- 06.02.2014, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: EZB am Rande des Möglichen - von Alexander Hahn
Die Notenbank hat ihr Pulver fast verschossen, nun liegt der Ball bei der Politik
Utl.: Die Notenbank hat ihr Pulver fast verschossen, nun liegt der
Ball bei der Politik =
Wien (OTS) - Man kann die Pferde zwar zur Tränke führen, saufen
müssen sie bekanntlich selbst. Dieses Problem dürfte den Damen und
Herren in der Chefetage der EZB in abgewandelter Form nur allzu
bekannt sein.
Wiederholt haben sie den Banken in der Eurozone mit geldpolitischen
Mitteln unter die Arme gegriffen, ohne dass es gelungen wäre, die
seit der Finanzkrise stockende Kreditvergabe wieder anzufachen. Dabei
ist genau in diesem Umstand der Schlüssel zu der keineswegs
unbegründeten Gefahr einer einsetzenden Deflationsspirale zu suchen.
Um rund zehn Prozent hat sich der Kreditbestand an Unternehmen in
Euroland seit der Finanzkrise verringert (siehe S. 18). Da die
Kreditgewährung der Geschäftsbanken die Hauptquelle der Geldschöpfung
darstellt, zeigt diese Entwicklung, dass Geld sukzessive knapper wird
in der Eurozone. Wobei die Verknappung einer Währung die Wurzel von
Deflation darstellt. Geld wird immer mehr wert und Güter und
Dienstleistungen immer weniger, sprich die Preise fallen auf breiter
Front. Eine Situation, der sich die Währungsunion mit sukzessive
fallenden Inflationsraten - im Jänner nur noch 0,7 Prozent auf
Jahressicht - immer stärker annähert.
Bisher sind jedoch alle Vorstöße der EZB zur Belebung der
Kreditvergabe wie rekordtiefe Leitzinsen oder
Sonderfinanzierungsrunden für Banken ins Leere gelaufen, obwohl die
Nachfrage durchaus gegeben wäre. Daran würden wohl auch
unkonventionelle Maßnahmen wie großflächige Anleihenkäufe nach
US-Strickmuster nicht viel ändern.
Während der EZB in diesem Punkt anscheinend weitgehend die Hände
gebunden sind, könnte die Politik den Gordischen Knoten mit
Leichtigkeit durchschlagen - sofern sie sich dazu durchringen würde.
Nämlich durch die Einführung eines konsequenten Trennbankensystems.
Investmentbanken erzielen ihre Profite an den Finanzmärkten und für
Geschäftsbanken bleibt dann nur ein Weg, um mit den Spareinlagen der
Kunden Gewinne zu erzielen - durch die Vergabe von Krediten.
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