35 Jahre pro:woman, Ambulatorium am Fleischmarkt, 20 Jahre Zentrum für Vasektomie

Wien (OTS) - 35 Jahre ist es her, dass Österreichs wohl bekannteste Klinik für Schwangerschaftsabbrüche eröffnet wurde und seit 20 Jahren werden im Zentrum für Vasektomie am Wiener Fleischmarkt auch männliche Klienten behandelt.

Viele kennen die Adresse, vielleicht aus eigener Erfahrung oder sie ist einfach "ein Begriff": pro:woman, das Ambulatorium am Fleischmarkt.

Schwangerschaftsabbruch 1975-1979-2014

Bereits 1973 wurde die rechtliche Grundlage für die Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs geschaffen, die sogenannte Fristenregelung im Parlament beschlossen. Das Gesetz trat Anfang 1975 in Kraft und somit war die Zeit der "Engelmacherinnen" vorbei. Kurz darauf, 1976 wurde zunächst in einer kleinen Ordination der Grundstein für das Ambulatorium am Fleischmarkt gelegt und somit fanden erstmals in Österreich Schwangerschaftsabbrüche auf rechtlicher Grundlage und nach modernen medizinischen Richtlinien statt. Die Nachfrage wurde grösser und schon 1979 wurde das Ambulatorium an seinem heutigen Standort am Fleischmarkt 26 in der Wiener Innenstadt eröffnet. Seit damals ist es als private Tagesklinik und Krankenanstalt registriert. 1994 entstand das Zentrum für Vasektomie und 2006 wurde aus dem "Ambulatorium am Fleischmarkt" das heutige pro:woman Ambulatorium.

Gestern wie heute ist pro:woman Österreichs erfahrenste Anlaufstelle rund um die Themen Familienplanung, Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch und somit täglicher Begleiter von Frauen in einer schwierigen Lebenssituation. "Professionelle psychologische Beratung und medizinisch modernste Behandlungsmöglichkeiten stehen bei uns im Mittelpunkt", so Elke Graf, Leiterin des Ambulatoriums. "Frauen brauchen erfahrene, bestens ausgebildete Begleiterinnen und einfühlsame, persönliche Betreuung, die weder wertet noch beeinflusst. An unserer Telefon-Hotline stehen erfahrene Mitarbeiterinnen 24 Stunden pro Tag mit Rat und Tat Hilfe suchenden KlientInnen zur Verfügung. Jährlich werden mehr als 12.000 Anfragen beantwortet. Mit der Registrierung als Krankenanstalt sind außerdem die höchsten Auflagen in Bezug auf Hygiene und Einsatz bestqualifizierter ärztlicher und pflegerischer Expertinnen und Experten verbunden."

Liberales Gesetz in Österreich

Im Vergleich zu Deutschland entscheidet die Frau alleine, ob sie eine Schwangerschaft abbrechen will oder nicht. Zwingende Beratungsgespräche (außer medizinischer Natur) gibt es hierzulande ebenso wenig wie die sogenannte "Cool-Off-Phase", in der Frauen zwangsweise über ihre Entscheidung nachdenken müssen.
Dennoch ist das Gesetz umstritten, Forderungen feministischer Kreise nach der völligen Abschaffung des Gesetzes selbst stehen jenen für die Einführung der deutschen, restriktiveren Indikationenregelung gegenüber.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch nimmt zu

Geändert haben sich die Möglichkeiten, eine Schwangerschaft abzubrechen. Hat es im Gründungsjahr des Ambulatoriums 1979 ausschließlich operative Behandlungsmöglichkeiten gegeben, steht seit 1999 bei pro:woman auch die Möglichkeit des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs zur Verfügung.

Rund ein Viertel aller Frauen nimmt diese Variante in Anspruch. Die Vermeidung einer Operation inklusive Narkose sowie die Möglichkeit, eine Schwangerschaft bereits in einem sehr frühen Stadium mittels Medikamenten abzubrechen bewegen die Frauen zu dieser Wahl. Voraussetzung für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch ist, dass er in einer Krankenanstalt vorgenommen wird. pro:woman erfüllt als eine der wenigen privaten Einrichtungen diese strenge gesetzliche Bedingung.

Anteil der 14 bis 19-jährigen Frauen wieder rückläufig

"Hat sich zwischen 2005 und 2009 der Anteil jugendlicher Frauen dramatisch von 4 % auf knapp über 12 % erhöht, sieht das Ambulatorium seit 2010 erfreulicherweise wieder rückläufige Klientenzahlen in dieser Altersgruppe.", so Graf. "Derzeit sind 9,5 % unserer Klientinnen zwischen 14 und 19 Jahre alt. 23 % sind zwischen 20 und 24 Jahre alt und rund 41 % sind im Alter zwischen 25 und 34.

Nachfrage nach Vasektomie steigt weiter

Die Vasektomie, neben dem Kondom die einzige Verhütungsmethode für den Mann, erfreut sich nach wie vor steigender Beliebtheit unter Österreichs Männern.

Vornehmlich sind es Männer in stabilen ehelichen Beziehungen, die sich einer Vasektomie unterziehen. Ist der Kinderwunsch abgeschlossen, ist die Unterbindung der Samenleiter tatsächlich eine gute Alternative zur "weiblichen" Verhütung. Die kurze Operationsdauer (rund 20 Minuten benötigen die erfahrenen Operateure bei pro:woman für den Eingriff) und die minimal invasive Operationsmethode veranlasst viele Männer dazu, die Verantwortung für die Verhütung innerhalb ihrer Beziehung zu übernehmen.

"Viele Frauen haben irgendwann genug von Pille und Co und wünschen sich die geteilte Verantwortung für das Thema Familienplanung", so Graf. Die Vorteile der Vasektomie liegen auf der Hand: Sie ist neben der Sterilisation der Frau die sicherste aller verfügbaren Verhütungsmethoden und gefürchtete Nebenwirkungen wie ein Ende der Potenz oder gar der Hormonproduktion werden zwar oft vermutet, gehören jedoch in das Reich der Mythen.

Auch der Blick aufs Haushaltsbudget lohnt sich: Vergleicht man die monatlichen Kosten für die Pille mit den Kosten für eine Vasektomie, so hat sich die Vasektomie bereits nach rund drei Jahren amortisiert.

Forderung nach Präventivmaßnahmen und kostenloser Verhütung für alle Frauen

"Keine oder ungeeignete Verhütung sind die Gründe für eine ungewollte Schwangerschaft. Das Wissen um Verhütungsmittel, aber auch den eigenen Körper und die eigene Fruchtbarkeit ist immer noch zu gering und führt sehr oft zur ungeplanten Schwangerschaft", so Elke Graf.

"Speziell für junge Mädchen muss es gezielte Aufklärungsarbeit durch ExpertInnen und kostenlose Verhütung geben. Gefordert sind sowohl Eltern als auch öffentliche Institutionen, das System der Aufklärung und Familienplanung auf eine nachhaltige und zeitgemäße Basis zu stellen. Der Schwangerschaftsabbruch kann nie völlig verhindert werden, aber Abbruchsraten könnten mit geeigneten präventiven Maßnahmen wesentlich reduziert werden. Richtige Sexualerziehung und der rasche und kostenlose Zugang zu Verhütungsmitteln hätten eindeutig einen positiven Effekt auf den Wissensstand und das Risikobewusstsein unter Sexualpartnern."

Rückfragen & Kontakt:

pro:woman Ambulatorium
Sexualmedizin und Schwangerenhilfe
Zentrum für Vasektomie
Ansprechpartner: Elke Graf
1010 Wien , Fleischmarkt 26
Telefon: 01/512 96 31
Fax: 01/512 96 31-210
E-Mail: elke.graf@prowoman.at
Websites: www.prowoman.at, www.proU.at, www.provasektomie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0001