Junge Industrie fordert Bundesrahmengesetz für Kindergärten

JI-Vorsitzende Niss: Qualität frühkindlicher Bildung darf nicht vom Wohnsitz abhängen - Österreich hat Anschluss an Europa verpasst - Mehr Investitionen notwendig

Wien (OTS) - "Es kann nicht sein, dass die Qualität frühkindlicher Bildungseinrichtungen in Österreich immer noch vom Wohnort abhängt. Wir brauchen dringend ein Bundesrahmengesetz zur Sicherung der Qualität und Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen für alle österreichischen Kindergärten", so die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Dr. Therese Niss, heute, Freitag, mit Blick auf die Pressekonferenz des Dachverbandes der Berufsgruppen der Kindergarten-und HortpädagogInnen (ÖDKH). "Wir müssen gerade in diesem Bereich den Föderalismus-Wahnsinn beenden. Außerdem brauchen wir in diesem Bereich dringend mehr Investitionen." Auf lange Sicht würde dies sogar Geld sparen, so Niss: "Derzeit müssen wir viel Geld aufwenden, um später halbwegs auszubügeln, was unser Bildungssystem nicht schafft. Auch die Unternehmen müssen viel Geld in die Hand nehmen, um beispielsweise Lehrlinge überhaupt erst fit für den Arbeitsmarkt zu machen - das ist eigentlich Aufgabe des Bildungssystems."

Alle Bildungswissenschaftler und -experten seien sich einig, dass Hort und Kindergarten unbedingt als erste Bildungseinrichtungen verstanden werden müssten. "In Sonntagsreden bekennt sich auch die Politik zum Kindergarten als Bildungsinstitution - nur müssen wir dann auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen", wie Niss forderte. So sei Österreich mittlerweile auch das einzige Land in der EU, das keine Ausbildung auf tertiärem Niveau für Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen vorsehe. "Eine ordentliche Ausbildung muss auch mit einer adäquaten Entlohnung einhergehen, das muss uns das Wohl unserer Kinder aber auch wert sein." Es sei zwar bis zu einem gewissen Grad verständlich, wenn seitens der Politik immer wieder zu hören sei, dass eine solche Umstellung nicht von heute auf morgen möglich sei. "Aber umso wichtiger wäre einmal das grundsätzliche Bekenntnis der Politik, sich das verpflichtende Ziel zu setzen, auch im Bereich der frühkindlichen Bildung endlich zumindest europäische Standards zu erreichen. Exzellenz wäre besser, aber das wäre derzeit wohl zu viel verlangt."

Mehr Flexibilität brauche es bei den Öffnungszeiten, dies sei "alleine für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf" notwendig, so Niss, die daher forderte: "Die Öffnungszeiten von Hort und Kindergarten sollten sich nach den Arbeitszeiten richten und nicht umgekehrt." Die JI hatte bereits Ende 2011 gemeinsam mit dem Dachverband der Berufsgruppen der Kindergarten- und HortpädagogInnen (ÖDKH) einen Forderungskatalog für grundlegende Reformen im Bereich der frühkindlichen Bildung vorgelegt.

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