Bundestheater Holding und Andritz Hydro GmbH zum "Schandfleck des Jahres 2013" gewählt

Netzwerk Soziale Verantwortung verleiht Schmähpreis zum Welttag der Sozialen Gerechtigkeit

Wien (OTS) - Zum zweiten Mal wurde am 20.02. der Schandfleck verliehen: eine Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen.

Ein Monat lang wurde per Internet abgestimmt, wer den Publikums-Preis bekommt. Zur Wahl standen Apple Inc., Andritz Hydro GmbH, Bundestheater Holding, Lebensministerium und MA 48. Am Abend des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit, wurde im Wiener Off-Theater der Schandfleck verliehen.

Die Andritz Hydro GmbH wurde mit 32,5% von insgesamt 4526 abgegebenen Stimmen von der Zivilgesellschaft zum schlimmsten Unternehmen des Jahres 2013 gewählt. Die Andritz Hydro GmbH hatte im vergangenen Jahr den Auftrag zur Turbinenlieferung für das laotische Staudammprojekt Xayaburi bekommen, deren ökologischen und sozialen Wirkungen verheerend sind. Werden alle Dämme am Unterlauf des Mekong gebaut, muss mit einem Rückgang des Fischfangs um ein Siebtel gerechnet werden und die Ernährungssicherheit von 60 Millionen Menschen in der Region des Mekong-Deltas wird bedroht. "Mit der Verleihung des "Schandfleck 2013" erinnern wir die Andritz Hydro GmbH erneut daran, an ihre globale Verantwortung zu denken und nicht Profitstreben über die ökologischen und sozialen Folgen ihrer Projektbeteiligungen zu stellen", so Georg Scattolin vom WWF.

Den Jury-Preis bekam die Bundestheater Holding für das Outsourcing von 400 PlatzanweiserInnen an die Sicherheitsfirma G4S. Im Oktober 2013 veröffentlichte der BBC, dass Mitarbeiter von G4S Insassen des Gefängnisses Mangaung in Südafrika mit Elektroschocks und Zwangsinjektionen gefoltert haben. Einen Monat später erhielt G4S den Zuschlag zur Verwaltung des Schubhaftszentrums Vordernberg. "Es bedarf einer Black List von Unternehmen, an die die öffentliche Hand keine Verträge vergeben darf. Auf diese Liste gehört auch G4S", erklärt Marieta Kaufmann, Geschäftsführerin des Netzwerk Soziale Verantwortung. Als der Billeteur Christian Diaz das Geschäftsgebahren von G4S am 12. Oktober 2013 im Burgtheater öffentlich anprangerte, wurde er sofort entlassen. "Für uns misst sich die Glaubwürdigkeit der Institution Theater und damit auch des Kulturbetriebs an deren Umgang mit dem eigenen Personal, auch und insbesondere dem Personal jenseits des Rampenlichts.", erklärte eine Vertreterin der anonymen Billeteurinnen und Billeteure.

Die ersten Nominierungen für den Schandfleck des Jahres 2014 sind bereit eingegangen. "Der Schandfleck ist ein politischer Preis! Er will nicht nur das Verhalten von Organisationen anprangern, sondern es durch Regelsetzung im Interesse der Gemeinschaft ändern. Daher darf die Politik nicht "fleissig wie die Bienen, den Profiten dienen", erklärte Franz Fiala, Vorstandsvorsitzender des Netzwerk Soziale Verantwortung.

Weitere Informationen:
Live-Mitschnitt der Gala durch den Medienkooperationspartner ZIGE.TV:
http://zige.tv/live/schandfleck/
Fotos der Gala, Hintergrundinformationen: www.schandfleck.or.at

Rückfragen & Kontakt:

Dipl.jur. Marieta Kaufmann - Koordinatorin Schandfleck,
Netzwerk Soziale Verantwortung, NeSoVe, Tel.: 01-236 10 30 37, mobil: 0680 40 45 982, marieta.kaufmann@sozialeverantwortung.at

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