• 28.02.2014, 11:07:25
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Daten werden laut Experten zum Treiber für die digitale Wirtschaft

Podiumsdiskussion: Zugriff derzeit noch schwierig - "Neben manchen Perlen gibt es auch jede Menge Schrott" - Von Vision eines Daten-Ökosystems noch weit entfernt

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5163/ Im Bild
v.l.n.r. Gerhard Laga (WKO), Oliver Krizek (Navax), Ingrid Rehusch
(Moderation), Thomas Mann (Kapsch), Ulrike Goose (A1) und Christian
Knull (NextiraOne)

Utl.: Podiumsdiskussion: Zugriff derzeit noch schwierig - "Neben
manchen Perlen gibt es auch jede Menge Schrott" - Von Vision
eines Daten-Ökosystems noch weit entfernt =

Wien (OTS) - Die Datenberge verdoppeln sich im digitalen Zeitalter
von Jahr zu Jahr. Daraus könnten neue Geschäftsmodelle entstehen. Die
Herausforderung besteht nun darin, die Daten nachhaltig und
verantwortungsvoll zu nutzen, erklärten Expertinnen und Experten bei
einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern,
Donnerstagabend, in Wien.

Die derzeit als am wichtigsten eingeschätzten Anwendungsgebiete
seien die Branchen Energie und Gesundheit. "Durch smarte Stromzähler
können beispielsweise Verbrauchsdaten mit externen Daten - etwa dem
Wetter - kombiniert werden, um den Versorgern eine optimale
Energieverteilung zu ermöglichen", so Allan Hanbury von der
Technischen Universität (TU) Wien.

Im Gesundheitsbereich habe die Analyse von Patientendaten gezeigt,
dass das Medikament Vioxx die Herzinfarktrate erhöht, wodurch laut
Schätzungen der Gesundheitsbehörde FDA allein in den USA mindestens
26.000 Personen gestorben sind. Konsequenz: Das Medikament wurde vom
Markt genommen. Die Analyse von großen Datenmengen könne also auch
gesellschaftliche Vorteile bringen, so Hanbury.

Der Austausch von Daten sei aber noch kompliziert. Auf viele
vorhandene Datensätze, die zu relevanten Auswirkungen führen könnten,
bestehe kein Zugriff. "Noch sind wir von der Vision eines
Daten-Ökosystems weit entfernt", sagte der Experte. Die Probleme
würden schon im Unternehmen beginnen, wo es schwierig sei, historisch
gewachsene Quellen zusammenzuführen. Aber auch Firmen, die innovative
Apps entwickeln wollen, hätten oft Probleme, auf die notwendigen
Daten zuzugreifen.

Veränderte Geisteshaltung notwendig

Um aus Open Data und Big Data resultierende Potenziale zu
realisieren und dennoch Risiken zu vermeiden, seien eine veränderte
Geisteshaltung, neue Arbeitsprozesse und neuartige Schutzmaßnahmen
erforderlich, ergänzte Ulrike Goose von der A1 Telekom Austria AG.
Zum großen Thema entwickle sich der Lebenszyklus der Daten, also wann
man Daten archiviert oder löscht. "Früher hat man sich da keine
Gedanken gemacht, bei neuen Daten wird das jetzt gleich mitgedacht",
so Goose.

Auch sei eine Kategorisierung von Daten innerhalb eines
Unternehmens bezüglich ihrer "Offenheit" und ihrer Nutzung
unabdingbar. "Big Data und Open Data stellen zusammen einen weiteren
Paradigmenwechsel dar, der neue, datengetriebene Innovationen
ermöglicht", erklärte die Managerin. Zudem gelte es, Nutzer
transparent an der Monetarisierung der Daten zu beteiligen und das
Vertrauen in die ethische Verwendung sicherzustellen.

Balance zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit

Die Essenz der ausgewerteten Daten erhöhe zumeist die
Vertraulichkeit. Deshalb müsste eine Balance zwischen
Sicherheitsmechanismen und der Benutzerfreundlichkeit gefunden
werden, meint Thomas Mann von Kapsch, der auch die Schulung der
Mitarbeiter hervorstrich: Ein 50-seitiges Regelwerk per E-Mail zu
verschicken, sei keine gute Idee. Kapsch setze beispielsweise auf
E-Learning-basierte Systeme. Auf dem Vormarsch sieht er mobile
Datenanwendungen: "Beispielsweise könnten für die Routenoptimierung
beim Außendienst weitere externe Daten ergänzt werden", so Mann.

Kritik an der Datensammlung mancher Unternehmen äußerte Oliver
Krizek vom Softwarespezialisten Navax: "Viele Firmen sammeln
Unmengen und nutzen sie dann nicht. Neben so manchen Perlen gibt es
schließlich auch jede Menge Schrott." Qualität gehe vor Quantität.
"Die Nase vorne haben diejenigen, die sich auf das Wesentliche
konzentrieren und anschließend rasch und flexibel die gewonnen
Erkenntnisse umsetzen und ausprobieren", sagte Krizek. Hochwertige
Analysesoftware sei heute schließlich nicht mehr Privileg großer
Konzerne, sondern auch für kleinere Unternehmen leistbar.

Von fairer Umsetzung profitieren beide Seiten

"Gerade Österreichs kleinstrukturierte Wirtschaft hat bei Big Data
gute Chancen, auch aufgrund des Ausbildungsniveaus", pflichtete
Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bei.
Klein- und Mittelunternehmen seien allerdings auf kreative
Dienstleister angewiesen. "Wichtig dabei ist der Datenschutz, um
Vertrauen zu schaffen. In diesem Bereich macht sich auch ein starkes
Nord-/Südgefälle in Europa bemerkbar", so Laga. Oft hätten aber beide
Seiten etwas von Datenanalysen. "Wird das fair umgesetzt, ist auch
die Akzeptanz besser", sagt der Experte.

Der Boom bei Smartphones und Tablet-PCs habe auch das Thema
Mobilität getrieben und dazu geführt, dass Daten nicht lokal, sondern
im Netz abgespeichert werden, stellte Christian Knull vom
Systemintegrator NextiraOne fest. Beliebt bei den Mitarbeitern sind
etwa Dropbox und Co, was aber ein Sicherheitsrisiko für sensible
Daten berge. Die Unternehmen dürften den Usern diese Services nicht
ersatzlos streichen. Vielmehr müssten sie ihnen Alternativen bieten,
die sicher und benutzerfreundlich sind.

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001
existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe
gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln
und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

A1 www.a1.net
APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
Evolaris next level GmbH www.evolaris.net
Gentics Software GmbH www.gentics.com
Kapsch www.kapsch.net
NAVAX Consulting GmbH www.navax.com
NextiraOne www.nextiraone.at
Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.at
Werbeplanung.at www.werbeplanung.at
WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

Weitere Bilder unter
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Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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