ORF in memoriam Karl Löbl: "matinee"-Doku, ORF-III-"Kultur Heute Spezial" mit letztem Interview u. a.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, Barbara Rett und Heinz Sichrovsky erinnern an die Kulturlegende

Wien (OTS) - Der ORF gedenkt des Kulturjournalisten, -kritikers und langjährigen Leiters der ORF-Kulturabteilung, Karl Löbl, der gestern, am Dienstag, dem 28. Jänner 2014, im Alter von 83 Jahren gestorben ist, mit folgenden Programmänderungen:

Heute, am Mittwoch, dem 29. Jänner, um 19.55 Uhr präsentiert ORF III ein 20-minütiges "Kultur Heute Spezial" mit dem letzten TV-Interview, das Karl Löbl vor zwei Monaten, genau am 28. November 2013, gegeben hat. Dieses Gespräch, das für ORF III im "Kultur Heute"-Studio stattfand, ist eingebettet in eine Rückschau auf den Karriereweg und Werdegang des legendären Doyens der Kulturkritik. Zu Wort kommen Freunde und Weggefährten sowie Kenner der Kulturszene. Im Studio begrüßt Ani Gülgün-Mayr den Kulturjournalisten und Moderator der ORF-III-Büchersendung "erLesen", Heinz Sichrovsky, der aus einer jahrzehntelangen Verbundenheit heraus an Löbl als einen der ganz Großen des österreichischen Kulturjournalismus erinnert, weiters ORF-III-Kulturexpertin Barbara Rett sowie ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz. Außerdem präsentiert Ani Gülgün-Mayr das Beste aus der ORF-III-Sendung "erLesen", in der sich Karl Löbl im Sommer 2013 ein pointiertes Wortgefecht mit Theaterimpresario Paulus Manker lieferte.

Die ORF-"matinee" am Sonntag, dem 2. Februar, zeigt in memoriam Karl Löbl um 9.05 Uhr in ORF 2 einen rund 30-minütigen Nachruf mit dem Titel "Karl Löbl - Erinnerungen an einen Unbestechlichen" von Karina Fibich, die bis in die 60er Jahre zurückreichende filmische Erinnerungen kurzweilig zusammenfasst. Wichtige berufliche Stationen als Printjournalist, seine Tätigkeit bei Radio und Fernsehen - vom "Kulturjournal" über "Lieben Sie Klassik?" bis zu den legendären Berichten -"Nach der Premiere" - kommen ebenso vor wie einige der von Löbl am meisten geschätzten Künstler. ORF III wiederholt die Sendung am selben Tag um 13.15 Uhr.

Das Kulturradio Ö1 präsentiert einen "Klassik Treffpunkt" am Samstag, dem 1. Februar, um 10.05 Uhr, in dem Otto Brusatti an den Ö1-Moderator und Sendungsgestalter von "Lieben sie Klassik?" und "Klassik Treffpunkt" erinnert. Zu Gast ist der Pianist und Dirigent Boris Bloch.

Zur Person Karl Löbl

Karl Löbl war einer der prägendsten österreichischen Kulturjournalisten und schrieb als ORF-Kulturchef (1980 bis 1995) sowie Musik-, Theater- und Opernkritiker ORF-TV- und -Radiogeschichte. Legendär sind seine Sendungen wie das in TV und Radio ausgestrahlte Format "Lieben Sie Klassik?", die TV-Kritik "Nach der Premiere" (1986 bis 1998), in der er seinen Kommentar während des Schlussapplauses live vom Balkon aus abgab, oder der Ö1-"Klassik Treffpunkt" (1995 bis 2003).

Geboren am 24. Mai 1930 in Wien, begann Karl Löbl seine Laufbahn als Musikkritiker bei der "Weltpresse", wechselte als Kulturchef zu "Bild-Telegraf" und "Express" und schließlich zum "Kurier", wo er 1975 die Chefredaktion übernahm. 1955 heiratete er die Kulturredakteurin Hermine (Hermi) Kronfeld, die ihm bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 eine kongeniale Partnerin war. Die Kinder Michael und Eva entstammen dieser 57 Jahre währenden Ehe.
Von 2006 bis 2012 verfasste Löbl vorwiegend Musik- und TV-Kritiken, seit 2012 Programmtexte für die Wiener Staatsoper sowie eine CD/DVD-Kolumne für die "Bühne". Daneben veröffentlichte er Bücher und Tonträger. Für seine Leistungen wurde der Kulturdoyen u. a. mit der Nicolai-Medaille in Gold der Wiener Philharmoniker ausgezeichnet, weiters mit dem Renner-Preis für journalistische Unabhängigkeit sowie mit dem Rudolf-Henz-Ring der "Wiener Zeitung".

Erst sehr spät konnte Karl Löbl dazu gebracht werden, sich mit seinem eigenen Leben zu beschäftigen. Als dieses sich bereits dem Ende zuneigte, ging er daran, seine Biografie zu verfassen. In der Folge ließ ihn das Bücherschreiben nicht mehr los. Im Februar 2013 veröffentlichte er seine Erinnerungen "Der Balkonlöwe", im November darauf folgte "Nach den Premieren", sein Rückblick auf 70 Jahre Wiener Staatsoper. Sein letztes Werk, die kurz vor Veröffentlichung stehende Biografie, "'Ich war kein Wunder!' Herbert von Karajan -Legende und Wirklichkeit", wird Karl Löbl nicht mehr in Händen halten können, aber die Kulturkritik wird auch künftig an ihm Maß nehmen müssen.

Weitere "matinee"-Sendungen am 2. Februar: Porträts zum 90. Geburtstag von Hilde Sochor und 85. Geburtstag von Waldemar Kmentt, Rückblick auf die Kulturwoche

Im Anschluss an den Nachruf auf Karl Löbl würdigt die "matinee" am Sonntag, dem 2. Februar, zwei weitere Große ihres Fachs: Um 9.35 Uhr steht die Dokumentation "Hilde Sochor - Das Leben brennt heut' wieder sehr" anlässlich des 90. Geburtstags der Volksschauspielerin (am 5. Februar) auf dem Programm von ORF 2. Im rund 30-minütigen Porträt ihres Sohnes, des Theatermachers und Schauspielers Paulus Manker, wechseln Privates und Berufliches einander mühelos ab. Die scheinbar anarchistische Aufmüpfigkeit des Sohnes wird von einer überaus schlagfertigen Mutter weit überflügelt.
Im Anschluss, um 10.05, Uhr ehrt der ORF den österreichischen Tenor Waldemar Kmentt: "Eine Stimme - Ein Leben: Waldemar Kmentt zum 85. Geburtstag" heißt die Dokumentation von Karina Fibich, die die außergewöhnliche Karriere des Wiener Kammersängers beleuchtet und ausgewählte musikalische Höhepunkte daraus zeigt. Vom lyrischen Tenor des legendären Wiener Mozartensembles der Nachkriegszeit zum Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper erarbeitete sich der Jubilar, der am 2. Februar 85 Jahre alt wird, im Laufe seines Werdegangs mehr als 80 Opern- und Operettenrollen.
Abschließend, um 10.20 Uhr, bringt die "matinee" einen Rückblick auf die ausklingende Kulturwoche.

Die gesamte "matinee" ist am Sonntag als Servicewiederholung ab 13.15 Uhr in ORF III zu sehen, ebenso sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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