- 26.02.2014, 13:53:55
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Lunacek: "Nein zu Forderung nach Kriminalisierung von Prostitution"
Grüne: Europaparlament stimmt für einseitigen Bericht zu sexueller Ausbeutung und Prostitution
Utl.: Grüne: Europaparlament stimmt für einseitigen Bericht zu
sexueller Ausbeutung und Prostitution =
Straßburg (OTS) - "Der heute vom Europaparlament leider angenommene
Bericht der britischen Labour-Europaabgeordneten Mary Honeyball
richtet einen sehr einseitigen Blick auf das Thema Prostitution. Ich
habe deshalb eine Alternativ-Resolution initiiert, die jedoch
bedauerlicherweise keine Mehrheit fand. Der - nicht legislative und
daher unverbindliche - Honeyball-Bericht plädiert ausschließlich für
das sogenannte "Nordische Modell", also ein Prostitutionsverbot,
womit der Kauf von sexuellen Dienstleistungen in Europa verboten und
unter Strafe gestellt werden soll. Die wichtige Unterscheidung
zwischen Zwangsprostitution und freiwilliger Sexarbeit wird vom
Bericht ignoriert. So sehr ich das Anliegen unterstütze, alle Formen
des Menschen- und in diesem Zusammenhang besonders des Frauenhandels
verstärkt zu bekämpfen, habe ich mich gegen diesen Bericht
ausgesprochen. Durch ein generelles Prostitutions-Verbot wird auch
freiwillige Sexarbeit kriminalisiert. Das geht jedoch zu Lasten jener
Frauen, die sich zum Beispiel aus wirtschaftlichen Gründen für
Sexarbeit entschieden haben", kommentiert Ulrike Lunacek,
Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament, das heutige
Abstimmungsergebnis zum Bericht "Über sexuelle Ausbeutung und
Prostitution und deren Auswirkung auf die Geschlechter".
Lunacek hat fraktionsübergreifend mit anderen Abgeordneten eine
alternative Resolution eingebracht, die einen Schwerpunkt auf
Ausstiegsmöglichkeiten aus der Sexarbeit für Frauen, dies wollen,
legt. Er hat jedoch keine Mehrheit gefunden hat. Unterstützung für
Lunaceks fraktionsübergreifenden Alternativ-Text gab es unter anderem
durch das "Committee on the Rights of Sex Workers". Es
veröffentlichte in diesem Zusammenhang eine Petition, die von 470
NGOs und 45 Experten unterstützt wird, wonach das "Nordische Modell"
ineffizient sei und die Versprechungen nicht erfülle.
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