach dem Abschluss der Standortzusammenführung im Jahr 2020 ergibt
sich weiters ein Kostenvorteil von jährlich 10 Millionen Euro
zugunsten des konsolidierten Standorts.

Der multimediale Newsroom als zentrales Projekt der Neuordnung

Um seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen und das Publikum
mit seinen Angeboten versorgen zu können, muss der ORF seinen Content
über alle relevanten Plattformen ausspielen können und seine
Produktionsprozesse an das geänderte Medienökosystem anpassen. Das
bedeutet für die Nachrichtenproduktion des ORF, dass Inhalte,
insbesondere auch Videos, zeit- und ortsunabhängig in bester
öffentlich-rechtlicher Qualität auf allen Plattformen abrufbar sein
müssen. Der ORF verfügt über hervorragende Journalistinnen und
Journalisten und bestens aufgestellte Marken mit hoher
Glaubwürdigkeit beim Publikum ("Zeit im Bild", Ö3-Nachrichten- und
Journale, Ö1-Journale, Regionalradio-Nachrichten, ORF.at u. v. m.).
Diese Marken können durch eine Bündelung der Kräfte weiter gestärkt
und über alle Plattformgrenzen hinweg präsent sein.

Zentrales Projekt bei der Neuordnung der Wiener ORF-Standorte ist
daher die Schaffung eines multimedialen Newsrooms. Im Zentrum der
Planungen für den multimedialen Newsroom des ORF stehen die einzelnen
individuellen Sender- und Sendungsmarken, die durch die Bündelung der
Ressourcen und der Dienstleistungen qualitativ und wirtschaftlich
profitieren sollen.

Weiters soll ein multimediales Stadtstudio in der Innenstadt
eingerichtet werden, das den Journalistinnen und Journalisten die
zeitsparende Produktion von Beiträgen und Live-Einstiegen ermöglicht.

ORF-Kulturstandort Argentinierstraße bleibt erhalten

Die Argentinierstraße wird als ORF-Kulturstandort auch nach der
Konsolidierung im ORF-Zentrum auf dem Küniglberg erhalten bleiben.
Das RadioKulturhaus, der Große Sendesaal als Basis des
ORF-Radio-Symphonieorchesters sowie die Großproduktions-Studios und
Regieplätze für Musik und Hörspiel werden fortgeführt.

Nächste Schritte der Konsolidierung

Die nächsten Schritte zur Umsetzung der Konsolidierung am Küniglberg
sind die Bestellung des Generalplaners sowie der Start des
Ausschreibungsprozesses für die örtliche Bauaufsicht. Zudem ist der
Architektenwettbewerb für den Erweiterungsneubau (multimedialer
Newsroom) zu starten. Die Finanzierungsvarianten werden weiter
detailliert und für einen Beschluss im Stiftungsrat entsprechend
vorbereitet. Schließlich wird unter Berücksichtigung der Finanzierung
das gesamte Baubudget zu beantragen sein.

Wrabetz: "Entscheidung gemeinsam umsetzen, Bedenken von Kritikern
ernst nehmen!"

"Nun geht es darum, diese gute und wichtige Entscheidung gemeinsam
mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unter Einbeziehung
auch der kritischen Stimmen umzusetzen", so ORF-Generaldirektor Dr.
Alexander Wrabetz.

Fünf Prinzipien stehen dabei im Mittelpunkt:

-- Die ORF-Identität soll gestärkt werden, bei gleichzeitiger
Beibehaltung der starken Senderidentitäten.
-- Synergien sind zu nutzen, bei gleichzeitiger maximaler Absicherung
der journalistischen Unabhängigkeit und der Vielfalt der Zugänge.
-- Multimediales Arbeiten muss ermöglicht werden, was nicht bedeutet,
dass jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin permanent für jedes
Medium arbeitet.
-- Kulturstandort Argentinierstraße bleibt erhalten.
-- Keine betriebsbedingten Kündigungen aufgrund der Konsolidierung
der Wiener Standorte am Küniglberg.

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