• 24.02.2014, 11:06:43
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Steuersparen nur für Superreiche - von Wolfgang Tucek

Konten in Panama sind teuer, doch das Bankgeheimnis hält

Utl.: Konten in Panama sind teuer, doch das Bankgeheimnis hält =

Wien (OTS) - Jetzt wird es also ernst, zumindest bis zur Ebene des
wohlhabenden Mittelstands wird Steuersparen schwierig. Denn bis Ende
2015 soll ein umfassender automatischer Informationsaustausch (AIA)
auf
internationaler Ebene Standard werden. Das haben die Finanzminister
der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende
beschlossen. Ihr Geld verstecken können dann nur mehr die wirklich
Reichen.

Das werden sie dann nicht mehr in Österreich machen. Denn das
österreichische Bankgeheimnis ist spätestens ab 1. Jänner 2016
endgültig Geschichte. Betroffen sind Zinsen, Dividenden,
Versicherungserträge und Verkaufserlöse von natürlichen und
juristischen Personen. Bei Trusts und Stiftungen müssen die
Begünstigten offengelegt werden.

Das Projekt orientiert sich am US-Fatca (Foreign Account Tax
Compliance Act), mit dem Washington die meisten Steueroasen inklusive
der Schweiz, Österreich und Luxemburg in die Knie zwingt. Sie müssen
den Amerikanern ab Juli großflächig alle Kontendaten liefern, die
Washington will. Daran kommt auch die Schweiz nicht vorbei. Ansonsten
droht die Sperre der Banken für den US-Markt.

Immerhin 42 Staaten inklusive Deutschland, Frankreich, Luxemburg und
Großbritannien inklusive der Kanalinseln Jersey und Guernsey sowie
den Überseegebieten der Britischen Jungferninseln und den
Cayman-Inseln haben sich bereits verpflichtet, das so bald wie
möglich auch untereinander zu machen. Österreich, die Schweiz und
auch die USA mit ihrer Steueroase Delaware fehlen auf der Liste.

Dennoch verleiht die Unterschrift aller G20-Finanzminister der
Initiative zweifellos Gewicht. Auch wenn die Banken über den
Zusatzaufwand klagen werden, ist das Projekt technisch locker
machbar.

Die befürchtete Milliardenabwanderung von österreichischen Konten
wird es ebenso nicht in dem Ausmaß geben, wenn alle gemeinhin als
seriös geltenden Marktplätze wie die Schweiz an Bord sind.

Österreich wird es ohne der Unterstützung des neuen
AIA-Vorzeigelandes Luxemburg schwer haben, die Umsetzung der
OECD-Standards in EU-Recht alleine aufzuhalten.

Worauf läuft es also hinaus: Nur noch die Superreichen zahlen künftig
keine Steuern mehr. Denn ab einem deutlich zweistelligen
Millionenbetrag lohnt es sich weiterhin, sein Vermögen zu verlagern.
In Panama oder auf den Cook-Inseln ist die Kontoführung zwar nicht
gerade günstig. Das Bankgeheimnis bleibt dort aber unantastbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB

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