• 12.02.2014, 15:53:46
  • /
  • OTS0201 OTW0201

Wlodkowski: Regionale Energieversorgung stärken

Bevölkerung möchte mehr erneuerbare Energie aus der Region statt Kohle und Atom

Utl.: Bevölkerung möchte mehr erneuerbare Energie aus der Region
statt Kohle und Atom =

Wien (OTS) - "Die aktuell von der Europäischen Kommission zur
Konsultation vorgelegten Leitlinien für Umwelt- und Energiebeihilfen
gehen völlig an den Wünschen der Bevölkerung vorbei. Offensichtlich
wird hier versucht, mit einem europaweiten Ausschreibungszwang für
praktisch alle Investitionen in erneuerbare Energien den zuletzt in
Bedrängnis geratenen großen Energiekonzernen wieder stärkere
Marktmacht bei der Energieversorgung zu sichern und das in vielen
Mitgliedstaaten auf mehr Bürgerbeteiligung ausgerichtete
Einspeisetarifsystem für Ökostrom zu zerstören. Das widerspricht
diametral den Anliegen der Bevölkerung, die regionale
Versorgungskonzepte mit überschaubaren Eigentümerstrukturen und klar
zuordenbaren Verantwortungen eindeutig bevorzugt", übt Gerhard
Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Kritik an
der Neuregelung der EU-Beihilfen im Umweltschutz- und Energiebereich.

Die Vorstellung der Kommission, über Ausschreibungen
Windkraftanlagen ausschließlich an Nordseestandorten und
Photovoltaikanlagen nur mehr an der Südspitze Europas zuzulassen und
dazwischen riesige Leitungstrassen zu errichten, werde keine
Akzeptanz in der Bevölkerung erhalten, ist Wlodkowski überzeugt. Sehr
deutlich werde dies beispielsweise schon jetzt am aktuell
eskalierenden Streit über den Leitungsbau zwischen Nord- und
Süddeutschland in Bayern. "Die Menschen wollen eindeutig den zügigen
Ausbau der Erneuerbaren in ihrer Region, die Erhöhung der
Versorgungssicherheit und vor allem auch Mitbestimmung über die
optimale Energieversorgung in ihrem Lebensraum. Aus diesem Grund sind
auch biogene Energieträger so beliebt und stellen den Hauptteil der
inländischen Energieerzeugung dar", betonte der LK-Präsident.

Biomasse ist dezentral in der Region bedarfsgerecht verfügbar,
kann kostengünstig gespeichert beziehungsweise gelagert werden und
entlastet die überregionalen Übertragungsnetze. "Wenn Atom- und
Kohlestromkonzerne jetzt über den Umweg des Umweltbeihilferahmens
versuchen, die erfolgreichen regionalen Energiemodelle auszuhebeln,
wird es heftigen Widerstand geben. Über die Wahl des optimalen
Energiemixes für Österreich muss weiterhin auf nationaler Ebene
entschieden werden, so wie es das europäische Grundrecht auch
vorsieht", fordert Wlodkowski.

Die aktuellen Schneemassen in Kärnten und Osttirol sowie der wilde
Eisregen in Slowenien mit katastrophalen Schäden am Stromleitungsnetz
zeige abermals, dass jede Region ihre speziellen Gefahren und
Herausforderungen habe.

"Was in Griechenland oder Spanien weniger wichtig ist, hat bei uns
hohe Bedeutung. Da Schnee und Eis in Österreich sowohl die
regionalen, aber auch die internationalen Stromleitungen zerstören
können, sollte in unserer Region beispielsweise jedes Haus und jede
Wohnung über eine stromunabhängige Feuerstelle beziehungsweise
Wärmequelle verfügen. Der traditionelle Kachelofen und ein
entsprechender Brennholzvorrat sind in solchen Situationen die beste
Lösung und erfreuen sich nicht umsonst höchster Beliebtheit. Diese
Detailaspekte können nicht zentral über Ausschreibungsmodelle in
Brüssel entschieden werden. Beim Umweltbeihilferahmen kann es daher
nur heißen: zurück an den Start und Vorlage eines neuen brauchbaren
Konzeptes durch die neue Kommission nach der Europawahl", verlangt
Wlodkowski abschließend.
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel