- 30.01.2014, 14:34:46
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Größte private Thermalbohrung in Österreich gestartet

Kaindorf (OTS) - Der steirische Obst&Gemüse Vermarkter Frutura,
startete in der Oststeiermark die größte private Thermalbohrung in
Österreich. Ziel ist es, in thermalwasserbeheizten Gewächshäusern
eine ökologisch nachhaltige Produktion von Tomaten, Paprika und
Gurken aus regionalem Anbau zu sichern!
"Gerade die Vorbereitungsarbeiten für diese erste Bohrung waren
sehr intensiv und bedurften vieler detaillierter Expertisen.
Insgesamt nahmen diese zwei Jahre in Anspruch", erklärt Univ.-Prof.
Dr. Johann Goldbrunner, beauftragter Geologe und Geothermieexperte
aus Graz.
Die Wärme kommt aus der Tiefe.
Bis auf 3.650 Meter muss gebohrt werden, um auf die
Thermalwassermenge von 60 l/s bei einer Wassertemperatur von
mindestens 110GradC zu stoßen.
Goldbrunner erklärt: "Dabei wird Thermalwasser zur Beheizung der
Gewächshäuser entnommen und mittels einer zweiten Bohrung wieder in
den Thermalstrom zurückgepumpt."
"Durch diese Technik ist eine Beeinträchtigung fremder
Wasserrechte sowie ein Druckverlust der Thermalwasserströme nicht zu
erwarten", attestiert Prof. Goldbrunner.
Strenge Überwachung durch das Land Steiermark.
Die steirischen Behörden haben für die Probebohrungen, als auch
für die zukünftigen Betriebsphasen einen Sachverständigen vor Ort
eingesetzt.
Um Probleme auszuschließen und höchstmögliche Sicherheit zu
gewährleisten, wurde dieser vom Land Steiermark beauftragt, mögliche
Auswirkungen durch die Bohrungen detailliert zu überwachen. Dies
geschieht mittels ständigen Kontrollen und regelmäßiger
Beweissicherung durch den Sachverständigen.
Probebohrung läuft derzeit nach Plan.
"Wir haben bereits die 1.200 Metermarke erreicht", freut sich
Bohrleiter Zoltan Toth, Geschäftsführer der Spezialfirma Top-Thermal.
"Wir können jeweils innerhalb von 5 Tagen maximal 500 Meter in die
Tiefe bohren. Danach muss das Bohrloch mit Zement ausgekleidet und
damit stabilisiert werden. Jede Unterbrechungen muss vermieden
werden, um eine Verschüttung des Bohrlochs zu verhindern" betont
Toth.
In drei Arbeitsschichten will man Mitte März in einer Tiefe von
3.650 Metern angelangt sein. "Es läuft bis jetzt alles reibungslos
und es sind keinerlei Komplikationen zu erwarten. Einzig die
Witterung und die Kälte ist für mein Team und mich eine große
Herausforderung", berichtet Toth weiter.
"Mit einer erfolgreichen Bohrung wäre dieses europaweit
einzigartige ökologische Vorzeigeprojekt zur nachhaltigen Nutzung von
Thermalenergie gesichert", so Projektleiter Bertram Mayer.
Die Produktion von Gemüse durch die Beheizung von Glashäusern mit
geothermischer Energie im Rahmen des Geothermie-Projektes der
Frutura, stellt somit eine umweltschonende, jederzeit verfügbare,
CO2-einsparende und rückstandsfreie Nutzungsform dar.
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