• 27.02.2014, 13:00:31
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Brauner, Jank, Kaske: "Wiener Qualitätssiegel für TOP Lehrbetriebe kommt"

Ab sofort können Betriebe einreichen

Jank, Kaske und Brauner präsentieren
Qualitätssiegel

Utl.: Ab sofort können Betriebe einreichen =

Wien (OTS) - Die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien Brigitte
Jank, die Wiener Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Renate
Brauner und AK-Präsident Rudolf Kaske haben heute Donnerstag im
Rahmen eines Pressegesprächs das Wiener Qualitätssiegel für TOP
Lehrbetriebe präsentiert. Einmal im Jahr sollen damit Wiener
Lehrbetriebe, die in der Lehrausbildung vorbildliche Standards
setzen, ausgezeichnet werden. Das spezielle Qualitätszertifikat ist
von der Wirtschaftskammer Wien, der Arbeiterkammer Wien, dem
Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Industriellenvereinigung
ins Leben gerufen worden. Als Bekenntnis zur Bedeutung des Wiener
Qualitätssiegels haben Brauner, Jank und Kaske sowie ÖGB Präsident
Erich Foglar und IV-Wien Präsident Wolfgang Hesoun auch ein
entsprechendes Memorandum unterzeichnet. Ab sofort bis Mitte Juni
läuft die Antragsfrist für die Wiener Lehrbetriebe.

Brauner: "Höchste Qualität in der Lehrausbildung sichert
jungen WienerInnen gute Berufschancen und bringt Wirtschaft top
Fachkräfte für morgen"
Die Wiener Wirtschaftsstadträtin, Vizebürgermeisterin Renate Brauner
begrüßt die Initiative der Sozialpartner ausdrücklich: "Gute
Ausbildungsbetriebe sind das zentrale Erfolgskriterium unseres dualen
Berufsausbildungssystems. Je qualitätvoller und hochwertiger junge
Menschen dort ausgebildet werden, umso besser sind ihre beruflichen
Entwicklungschancen und umso bessere Fachkräfte bekommt die
Wirtschaft." Mit dem Qualitätssiegel, wolle man bewusst Betriebe vor
den Vorhang holen, die Schrittmacher in der Lehrausbildung sind, so
Brauner. "Es ist eine Anerkennung für deren Engagement zur
Sicherstellung einer hochwertigen Lehrausbildung. Unter den Wiener
Lehrbetrieben soll damit auch ein Wettbewerb in Sachen
Ausbildungsqualität angestoßen werden", unterstreicht Brauner.

Jank: Die Wiener Wirtschaft als Garant für die Ausbildung von
Fachkräften
Für 15.000 junge Menschen sichert die Wirtschaft eine qualifizierte
Ausbildung, die in den Betrieben und den Berufsschulen erfolgt. "Die
betriebliche Lehrausbildung zur stark nachgefragten Fachkraft bietet
den jungen Menschen einen idealen Start in das Berufsleben. Jedoch
wird es für viele Unternehmen immer schwieriger ihre offenen
Lehrstellen zu besetzen", sagt Brigitte Jank, Präsidentin der
Wirtschaftskammer Wien. Denn immer mehr Jugendliche entscheiden sich
für eine rein schulische Ausbildung, während gleichzeitig
geburtenschwache Jahrgänge die Zahl der potentiellen Lehranfänger
zusätzlich drücken. "Deshalb ist jede Maßnahme zu begrüßen, die das
Image der Lehre verbessert und die Qualität der Lehrausbildung
sichtbar macht. Neben den zahlreichen Beratungen, Unterstützungen,
Serviceleistungen und Förderungen, die die WK Wien für Lehrlinge und
Betriebe anbietet, wird das Wiener Qualitätssiegel ebenfalls seinen
Teil dazu beitragen", sagt Jank.

Kaske: "Qualitätssiegel gibt Jugendlichen und Eltern
Orientierung"
Das Qualitätssiegel für "TOP Lehrbetriebe" gibt den Jugendlichen und
ihren Eltern eine Orientierung, ob im jeweiligen Betrieb Ausbildung
mit Qualität angeboten wird, sagt AK Präsident Rudi Kaske: "Wir
wollen für unsere Jugendlichen gute Ausbildungsplätze. Ziel ist, den
Jugendlichen und den Eltern eine Orientierung zu geben und
Ausbildungsqualität besonders zu belohnen." Kaske wünscht sich, "dass
möglichst viele Betriebe teilnehmen. Gemeinsam wollen wir auch, dass
mehr Jugendliche die Lehrausbildung positiv abschließen." Letztlich
werde auch Bewusstsein für Ausbildungsqualität geschaffen.

4.000 Betriebe bilden aktuell rund 15.000 Lehrlinge aus
Derzeit werden in Wien rund 15.000 Lehrlinge, 6.000 Mädchen und 9.000
Burschen, in 3.960 Betrieben ausgebildet. 5.200 Lehrlinge werden in
der Sparte Gewerbe und Handwerk ausgebildet, gefolgt von den Sparten
Handel (2.700 Lehrlinge) sowie Tourismus- und Freizeitwirtschaft
(1.600 Lehrlinge).
Die beliebtesten Lehrberufe bei den Mädchen sind
Einzelhandelskauffrau, gefolgt von Bürokauffrau sowie Friseurin und
Perückenmacherin (Stylistin). Bei den männlichen Lehrlingen stehen
die Berufe des Elektrotechnikers, des Einzelhandelskaufmanns sowie
des Kraftfahrzeugtechnikers an der Spitze der Beliebtheitsskala. 2013
gab es 10.724 Prüfungsantritte bei Lehrabschlussprüfungen, 8.731
Prüfungen wurden bestanden, rund 15 Prozent mit ausgezeichnetem
Erfolg. Nichtbestanden bzw. wiederholt wurden 2.005 Prüfungen.

Bewertungskriterien reichen von besonderen
Ausbildungsinitiativen bis hin zur Erfolgsquote bei der
Lehrabschlussprüfung
Wesentliche Bewertungskriterien für das Wiener Qualitätssiegel sind:

- Ausbildungsplanung und - dokumentation lt. Berufsbild
- Vorbereitung auf den Berufsschulbesuch und regelmäßige Abstimmung
mit der Berufsschule
- Besondere Ausbildungsinitiativen wie Vorbereitung auf die
Lehrabschlussprüfung, Auslandspraktika, Frauen in nichttraditionellen
Berufen
- Weiterbildung von AusbilderInnen
- Besonderes soziales Engagement, z.B. durch die Unterstützung
benachteiligter Jugendlicher
- Erfolgsquote von Lehrlingen bei der Lehrabschlussprüfung

So werden die TOP Lehrbetriebe ermittelt
Betriebe, die das Qualitätssiegel erwerben wollen, können ab sofort
die Bewerbungsunterlagen bei der Lehrlingsstelle der
Wirtschaftskammer Wien anfordern. Die Einreichfrist endet Mitte Juni.
Die Vergabe des Qualitätssiegels erfolgt dann in einem zweistufigen
Verfahren. Zunächst werden von einer Jury die
Zulassungsvoraussetzungen überprüft. Daran anschließend folgt das
eigentliche Bewertungsverfahren nach einem Punktesystem.

Die Jury besteht aus je einer/einem VertreterIn von AK Wien, ÖGB,
Industriellen Vereinigung Wien und Wirtschaftskammer Wien. Die
Lehrlingsstelle der WK Wien und die Stadt Wien haben beratende
Stimme. Die Beschlussfassung muss einstimmig erfolgen. Die Mitglieder
der Jury haben auch die Möglichkeit, sich durch Betriebsbesuche vor
Ort von der Qualität der Lehrausbildung zu überzeugen.

Die "Qualitätssiegel" werden erstmals im Herbst 2014 im Rahmen einer
Festveranstaltung überreicht. Das Zertifikat ist bis Ende 2018 gütig
und kann verlängert werden.

"Die betriebliche Lehrausbildung in einem Wiener Unternehmen bietet
eine hervorragende Basis für eine Karriere mit Lehre. Dafür gilt es,
allen Betrieben Danke zu sagen. Mit dem Qualitätssiegel können sich
die Betriebe dieses Dankeschön nun auch schriftlich abholen", sagt
Jank.

"Qualität in der Ausbildung ist ein wichtiges Anliegen und muss in
den Lehrbetrieben entsprechend gelebt werden", sagt Kaske. "Dazu
gehört nicht nur eine Ausbildung, die sich an den Berufsbildinhalten
orientiert, geplant und dokumentiert ist, sondern auch Motivation und
Feed Back an die Lehrlinge. Wir wollen, dass die Lehrbetriebe sich
ihrer Verantwortung für eine gute Ausbildung bewusst sind und dass
sich möglichst viele Betriebe bewerben und sich der Herausforderung
stellen."

Brauner abschließend: "Mit dem Qualifikationsplan Wien 2020 haben wir
uns gemeinsam das Ziel gesteckt, noch mehr Jugendliche zu einem über
die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss zu bringen. Um das zu
erreichen, gilt es neben einem ganzen Bündel an Maßnahmen auch
gemeinsam sicherzustellen, dass die Lehre generell an Attraktivität
gewinnt. Das "Wiener Qualitätssiegel TOP Lehrbetrieb" ist ein
wichtiger Beitrag dazu."

Der Weg zum Wiener Qualitätssiegel für TOP Lehrbetriebe
Einreichfrist für bewerbende Unternehmen: ab sofort bis Mitte Juni

Bewerbungsunterlagen: Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien, T
51450 DW 2414 wko.at/wien/top-lehrbetrieb

Überprüfung der Zulassungsvoraussetzung: MUSS-Kriterien sind:
- Mindestens ein Lehrling in Ausbildung zum Zeitpunkt der
Antragstellung
- Mindestens zwei Lehrlinge haben die Lehrabschlussprüfung positiv
absolviert
- nicht bestandene Lehrabschlussprüfungen oder vorzeitige Lösungen
von Lehrverträgen stellen Ausnahmen dar und sind zu begründen
- Eine schriftliche Ausbildungsplanung, umfassend das gesamte
Berufsbild, liegt vor
- Die einschlägigen gesetzlichen und kollektivvertraglichen
Bestimmungen werden eingehalten
- Keine laufenden Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht oder
Behörden

Entscheidende Bewertungskriterien:
- Ausbildungsplan- bzw. dokumentation für das jeweilige Berufsbild
- Regelmäßige Abstimmung des Ausbildungsstandes mit der Berufsschule,
gezielte Vorbereitung auf den Berufsschulbesuch
- Regelmäßiger Kontakt zu den Erziehungsberechtigten
- Regelmäßige Feedbackgespräche mit den Lehrlingen
- Besondere Ausbildungsinitiativen (z.B. fachliche Weiterbildung,
Persönlichkeitsbildung, Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung,
Auslandspraktika, Zusatzunterricht, Frauen in nichttraditionellen
Berufen, Lehre mit Matura, etc.)
- Speziell motivierende Maßnahmen für Lehrlinge zur Honorierung
hervorragender Leistungen im Betrieb oder in der Berufsschule
- Weiterbildung von AusbilderInnen und Fachkräften, die Lehrlinge
unterweisen; besonderes soziales (z.B. Unterstützung
leistungsschwacher oder benachteiligter Jugendlicher etc.) oder
regionales Engagement in der Ausbildung
- Mitwirken des Lehrbetriebs am dualen System (Freistellen von
PrüferInnen, Teilnahme an Berufsinfoveranstaltungen etc.
- Antrittsquote zur Lehrabschlussprüfung
- Erfolge von Lehrlingen bei nationalen oder internationalen
Berufswettbewerben
- Erfolgsquote von Lehrlingen bei der Lehrabschlussprüfung

Den Bewertungskriterien wird eine gewisse Anzahl von Punkten
zugeordnet. Zur Verleihung der Auszeichnung sind in Summe mindestens
12 Punkte (von max. 23) erforderlich.

Entscheidung der Jury: Sommer 2014

Verleihung der Qualitätssiegel Top Lehrbetrieb: Spätherbst 2014

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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