Schweizer sagen weiterhin Ja zum Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein

Kostenübernahme nach Schweizer Modell gefordert

Wien, Bern (OTS) - Die christlich-konservative Initiative, wonach Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr von der Krankenkassa bezahlt werden sollen, ist deutlich gescheitert, die Schweizer Bevölkerung bestätigt mit einer Mehrheit von 70% eindrucksvoll, was im restlichen West-Europa seit langem Standard ist: auch Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft werden im Rahmen der Solidargemeinschaft kostenfrei medizinisch behandelt.

Frauen mit ungewollter Schwangerschaft in Österreich alleine gelassen

In Österreich hingegen führt die fehlende Kostenübernahme oft zu massiven finanziellen Problemen, vor allem bei Frauen bzw. Familien mit geringen Einkommen. Dies sind überproportional häufig Frauen mit Kindern. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum in Österreich diese soziale Ungerechtigkeit weiter verteidigt wird", wundert sich DDr.Christian Fiala, Leiter des Wiener Gynmed Ambulatoriums. Er engagiert sich seit Jahren für eine Besserstellung von Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen möchten und war im Rahmen des aktuellen Volksentscheides ein vielgefragter Experte in den Schweizer Medien. "Warum sollen Frauen alleine für die Kosten eines Abbruchs aufkommen, wo doch jede Schwangerschaft auch von einem Mann mitverursacht wurde?" fragt Fiala.

Frauen handeln verantwortungsvoll

"Diejenigen, die die fehlende Kostenübernahme verteidigen, verkennen die reale Lebenssituation. Die meisten Frauen, die zu einem Schwangerschaftsabbruch kommen, haben bereits ein oder mehrere Kinder. Gerade deswegen entscheiden sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch. Es handelt sich daher um eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung. Während die Schweizer sich bereits seit Jahrzehnten solidarisch mit schwangeren Frauen in Krisen erklären, werden diese Frauen in Österreich alleine gelassen. Sie müssen die Behandlung zunächst selbst bezahlen. Zwar könnten sie vom Partner finanzielle Unterstützung erwarten, "es gibt aber viele Partner, die sich nicht mehr blicken lassen", berichtet Fiala aus der Praxis. Würden die Kosten von der Krankenkasse bezahlt, dann würde das die Position der Frauen massiv stärken.

Staatliche Übernahme garantiert medizinische Qualität

Der Fall einer Wiener Ärztin, die Abbrüche zu geringen Kosten, aber medizinisch risikoreich durchgeführt hat, offenbart: Die fehlende Kostenübernahme bewirkt, dass unqualifizierte Ärzte den Abbruch zu Dumpingpreisen und schlechter Qualität anbieten. Frauen mit geringem Einkommen sind gezwungen, dorthin zu gehen, weil sie sich häufig die 'normalen' Kosten von mindestens 500 Euro nicht leisten können. "Viele Frauen und Paare wünschen daher eine Kostenübernahme nach Schweizer Modell", bekräftigt Christian Fiala. "Was in der Schweiz und im übrigen West-Europa möglich ist und sich seit Jahrzehnten bestens bewährt hat, muss auch bei uns möglich werden - damit die Gesundheit von Frauen nicht aufs Spiel gesetzt wird" so Fiala abschließend.

www.gynmed.at

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