- 06.03.2014, 12:19:58
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Jede dritte Frau von Gewalt betroffen
Weltweit erste umfassende EU-Studie zur Gewalt gegen Frauen
Utl.: Weltweit erste umfassende EU-Studie zur Gewalt gegen Frauen =
Wien (OTS) - Die EU-Grundrechteagentur (FRA) hat heute im Haus der
Europäischen Union die bisher umfangreichste Studie über Gewalt gegen
Frauen vorgestellt und die Ergebnisse mit Expertinnen diskutiert.
Alle Beteiligten waren sich einig: Die Ergebnisse seien schockierend.
Denn jede dritte Frau ist von körperlicher und sexueller Gewalt
betroffen. Eine von 20 Frauen ist seit dem 15. Lebensjahr
vergewaltigt worden. Interessant auch, dass 75 Prozent von Frauen in
Top-Positionen angaben, sexuelle Gewalt erlebt zu haben.
Maria Rösslhummer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome
Österreichische Frauenhäuser, wies in ihrem Statement darauf hin,
dass nur jede fünfte Frau wisse, wo sie um Hilfe erfahren könne.
Daher sei es Aufgabe, Informationen besser bekannt zu machen. Zudem
wünschen sich 87 Prozent der Frauen, dass "Gewalt gegen Frauen" von
ÄrztInnen angesprochen werde. Dazu muss laut Rösslhummer Thema und
der Umgang damit in die Ausbildung von ÄrztInnen implementiert
werden. Die Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle Rosa
Logar sprach davon, dass Kinder eine weitere Zielgruppe für ihre
Arbeit seien. Denn diese würden "die Gewalt mitbekommen".
Gewalt gegen Frauen - Arbeitsschwerpunkt der Stadt Wien
Im Gespräch mit der Rathauskorrespondenz meinte Martina Sommer,
Leiterin des Wiener Frauennotrufs, dass die Studie zur
"Versachlichung" des Themas beitragen würde. Die Ergebnisse würden
betroffen machen und seien Auftrag. Sie verwies auf die Einrichtung
des 24-Stunden Frauennotrufs, die Vollfinanzierung der Wiener
Frauenhäuser und die Förderung zahlreicher Frauenberatungsstellen der
Stadt Wien.
Lunacek für Istanbuler Konvention
EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek sagte, dass sie bereits an der
Gründung des Frauenhauses in Innsbruck vor mehreren Jahrzehnten
beteiligt gewesen sei und pochte auf die Notwendigkeit einer
umfassenden EU-weiten Strategie sowie die Ratifizierung der
Istanbuler-Konvention zum Schutz für Frauen, die bisher nur drei
Mitgliedstaaten unterschrieben hätten, darunter Österreich. Für das
In-Kraft-Treten des Europarats-Übereinkommens seien zehn Staaten
notwendig.
Weitere Informationen zur Studie
Für die Studie sind pro Mitgliedstaat 1.500 Frauen "face-to-face"
befragt worden. Das Alter der Frauen lag zwischen 18 und 74 Jahren.
Die Vorarbeit dauerte insgesamt drei Jahre. Details unter:
www.fra.europa.eu
(Schluss) hie
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