• 21.02.2014, 09:37:27
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AK Studie zu Management: It's a man's world

Frauenanteil in Führungsetagen stagniert auf niedrigem Niveau

Utl.: Frauenanteil in Führungsetagen stagniert auf niedrigem Niveau =

Wien (OTS) - "Mit Selbstverpflichtung und Freiwilligkeit kommt Frau
in Österreich offenbar nicht weiter", kommentiert AK Vizepräsidentin
Dwora Stein das Ergebnis des Frauen.Management.Report.2014. Die
jährliche AK Studie untersucht den Frauenanteil in den
österreichischen Führungsetagen. Das diesjährige Resultat auf den
Punkt gebracht: Stagnation. "Um diese Situation zu ändern, bedarf es
daher gesetzlich vorgeschriebener Zielvorgaben", fordert Stein die
Bundesregierung zum Handeln auf.

Der jährlich von der AK Wien durchgeführte
Frauen.Management.Report zeigt für das Jahr 2014 erneut ein Bild
meist ohne Dame: Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Repräsentanz von
Frauen in der Geschäftsführung bzw. in den Aufsichtsräten konstant
auf niedrigem Niveau. Untersucht wurden sowohl die umsatzstärksten
Top 200 Unternehmen sowie alle Börsenunternehmen (ATX, ATXPrime, Mid
Market, Standard Market Auction, Standard Market Continuous).

Die Ergebnisse im Detail: In der Liga der Top 200 Unternehmen
blieb der Anteil von Frauen in den Geschäftsführungen mit 5,6 Prozent
exakt auf dem Niveau des Vorjahres. In absoluten Zahlen heißt das:
Von 606 Positionen haben lediglich 34 Frauen inne. In den
Aufsichtsräten gab es eine marginale Verbesserung um 0,5
Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Erneut die absoluten Zahlen: Von
1.796 Aufsichtsratsmandaten sind nur 250 weiblich besetzt. Allerdings
sind in fast einem Drittel der Top 200 Unternehmen weder in der
Geschäftsführung noch im Aufsichtsrat Frauen vertreten. Umgekehrt ist
in nur elf Unternehmen die Spitze des Aufsichtsrates weiblich. Und
nur zehn Unternehmen erreichen den angestrebten Zielwert im
Kontrollgremium von 40 Prozent und mehr Frauen.

Börse-Firmen in Männerhand

Sogar rückläufig entwickelte sich der Frauenanteil in den
Vorstandsetagen der börsennotierten Betriebe. Der Prozentsatz sank
von 3,3 auf 3,1 Prozent. Aktuell sind nur noch sechs Frauen in den
Spitzenpositionen der Börsen-Firmen zu finden. Der daraus zu ziehende
Schluss: eine ebenfalls schwache Vertretung in den Aufsichtsräten.
Die konkreten Zahlen: 12,0 Prozent aller Aufsichtsräte in den
börsennotierten Unternehmen sind Frauen - nach 11,6 Prozent im
Vorjahr. Die "Börsianer" bleiben damit hinter dem ohnehin schon
schwachen Niveau der Top 200 Unternehmen noch zurück. Und das, obwohl
seit dem Geschäftsjahr 2010 eine Berichterstattung zu
Frauenfördermaßnahmen im Corporate Governance Bericht vorgeschrieben
ist. Damit müssen börsennotierten Unternehmen offenlegen "welche
Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Aufsichtsrat, Vorstand und in
leitenden Stellungen gesetzt werden". "An den Zahlen sieht man
allerdings sehr deutlich, dass diese freiwilligen Berichtspflichten
ein hilf- und wirkungsloses Instrument sind", betont AK Expertin und
Studienautorin Christina Wieser.

Einziger Lichtblick in Österreich sind die staatsnahen
Unternehmen, die in punkto Frauenquote spürbare Fortschritte machen.
Von den insgesamt 285 vom Bund entsandten Aufsichtsratsmitgliedern
(in jenen 55 Unternehmen, an denen der Staat mit mehr als 50 Prozent
beteiligt ist) sind 94 Frauen. Damit ergibt sich ein Anteil von 33
Prozent.

Gesetzliche Regelung muss her

Dass freiwillige Verpflichtungen nicht zum Ziel führen, zeigt das
Beispiel Österreich. Damit bleibt unser Land aber deutlich unter dem
EU-Schnitt, der bei 17 Prozent liegt (Frauenanteil in den höchsten
Entscheidungsgremien der größten börsennotierten Unternehmen
Europas). An der Spitze stehen Länder wie Island (49 Prozent) und
Norwegen (42 Prozent). Die stärksten Bewegungen sind in Ländern zu
verzeichnen, die gesetzliche Frauenquoten eingeführt haben. Zwei
Beispiele: In Frankreich kletterte der Frauenanteil nach Einführung
einer Quotenregelung im Jahr 2011 von 12,0 auf 27 Prozent im Jahr
2013. Ebenfalls 2011 wurde in den Niederlanden eine Regelung
implementiert. Das Resultat: Ein Frauenanteil von 24 Prozent in den
Leitungsorganen der Top-Börsenunternehmen.

Daher fordert die AK:

+ die rasche Einführung einer gesetzlichen Geschlechterquote von 40
Prozent bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten

+ Die Einführung sollte in Schritten erfolgen: zuerst in
börsennotierten Gesellschaften und Kapitalgesellschaften in
mehrheitlich öffentlicher Hand, anschließend in allen
Kapitalgesellschaften

+ Wirksame Sanktionen bei Nichteinhaltung der Quotenregelung wie
spürbare Geldstrafen oder eine Eintragung im Firmenbuch

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