Zum Tod von Karl Löbl

Wien (OTS) - Die Wiener Staatsoper trauert um den legendären Kulturjournalisten Karl Löbl, der 83-jährig seinem Krebsleiden erlegen ist. 70 Jahre lang war er dem Haus als Zuschauer, Kritiker, Partner, Matineengestalter und Programmheftautor verbunden.

Karl Löbl hat sechs Jahrzehnte lang das österreichische Musikleben journalistisch beobachtet, begleitet und auch beeinflusst wie kaum ein anderer. "Wir sind sehr traurig, weil wir mit Karl Löbl einen umtriebigen Opernliebhaber, einen seriösen Opernkenner und einen einzigartigen Opernbotschafter verloren haben", so Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Von Künstlern und Managern gefürchtet und geschätzt gleichermaßen war er Garant dafür, dass Musik und Oper über mehrere Generationen hinweg in Hörfunk, Fernsehen und Printmedien im wahrsten Sinne des Wortes Gehör verschafft wird. GMD Franz Welser-Möst: "Seine Schärfe im Urteil war ein Ausdruck seiner Liebe zur Kunst und den Künstlern."
Vor 70 Jahren besuchte Karl Löbl erstmals eine Vorstellung der Wiener Staatsoper. Mehrere Dekaden lang berichtete er im Laufe seiner abwechslungsreichen journalistischen Laufbahn über Staatsopernvorstellungen für das ORF-Fernsehen und -Radio sowie als Musikkritiker verschiedener Zeitungen. Während der Direktionszeit von Ioan Holender gestaltete und moderierte er mehrere Jahre u. a. die Matineen "Vor der Premiere" auf der Bühne der Wiener Staatsoper. Regelmäßig schrieb er Beiträge für Programmhefte, CD-Booklets und das Monatsmagazin der Wiener Staatsoper.
Bis zuletzt war Karl Löbl der Wiener Staatsoper aufs Engste verbunden. Seit mehreren Monaten besuchte er zwar keine Vorstellungen mehr im Haus, verfolgte aber alle angebotenen Aufführungen via Livestream. Sein letzter "Auftritt" an der Wiener Staatsoper war im September 2013 in der Matinee "Positionslichter" von GMD Franz Welser-Möst, bei der er in seiner gewohnt pointierten Art über "Musikkritik" am Podium mitdiskutierte. Sein letzter publizistischer Beitrag ist erst vergangenen Sonntag im Programmheft zur Neuproduktion von "Rusalka" erschienen.
Die Bedeutung, die die Oper - und speziell die Wiener Staatsoper -für Karl Löbl hatte, spiegelt sich in komprimierter Weise in den beiden 2013 erschienenen Büchern wider: "Der Balkonlöwe" und "Nach den Premieren - Mein Leben in und mit der Oper". In letzterem schließt er das Kapitel "Ein ganz persönliches Finale", und somit das Buch, mit den Worten: "... wie schön es war, ein Leben nicht nur mit geliebten Menschen, sondern auch mit viel Oper - mehr noch: mit viel Musik verbringen zu dürfen".

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