WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Neues Futter für die Börse Wien - von Andre Exner

Ein Börsegang der ARE wäre für den Staat ein Milliardengeschäft

Wien (OTS) - Die Jahre des Wartens sind vorbei - endlich steht die Börse Wien nicht nur knapp davor, einen Neuzugang zu bekommen, nein, man kann auch sicher sein, dass die Aktion nicht in letzter Sekunde abgeblasen wird. Die Immofinanz-Wohnimmobilientochter Buwog wird Ende April als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.

Dass die Aktion kein milliardenschweres, klassisches Initial Public Offering, sondern ein Spin-off ist und dass Wien neben Frankfurt und Warschau nur einer von drei Handelsplätzen für die neuen Buwog-Aktien sein wird, sind nur kleine Wermutstropfen. Wichtig ist die Signalwirkung: Es gibt doch noch ein Leben an der Börse Wien. Damit ist der Buwog-Börsegang die zweite gute Nachricht innerhalb weniger Wochen - nach der überraschend gut gelaufenen Milliarden-Kapitalerhöhung der Raiffeisen Bank International.

Bleibt zu hoffen, dass bald weitere Börsegänge in Wien folgen werden. Und zwar nicht nur aus dem Privatsektor: Es wäre erfreulich, wenn die Politik die Hypo-bedingten Löcher in der Staatskasse statt mit Steuererhöhungen mit Privatisierungen stopfen würde. Post, OMV, EVN, Verbund ... - die Liste der nach wie vor teilstaatlichen Börseplayer, deren Anteile man weiter reduzieren könnte und sollte, ist lang. Dazu kommen Staatsbetriebe, die zwar noch nicht notieren, aber börsefit wären und ähnlich der Post (und der Buwog) ein stabiles und dividendenfähiges Geschäftsmodell aufweisen, das gerade in unsicheren Zeiten bei Anlegern gesucht ist. Aus dem ÖIAG-Imperium wäre da noch die Versicherung APK zu nennen, die mit der Voest und der OMV bereits börsenotierte Miteigentümer hat und daher im Handumdrehen börsefit wäre. Ein Milliardengeschäft für den Staat wäre zudem ein Börsegang der ARE (Austrian Real Estate), in der die Bundesimmobiliengesellschaft BIG alle marktfähigen Immobilien aus ihrem Portfolio gebündelt hat und die sich am freien Markt bereits erfolgreich mit ATX-Playern wie Immofinanz, CA Immo und Conwert matcht.

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