Zukunftsmarkt "Disability": Wirtschaft reagiert

Wien/Linz (OTS) - Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind ein enorm anwachsendes KundInnensegment. Dadurch steigt auch die Nachfrage für MitarbeiterInnen mit Behinderung am Arbeitsmarkt. Das stellten Unternehmen im Profit-Recruiting Kompaktseminar fest, das erstmals am 12.02. in der WKOÖ stattfand. Video-Zusammenfassung:
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Pro Jahr gibt es in Österreich rund 8.000 Personen, die nach einem Arbeits- oder Freizeitunfall in der Folge mit einer schweren Behinderung leben müssen. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten haben sie dabei in der Regel nicht verloren, allerdings ist in vielen Fällen das Arbeitsumfeld nicht mehr das gleiche. Dass es seitens der WKOÖ, des Bundessozialamt und anderer Institutionen aber einen umfangreichen Katalog an finanziellen Förderungen, Umschulungsmöglichkeiten, organisatorischen Hilfestellungen und vieles andere mehr gibt, ist vielen Betroffenen, aber auch vielen Unternehmen nicht bewusst. "Kompakte Informationen sind in allen Wirtschaftsbereichen ein wichtiges Asset", so Dr. Peter Scheinecker von der WKO Oberösterreich-Abteilung für Sozial- und Rechtspolitik im Profit-Recruiting (http://www.profit-recruiting.com/)Kompaktseminar, "Dass die Bevölkerungsentwicklung aber auch neue Märkte mit sich bringt, ist noch nicht zu 100 Prozent bei den Unternehmen angekommen."

Behinderung ist kein Einzelschicksal. Das zeigt die demografische Entwicklung. Wir werden alle älter, der Wermutstropfen dabei:
gesundheitliche Probleme nehmen zu. Allein im Jänner waren in Oberösterreich 7.800 Personen beim AMS mit gesundheitlichen Vermittlungshindernissen gemeldet. Und das, obwohl die oberösterreichischen Unternehmen bei der Beschäftigung von Begünstigt Behinderten im Österreichvergleich führend sind (OÖ: 72,5 %, Ö gesamt durchschnittlich 64,5 %). Dabei wirken auch die vom Bundessozialamt finanzierten beruflichen Assistenzleistungen sowie finanzielle Zuschüsse wie etwa für bauliche Maßnahmen zur Umgestaltung von bestehenden Arbeits-, Ausbildungsplätzen und Sanitärräumen, die von den Betrieben in Anspruch genommen werden. Thomas Czechtizky, Stv. Leiter Berufliche Integration Menschen mit Behinderung: "Unsere Palette von Unterstützungsleistungen ist sehr breit, denn die Ausgrenzungsgefährdung beginnt ja schon bei Jugendlichen, wenn es mit dem Schulabschluss nicht klappt und spannt den Bogen über das gesamte Berufsleben."

Was das Profit-Recruiting Zukunftseminar aber auch zeigte: Geld liegt quasi "auf der Straße", wenn es darum geht, für die Gruppe der Menschen mit Einschränkungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen entsprechende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. "Staatliche Einrichtungen sind heute schon per Gesetz dazu verpflichtet, niemanden bei der Kontaktaufnahme mit der Behörde zu benachteiligen", betonte Mario Batusic, Accessibility-Experte beim Linzer Softwarehersteller Fabasoft (http://www.fabasoft.com/). "In wenigen Jahren wird auch die Wirtschaft insgesamt schon aus Gründen einer verbesserten Marktchance barrierefreie Softwareangebote bieten müssen. Wir gestalten unsere Software bereits jetzt barrierefrei." Die richtige Badezimmereinrichtung für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, Gebärdensprache-DolmetscherInnen für Unternehmens-Events, Sprachausgabe-Apps für E-Mails am Smartphone, die richtige Kücheneinrichtung für Senioren und Seniorinnen - auch in diesem Fall waren die anwesenden TischlerInnen, Installateure und Installateurinnen, BehördenvertreterInnen oder auch JungunternehmerInnen überrascht, welche Geschäftsfelder sich da in der Zukunft ergeben. Gerhard Hochmayr, Geschäftsführer der Dämon Hochmayr GmbH, selbst Rollstuhlfahrer nach einem Sportunfall: "Die Anfragen nehmen ständig zu, jetzt statten wir auch einen Hotelneubau mit barrierenfreien Sanitäreinrichtungen aus."

Firmen, die Menschen mit Einschränkungen einen Platz in ihrem Betrieb einräumen, sind aber auch aus anderen Gründen engagiert. "Wir schaffen bewusst Arbeitplätze für Menschen mit Behinderung", erklärte die Personalleiterin des Facilitymanagementunternehmens WISAG, Edith Steirer. "Da es oft gar nicht so leicht ist, in Kontakt mit dieser Personengruppe zu kommen, forcieren wir derzeit unsere Bemühungen, direkt mit Anbieter/innen der beruflichen Assistenzen und Betreuungseinrichtungen zu kooperieren, um dieser Personengruppe zu zeigen, dass sie bei uns willkommen sind." Eine Vorgangsweise, die die Online-Jobplattform Career Moves vor einigen Jahren bewusst zu ihrer Unternehmensgründung inspiriert hat. Co-Gründer Mag. Gregor Demblin: "Wenn nach anerkannten Statistiken schon heute 15 Prozent der ÖsterreicherInnen eine mehr oder weniger deutliche Behinderung aufweisen, dann ist das nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance - sowohl für den Arbeitmarkt als auch für künftig immer stärker werdende Nachfrage nach Produkte und Dienstleistungen für diese Gruppe von Menschen."

Für die Teilnehmer/innen am Zukunftsseminar "Profit-Recruiting" www.profit-recruiting.com gab es seitens der Veranstalter/innen Kreativagentur CM Creative (www.creative-ms.com) und der Online-Jobplattform www.careermoves.at und der Referent/innen von WKOÖ, Bundessozialamt, Verein Integratio, Thomas Hill und der Unternehmen WISAG, Dämon Hochmayr und Fabasoft jede Menge Impulse. Und eine Bestätigung dafür, dass die richtigen Informationen bares Geld sparen bzw. bringen können.

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Mag. Karina Tajmar (MA, MSc)
Agentur CM Creative
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