• 28.01.2014, 23:00:18
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Zum Tod von Karl Löbl

Wien (OTS) - Die Wiener Staatsoper trauert um den legendären
Kulturjournalisten Karl Löbl, der 83-jährig seinem Krebsleiden
erlegen ist. 70 Jahre lang war er dem Haus als Zuschauer, Kritiker,
Partner, Matineengestalter und Programmheftautor verbunden.

Karl Löbl hat sechs Jahrzehnte lang das österreichische Musikleben
journalistisch beobachtet, begleitet und auch beeinflusst wie kaum
ein anderer. "Wir sind sehr traurig, weil wir mit Karl Löbl einen
umtriebigen Opernliebhaber, einen seriösen Opernkenner und einen
einzigartigen Opernbotschafter verloren haben", so
Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Von Künstlern und Managern
gefürchtet und geschätzt gleichermaßen war er Garant dafür, dass
Musik und Oper über mehrere Generationen hinweg in Hörfunk, Fernsehen
und Printmedien im wahrsten Sinne des Wortes Gehör verschafft wird.
GMD Franz Welser-Möst: "Seine Schärfe im Urteil war ein Ausdruck
seiner Liebe zur Kunst und den Künstlern."
Vor 70 Jahren besuchte Karl Löbl erstmals eine Vorstellung der Wiener
Staatsoper. Mehrere Dekaden lang berichtete er im Laufe seiner
abwechslungsreichen journalistischen Laufbahn über
Staatsopernvorstellungen für das ORF-Fernsehen und -Radio sowie als
Musikkritiker verschiedener Zeitungen. Während der Direktionszeit von
Ioan Holender gestaltete und moderierte er mehrere Jahre u. a. die
Matineen "Vor der Premiere" auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Regelmäßig schrieb er Beiträge für Programmhefte, CD-Booklets und das
Monatsmagazin der Wiener Staatsoper.
Bis zuletzt war Karl Löbl der Wiener Staatsoper aufs Engste
verbunden. Seit mehreren Monaten besuchte er zwar keine Vorstellungen
mehr im Haus, verfolgte aber alle angebotenen Aufführungen via
Livestream. Sein letzter "Auftritt" an der Wiener Staatsoper war im
September 2013 in der Matinee "Positionslichter" von GMD Franz
Welser-Möst, bei der er in seiner gewohnt pointierten Art über
"Musikkritik" am Podium mitdiskutierte. Sein letzter publizistischer
Beitrag ist erst vergangenen Sonntag im Programmheft zur
Neuproduktion von "Rusalka" erschienen.
Die Bedeutung, die die Oper - und speziell die Wiener Staatsoper -
für Karl Löbl hatte, spiegelt sich in komprimierter Weise in den
beiden 2013 erschienenen Büchern wider: "Der Balkonlöwe" und "Nach
den Premieren - Mein Leben in und mit der Oper". In letzterem
schließt er das Kapitel "Ein ganz persönliches Finale", und somit das
Buch, mit den Worten: "... wie schön es war, ein Leben nicht nur mit
geliebten Menschen, sondern auch mit viel Oper - mehr noch: mit viel
Musik verbringen zu dürfen".

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