AKNÖ-Wieser: Arbeiten wie im Hamsterrad - alarmierend viele psychische Krankheitsfälle

Zu viele gehen krank zur Arbeit - zu oft drohen Kündigungen im Krankenstand

Wien (OTS/AKNÖ) - Der aktuelle Krankenstandsreport des WIFO zeigt deutlich: Das Arbeitstempo hat in vielen Berufen die Grenze erreicht. Die Krankenstände wegen psychischer Ursachen hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdreifacht. AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Die Alarmzeichen sind nicht mehr zu überhören und zu übersehen. Die Unternehmen müssen endlich die Notbremse ziehen und mehr in gesunde Arbeitsplätze investieren. Das Hamsterrad ist für viele nicht mehr zu schaffen."

Aus der WIFO-Studie zu Art und Dauer der Krankenstände geht auch hervor, dass die Zahl der Arbeitsunfälle und der körperlichen Verletzungen ständig zurückgeht. Markus Wieser: "Hier zeigen sich Licht und Schatten. Die Industrie- und Bauarbeitsplätze sind dank des Einsatzes von Arbeitsinspektorat und der Sicherheitsvertrauenspersonen sicherer geworden."
Auch die Dauer der durchschnittlichen Krankenstände geht langsam aber stetig zurück. Das Bild bleibt aber zwiespältig: Niederösterreich, Wien und Oberösterreich führen die Hitliste mit 14,6 beziehungsweise 13,4 Krankenstandstagen an. Ein gesünderes Umfeld finden offenbar die SalzburgerInnen vor, die nur 10 Tage pro Jahr krank sind.

Hohe Loyalität der ArbeitnehmerInnen bleibt oft unbedankt

Leider gehen noch immer zu viele ArbeitnehmerInnen krank oder nicht auskuriert zur Arbeit. Präsident Wieser: "Diese hohe Verbundenheit zu den Unternehmen bleibt allzu oft unbedankt. Im Gegenteil, Kündigungen während eines Krankenstandes, vor notwendigen Operationen oder vor ärztlich verordneten Kuraufenthalten sind leider alltäglich, zeigen die Zahlen in der AK-Beratung ."

Mängel im Report: Kein Einblick in Diagnosen und Altersgruppen

AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp, MBA sieht in der jährlichen WIFO-Studie noch Lücken: "Es fehlen Verknüpfungen von Krankheitsdiagnosen nach Altersgruppen. So kann nicht erforscht werden, welche Krankheiten sich im Laufe eines Arbeitslebens verstärken, welche gleich bleiben und welche erfolgreich therapiert werden konnten." Diese Daten wären wichtig, um krankmachende zu altersgerechten Arbeitsplätzen adaptieren zu können. Bernhard Rupp:
"Wenn wir den Zugang zur Pension erschweren und gleichzeitig wollen, dass ältere ArbeitnehmerInnen länger im Beruf bleiben, dann brauchen wir ein besseres Bild der Krankmacher."

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