• 10.02.2014, 11:18:19
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Schweizer sagen weiterhin Ja zum Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein

Kostenübernahme nach Schweizer Modell gefordert

Utl.: Kostenübernahme nach Schweizer Modell gefordert =

Wien, Bern (OTS) - Die christlich-konservative Initiative, wonach
Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr von der Krankenkassa bezahlt
werden sollen, ist deutlich gescheitert, die Schweizer Bevölkerung
bestätigt mit einer Mehrheit von 70% eindrucksvoll, was im restlichen
West-Europa seit langem Standard ist: auch Frauen mit einer
ungewollten Schwangerschaft werden im Rahmen der Solidargemeinschaft
kostenfrei medizinisch behandelt.

Frauen mit ungewollter Schwangerschaft in Österreich alleine
gelassen

In Österreich hingegen führt die fehlende Kostenübernahme oft zu
massiven finanziellen Problemen, vor allem bei Frauen bzw. Familien
mit geringen Einkommen. Dies sind überproportional häufig Frauen mit
Kindern. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum in Österreich diese
soziale Ungerechtigkeit weiter verteidigt wird", wundert sich
DDr.Christian Fiala, Leiter des Wiener Gynmed Ambulatoriums. Er
engagiert sich seit Jahren für eine Besserstellung von Frauen, die
einen Schwangerschaftsabbruch durchführen möchten und war im Rahmen
des aktuellen Volksentscheides ein vielgefragter Experte in den
Schweizer Medien. "Warum sollen Frauen alleine für die Kosten eines
Abbruchs aufkommen, wo doch jede Schwangerschaft auch von einem Mann
mitverursacht wurde?" fragt Fiala.

Frauen handeln verantwortungsvoll

"Diejenigen, die die fehlende Kostenübernahme verteidigen,
verkennen die reale Lebenssituation. Die meisten Frauen, die zu einem
Schwangerschaftsabbruch kommen, haben bereits ein oder mehrere
Kinder. Gerade deswegen entscheiden sie sich für einen
Schwangerschaftsabbruch. Es handelt sich daher um eine sehr
verantwortungsvolle Entscheidung. Während die Schweizer sich bereits
seit Jahrzehnten solidarisch mit schwangeren Frauen in Krisen
erklären, werden diese Frauen in Österreich alleine gelassen. Sie
müssen die Behandlung zunächst selbst bezahlen. Zwar könnten sie vom
Partner finanzielle Unterstützung erwarten, "es gibt aber viele
Partner, die sich nicht mehr blicken lassen", berichtet Fiala aus der
Praxis. Würden die Kosten von der Krankenkasse bezahlt, dann würde
das die Position der Frauen massiv stärken.

Staatliche Übernahme garantiert medizinische Qualität

Der Fall einer Wiener Ärztin, die Abbrüche zu geringen Kosten,
aber medizinisch risikoreich durchgeführt hat, offenbart: Die
fehlende Kostenübernahme bewirkt, dass unqualifizierte Ärzte den
Abbruch zu Dumpingpreisen und schlechter Qualität anbieten. Frauen
mit geringem Einkommen sind gezwungen, dorthin zu gehen, weil sie
sich häufig die 'normalen' Kosten von mindestens 500 Euro nicht
leisten können. "Viele Frauen und Paare wünschen daher eine
Kostenübernahme nach Schweizer Modell", bekräftigt Christian Fiala.
"Was in der Schweiz und im übrigen West-Europa möglich ist und sich
seit Jahrzehnten bestens bewährt hat, muss auch bei uns möglich
werden - damit die Gesundheit von Frauen nicht aufs Spiel gesetzt
wird" so Fiala abschließend.

www.gynmed.at

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