• 30.01.2014, 15:10:38
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Unternehmer vs. Manager: Ein unentschiedenes Match

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5022
Angesichts der geplanten Streichung des Gewinnfreibetrages für
Unternehmer wirken Manager mit dem 13. und 14. Monatsgehalt
plötzlich wie die Liebkinder der Politik. Es scheint generell eine
zunehmend leistungsfeindliche Grundstimmung in der Bevölkerung zu
geben, was sich auch in der Politik niederschlägt. Der management
club griff dieses Thema auf um wirtschaftliche Erfolgs- aber auch
Hemmungsfaktoren aus Perspektive der Unternehmer und der
Führungskräfte mit Petra Gregorits (PGM Marketing Research
Consulting) und Ing. Rudolf Kemler (ÖIAG) unter der Moderation von
Sybille Hamann zu diskutieren. Im Bild: Sybille Hamann, Rudolf
Kemler, Petra Gregorits (v.l.n.r.)

Wien (OTS) - Welcher Berufsstand hat es derzeit schwerer: Unternehmer
oder doch die Manager? Eine interessante Diskussion am 29. Jänner
2014 im management club ließ beide Seiten zu Wort kommen, wobei es in
vielen Bereichen überraschende Einigkeit am Podium gab.

Waren kurz vor dem Jahreswechsel noch die Managergehälter und
-boni in der öffentlichen Kritik, plant die neue Regierung nun die
Selbstständigen, etwa durch Änderungen beim Gewinnfreibetrag und bei
der GmbH Light, stärker zur Kasse zu bitten. Der management club lud
daher den Vorstand der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG)
Ing. Rudolf Kemler und die Unternehmerin Petra Gregorits (PGM
Marketing Research Consulting) zu einer hochkarätigen
Podiumsdiskussion unter der Moderation von Sibylle Hamann ein.

"Unternehmertum und Selbstständigkeit sind ein Lebensmodell"
stellt Petra Gregorits zu Beginn fest, wozu es Mut und
Entschlossenheit braucht. Gerade in der Anfangszeit ist man mit
Herausforderungen und Risiken konfrontiert. Die Arbeitswelt hat sich
dramatisch geändert: mal ist man selbstständig, mal angestellt. Eine
stärkere Berücksichtigung dieser Lebensphasendifferenzierung im
Sozialbereich, eine Anpassung der Pensions- und Lohnsteuersysteme,
wäre dringend notwendig. Rigide Strukturen, die
vergangenheitsorientiert sind, müssen in flexible Strukturen, die die
heutige Situation besser abbilden, umgewandelt werden, so Gregorits.

Rudolf Kemler ist überzeugt, dass die Grenzen fließend sind. Auch
als Manager braucht man eine unternehmerische Ader. Für ihn sind die
wirtschaftlichen Vernetzungen zwischen großen und kleinen Betrieben
wichtig. Z.B. arbeiten 15.000 KMUs mit ca. 45.000 Mitarbeitern mit
den drei größten ÖIAG-Firmen zusammen. Beide waren überzeugt, dass
eine Konstanz in der Wirtschaft nicht mehr möglich ist, Business
Modelle müssen in allen wirtschaftlichen Bereichen flexibel sein,
Gewinner sind die, die Veränderungsprozesse am schnellsten schaffen.
Dazu braucht es auch neue Finanzierungsmöglichkeiten (z.B.
Mezzanin-Kapital, Venture Capital etc.) für unternehmerisches
Wachstum und Expansion, wobei der Anteil dieser Finanzierungsformen
mit 0,01% des BIP in Österreich verschwindend gering ist.

"Wo kann Österreich seinen Platz in der globalen
Wertschöpfungskette finden?" fragt Kemler, um etwas besorgt in die
Zukunft zu blicken: "Wir verlieren leider Stück für Stück in den
internationalen Rankings." Hier wären innovative Arbeitsplätze und
ein investitionsfreundlicheres Klima notwendig. Kemler plädiert für
eine selektive Offensivpolitik: Sparen ja, aber derzeit vermitteln
wir damit eher eine allgemeine Abwehrhaltung.

Hier verorten Gregorits und Kemler ein grundsätzliches Problem.
Wer einmal fällt, ist gefallen. Eine Kultur des Scheiterns ist nicht
vorhanden, ganz im Gegensatz z.B. zu den USA, wo jedes Scheitern
einen Erfahrungsgewinn bedeutet.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5022

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