Jede dritte Frau von Gewalt betroffen

Weltweit erste umfassende EU-Studie zur Gewalt gegen Frauen

Wien (OTS) - Die EU-Grundrechteagentur (FRA) hat heute im Haus der Europäischen Union die bisher umfangreichste Studie über Gewalt gegen Frauen vorgestellt und die Ergebnisse mit Expertinnen diskutiert. Alle Beteiligten waren sich einig: Die Ergebnisse seien schockierend. Denn jede dritte Frau ist von körperlicher und sexueller Gewalt betroffen. Eine von 20 Frauen ist seit dem 15. Lebensjahr vergewaltigt worden. Interessant auch, dass 75 Prozent von Frauen in Top-Positionen angaben, sexuelle Gewalt erlebt zu haben.

Maria Rösslhummer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, wies in ihrem Statement darauf hin, dass nur jede fünfte Frau wisse, wo sie um Hilfe erfahren könne. Daher sei es Aufgabe, Informationen besser bekannt zu machen. Zudem wünschen sich 87 Prozent der Frauen, dass "Gewalt gegen Frauen" von ÄrztInnen angesprochen werde. Dazu muss laut Rösslhummer Thema und der Umgang damit in die Ausbildung von ÄrztInnen implementiert werden. Die Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle Rosa Logar sprach davon, dass Kinder eine weitere Zielgruppe für ihre Arbeit seien. Denn diese würden "die Gewalt mitbekommen".

Gewalt gegen Frauen - Arbeitsschwerpunkt der Stadt Wien

Im Gespräch mit der Rathauskorrespondenz meinte Martina Sommer, Leiterin des Wiener Frauennotrufs, dass die Studie zur "Versachlichung" des Themas beitragen würde. Die Ergebnisse würden betroffen machen und seien Auftrag. Sie verwies auf die Einrichtung des 24-Stunden Frauennotrufs, die Vollfinanzierung der Wiener Frauenhäuser und die Förderung zahlreicher Frauenberatungsstellen der Stadt Wien.

Lunacek für Istanbuler Konvention

EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek sagte, dass sie bereits an der Gründung des Frauenhauses in Innsbruck vor mehreren Jahrzehnten beteiligt gewesen sei und pochte auf die Notwendigkeit einer umfassenden EU-weiten Strategie sowie die Ratifizierung der Istanbuler-Konvention zum Schutz für Frauen, die bisher nur drei Mitgliedstaaten unterschrieben hätten, darunter Österreich. Für das In-Kraft-Treten des Europarats-Übereinkommens seien zehn Staaten notwendig.

Weitere Informationen zur Studie

Für die Studie sind pro Mitgliedstaat 1.500 Frauen "face-to-face" befragt worden. Das Alter der Frauen lag zwischen 18 und 74 Jahren. Die Vorarbeit dauerte insgesamt drei Jahre. Details unter:
www.fra.europa.eu

(Schluss) hie

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