- 26.02.2014, 11:09:42
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Ärztekammer begrüßt Medizin-Apps, warnt aber gleichzeitig vor Ferndiagnosen
Szekeres: "Apps dienen in erster Linie zur Bewusstseinsbildung und Information über Gesundheitsthemen" - Ärztliche Konsultationen könnten damit aber nicht ersetzt werden
Utl.: Szekeres: "Apps dienen in erster Linie zur Bewusstseinsbildung
und Information über Gesundheitsthemen" - Ärztliche
Konsultationen könnten damit aber nicht ersetzt werden =
Wien (OTS) - In der aktuellen Diskussion rund um die immer mehr
werdenden Medizin-Apps ist Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres vom
Nutzen dieser Anwendungen überzeugt, warnt jedoch gleichzeitig vor
ebenfalls zunehmenden Ferndiagnosen ohne ärztliche Konsultation.
"Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass Patienten mittlerweile viele
Möglichkeiten haben, sich über Gesundheitsthemen zu informieren und
sich interaktiv damit zu beschäftigen, dennoch gilt es dabei, auch
manche Aspekte kritisch zu beleuchten. ****
Dabei hat die Ärztekammer in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern
bereits selbst Apps zu den Themen Gesundheitsvorsorge und
Medikationsmanagement entwickelt. "Solche Gesundheits-Apps können
einen wichtigen Beitrag leisten, um Patienten dazu zu animieren, sich
bewusst mit Themen, wie beispielsweise Gesundheitsvorsorge,
auseinanderzusetzen", betont Szekeres. Niemals könnten Apps aber eine
Untersuchung bei einem Arzt ersetzen, wie es aktuell für Erkrankungen
wie Hautausschläge oder auffällige Muttermale diskutiert wird.
Für eine optimale Behandlung sei immer ein direkter Kontakt
zwischen Ärztinnen und Ärzten und den Patienten nötig. Ferndiagnosen
über eine App könnten daher nicht die Diagnose sowie die daran
anschließende Befund- und Therapiebesprechung ersetzen. Hinzu komme,
dass ärztliche Ferndiagnosen auch gesetzlich untersagt sind. Demnach
habe die ärztliche Tätigkeit "persönlich und unmittelbar" durch den
Arzt zu erfolgen.
"Wenn es darum geht, Patienten verlässliche medizinische
Informationen zu liefern, sie an Vorsorgeuntersuchungen zu erinnern
und ihnen in einem ersten Schritt eine Risikoeinschätzung für häufig
auftretende Volkskrankheiten zu liefern, leisten Gesundheits-Apps
einen wichtigen Beitrag", so Szekeres. Alles Weitere sollte dann aber
aufgrund der Expertise des persönlich behandelnden Arztes erfolgen.
(ssch)
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