Pressekonferenz zur österreichweiten Elternumfrage an kath. Privatschulen

Eltern für Eltern

Wien (OTS) - Im Presseclub Concordia gab der Hauptverband Katholischer Elternvereine Österreichs ("HVKEV") heute Mittag eine Pressekonferenz. Die Ergebnisse der Ende 2013 durchgeführten Umfrage unter den Eltern der rund 70.000 Kinder an katholischen Privatschulen in Österreich wurden bekannt gegeben.

Die Befragung erfolgte online mittels standardisiertem Fragebogen mit 23 Fragen zu Schulwahl, Schulorganisation sowie Einstellungen und Meinungen mit offener Antwortmöglichkeit.

5.234 gültige und vollständig beantwortete Fragebögen von 70.000 vergebenen TAN-Zugängen bedeuten eine hohe Rücklaufquote von 7,5%.

Wiewohl die Detailauswertungen noch im Laufen sind, ergeben sich derzeit schon folgende Kernaussagen:

  • Hohe Zufriedenheit mit der Qualität an den Katholischen Privatschulen
  • Motive zur Wahl einer Katholischen Privatschule nach Kriterien gutes Schulklima, Schulschwerpunkte und Angebote zur individuellen Förderung der SchülerInnen
  • Entscheidungsfreiheit und Auswahl der Schultypen nach eigener Einschätzung in Bezug auf Talent und Stärke des eigenen Kindes -keine Normkinder
  • Nein zur verpflichtenden Nachmittagsbetreuung
  • Wunsch nach hochqualifizierten, engagierte und wertschätzende LehrerInnen

Die Präsidentin des HVKEV, DI Anne Mautner Markhof, betonte "die aus der Umfrage ersichtliche hohe Zufriedenheit mit den Katholischen Privatschulen erfreut uns, ist aber auch ein Auftrag noch besser zu werden".

"Eltern wollen in erster Linie Mitsprache, ein besseres Miteinander von Eltern und Schule sowie gute LehrerInnen" war eine klare Erkenntnis der Umfrage so Vizerektor Prof. Mag. Dr. Thomas Krobath MAS/ KPH Wien/Krems.

Der HVKEV werde, ausgehend von den Ergebnissen, einen Ziel- und Maßnahmenkatalog für die Schulerhalter/Schulleitungen von katholischen Privatschulen (z.B. Entwicklung und Ausbau von Feedbackkultur an Schulen) und für das BMUKK (z.B. Modernisierung/Ergänzung der Lehrpläne) erarbeiten, so die Präsidentin weiter.

Zur Umfrage im Detail:

Lebensbereiche / Werte

Die Eltern von SchülerInnen an den katholischen Privatschulen bewerten die Familie - im Vergleich zum europäischen Durchschnitt -überproportional hoch. Für 98 % (Österreich-Durchschnitt: 79 %) ist die Familie von hoher Bedeutung. Ebenso sind Arbeit sowie Freizeit für die befragten Eltern leicht wichtiger als im Bevölkerungsvergleich. Der soziale Nahraum als mikrosozialer Lebensbereich erhält dadurch große Bedeutung.

Schulzufriedenheit

Die Befragten sind mit der Qualität der katholischen Privatschulen insgesamt zufrieden. 67 % der Befragten würden ihr Kind sicher wieder in diese Privatschule schicken, weitere 27 % wahrscheinlich.

Motive für die Schulwahl

Die Gründe, eine katholische Privatschule zu wählen, liegen vor allem im positiven Schulklima, in der individuellen Ausbildung / Förderung der SchülerInnen, aber auch in den angebotenen Schwerpunktthemen und darin, dass es wenig Gewalt unter SchülerInnen gibt. Wesentlich sind außerdem das soziale Engagement der Schulgemeinschaft sowie das Engagement der Lehrpersonen. Die Prozentsätze zu diesen Motiven liegen jeweils über 90 %.

Einstellungen und Meinungen zu gemeinsamer Schule und Ganztagsschule

Wenig überzeugt sind die Befragten von einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen - es wird von 53 % der Befragten eine Nivellierung des Leistungsniveaus nach unten befürchtet. Erhöhte Chancengleichheit und soziale Durchlässigkeit werden eher angezweifelt (40 % der Befragten glauben nicht daran). Ebenso wird die Ganztagsschule (mit verpflichtender Nachmittagsbetreuung), egal ob in verschränkter Form (74 %) oder mit Freizeitangebot am Nachmittag (69 %) von einer großen Mehrheit abgelehnt. Es zeigt sich, dass die Option der Nachmittagsbetreuung jedoch auf jeden Fall vorhanden sein sollte: 85 % der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Nachmittagsbetreuung freiwillig und bei Bedarf möglich sein soll.

Freie Antworten

Mehr als ein Viertel der Befragten (28 %) nutzten die Möglichkeit, im Rahmen einer freien Antwort noch Anmerkungen zu weiteren, im standardisierten Fragebogen nicht abgebildeten, Bereichen zu machen. Von vielen Erziehungsberechtigten wird nochmals verstärkt der Wunsch nach Individualisierung und Förderung eingebracht, auch mehr Bewegung und Sport wird gewünscht. Die Qualität an den Schulen wurde ebenfalls thematisiert: Viele Befragte wünschen sich Qualitätssicherung des Unterrichts bzw. des eingesetzten Lehrpersonals. In den freien Antworten spielen christliche und soziale Werte eine große Rolle und waren bei der Entscheidung, das eigene Kind in eine katholische Privatschule zu schicken, von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Die Erwartungen an Privatschulen, was Auswahl der LehrerInnen, Ausstattung, Unterrichtsmethoden und Gestaltung des Nachmittagsunterrichts betrifft, sind häufig sehr konkret. Bemängelt wird neben veralteten Lehrplänen vor allem die teilzentralisierte Reife- und Diplomprüfung. Erwähnt wird häufig noch der Leistungsdruck, der bereits in den Volksschulen spürbar ist.

Rückfragen & Kontakt:

Hauptverband Katholischer Elternvereine Österreichs
Fr. DI Anne Mautner Markhof; Tel.: +43 0664 40 15 626;
Email: office@hvkev.at; Homepage: www.hvkev.at

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