Stöger erinnert zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit an Westsahara-Konflikt

Bemühungen für ein soziales Europa dürfen nicht an den EU-Außengrenzen halt machen

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttages der sozialen Gerechtigkeit, macht Gesundheitsminister Alois Stöger auf den in Europa weitgehend vergessenen, aber nach wie vor ungelösten Westsahara-Konflikt aufmerksam. Die Westsahara, von den Vereinten Nationen als letztes noch nicht entkolonialisiertes Gebiet bezeichnet, wird seit 1975 von Marokko beansprucht. Eine 2.700 Kilometer lange Mauer grenzt das besetzte Land vom Rest der unwirtlichen Wüste ab und trennt damit das saharauische Volk in zwei Teile. "Das Gebiet entlang des marokkanischen Walls gehört zu jenen mit der weltweit höchsten Minendichte und fordert jährlich zahlreiche Todesopfer. Ein großer Teil der Saharauis lebt als Flüchtlinge in notdürftigen Zeltlagern inmitten der Steinwüste unter unmenschlichen Bedingungen", beschreibt Minister Stöger die Situation. Er nimmt zugleich auch die Europäische Union in die Verantwortung: "Die EU kann ihre Augen nicht länger verschließen. In unseren Bemühungen für ein soziales Europa dürfen wir nicht an den eigenen Grenzen halt machen."

Stöger empfängt saharauischen Sonderbotschafter Sidi Omar in Wien

Sidi Omar, ein hochrangiger Diplomat der saharauischen Exilregierung sowie international anerkannter Friedens- und Konfliktforscher, besucht derzeit auf Einladung der Österreichisch-Saharauischen Gesellschaft und ihrer Vorsitzenden, LAbg. Karin Scheele, Österreich. Um sich ein Bild von der aktuellen politischen, sozialen und humanitären Situation in der Westsahara machen zu können, traf Gesundheitsminister Stöger heute den saharauischen Botschafter zu einem informellen Gespräch in Wien. Im Zuge dessen machte sich Stöger für eine rasche Lösung des Konflikts stark, deren erster Schritt in der Abhaltung des bereits lange geforderten Referendums für die Unabhängigkeit der Westsahara bestehen muss. "Seit dem Waffenstillstand 1991 warten die Saharauis friedlich auf eine Lösung des Konflikts und haben ihr Vertrauen in die internationale Staatengemeinschaft und die Europäische Union gesetzt. Es ist nun höchst an der Zeit, dass das zugestandene Selbstbestimmungsrecht über die Unabhängigkeit der Westsahara in die Tat umgesetzt wird," so Stöger abschließend.

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