Wissenschaftliches Gutachten bestätigt geringe 'Risikogeneightheit' der MEL vor Ausbruch der Immobilien- und Finanzkrise

Wien (OTS) -

  • Gutachten von Universitätsprofessoren der WU - Wien: Darstellung der MEL als weniger "risikogeneigtes" Papier von Juni 2003 bis Juni 2007 war korrekt
  • Ex post Betrachtung der MEL - "Risikogeneigtheit" nach Erkenntnissen durch globale Immobilien- und Finanzkrise für Gerichtsentscheidungen nicht zulässig
  • Studie wichtig für MEL - Zivilverfahren: Bisher entschieden viele Gerichte 'freihändig' in dieser Frage
  • Juristisches Problem der unhaltbaren ex post Risikobewertung von Finanzprodukten durch Gerichte weist über MEL - Diskurs hinaus
  • Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl: "Begegnen emotionalem MEL-Diskurs mit wissenschaftlichen Fakten" In zivilrechtlichen MEL - Verfahren und entsprechenden

Gerichtsurteilen steht u.a. die Frage, der "Risikogeneigtheit" der MEL-Zertifikate im Fokus. Der Begriff "Risikogeneigtheit" ist jedoch eine bislang weder begrifflich bestimmte noch empirisch untersuchte Kategorie. Die dahinterliegende Frage mit der sich die Gerichte beschäftigen, ist also primär: Wurden MEL - Wertpapiereigenschaften, also auch die Risiken eines möglichen Investments, korrekt dargestellt.

Nahezu alle klagsstattgebenden Gerichtsentscheidungen werden in diesem Zusammenhang auf der Basis einer ex post Betrachtung, also auf der Grundlage nachträglichen Wissens, gefällt. Dies ist objektiv unzulässig. Denn die korrekte Darstellung der Eigenschaften eines Wertpapiers kann nur von den Informationen abgeleitet werden, die zum jeweiligen Ankaufszeitpunkt verfügbar sind. Es ist unmöglich die Zukunft vorherzusagen. Die juristische Debatte um MEL läuft durch die Praxis der gerichtlichen ex post Betrachtungen Gefahr, sich von diesen wirtschaftswissenschaftlichen Tatsachen zu lösen, sich von den Fakten abzukoppeln; ein gravierendes rechtsstaatliches Problem.

Geringe MEL - "Risikogeneigtheit" vor Immobilien- und Finanzkrise

Die Professoren der Wirtschaftsuniversität Wien, Stefan Bogner und Stefan Pichler haben nun die tatsächliche "Risikogeneigtheit" der MEL Zertifikate einer wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen für die ein umfassender Vergleich mit anderen Wertpapieren notwendig war. Das Ergebnis: "Die Darstellung der MEL als eine Veranlagung, die weniger "risikogeneigt" ist als andere Aktien, bzw. Zertifikate, Aktienindizes, die meisten Immobilienindizes und Anleiheindizes für lange Laufzeiten kann im Beobachtungszeitraum (30.06.2003 bis 30.06.2007; Anm) [...] für alle Untersuchungszeiträume bestätigt werden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse für Gerichte relevant

Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl: "Wir setzen unsere Strategie der faktenbezogenen, rationalen Antworten auf einen emotional geführten MEL - Diskurs fort. Daher veröffentlichen wir die aktuelle Studie und werden diese in den Anlegerverfahren bei Gericht einbringen. Es ist notwendig und wichtig - auch für den Wirtschaftsstandort Österreich - dass sich die heimischen Gerichte bei der Beurteilung wirtschaftlicher Fragen auf der Grundlage der relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse bewegen und sich nicht vorbehaltlos auf emotionalen Behauptungen stützen." Weinzierl betonte, dass dieser Aspekt weit über den MEL - Diskurs hinausweise:
Es könne nicht sein, dass sich gerichtliche Entscheidungen von wissenschaftlichen Erkenntnissen abkoppeln.

Executive Summary des Gutachtens

Die Meinl Bank veröffentlicht im Folgenden das executive statement des Gutachtens der beiden Wissenschaftler der Wirtschaftsuniversität Wien:

"Risikogeneigtheit von Meinl European Land Limited - Zertifikate

Executive Statement

Die Universitätsprofessoren Stefan Bogner und Stefan Pichler wurden von der Meinl Bank AG mit der Erstellung eines Gutachtens zur Beurteilung der "Risikogeneigtheit" von Meinl European Land Limited (MEL) - Zertifikate beauftragt.

Eine Beurteilung oder Einschätzung der Risikogeneigtheit eines Wertpapiers ist immer nur auf Basis der ex-ante (also zum Betrachtungszeitpunkt) verfügbaren Informationen möglich. Es ist eben unmöglich die Zukunft vorherzusagen. Folglich ist es auch nicht möglich, von einem ex-post Wertverlauf eines Wertpapiers auf eine falsche ex-ante Risikoeinschätzung zu schließen.

In dieser Analyse wird die Risikogeneigtheit von MEL für verschiedene hypothetische Investitionszeitpunkte in der Vergangenheit mit der Risikogeneigtheit zahlreicher anderer Veranlagungsformen (Immo-Aktien und andere Aktien, Zertifikate und Indizes, in- und ausländische Anleihen sowie Gold) verglichen. Das ermöglicht eine sehr gute relative Einordnung der Risikogeneigtheit der MEL.

Die Messung der Risikogeneigtheit erfolgt durch die Berechnung einer Reihe unterschiedlicher Risikomaße (Volatilitäten, Value-at-Risk, Expected Shortfall, Shortfall Wahrscheinlichkeit sowie Maximum Drawdown), die das gesamte Spektrum der in Wissenschaft und Praxis etablierten Risikomaße sehr gut abdecken.

Die durchgeführten Analysen zeigen in Bezug auf die jeweils gewählten Vergleichsveranlagungen klar, dass die Risikogeneigtheit von MEL teilweise deutlich geringer war als andere Veranlagungen in Aktien oder mit Aktien vergleichbare Veranlagungsformen. Teilweise lag die Risikogeneigtheit der MEL sogar im Bereich langfristiger Anleiheinvestments. Dabei zeigt sich, dass die Risikogeneigtheit von MEL vor allem dann als besonders gering einzustufen war, wenn Risikomaße verwendet wurden, die sehr stark auf Extremereignisse abzielen (Value-at-Risk, Maximum Drawdown).

Die Darstellung der MEL als eine Veranlagung, die weniger "risikogeneigt" ist als andere Aktien bzw. Zertifikate, Aktienindizes, die meisten Immobilienindizes und Anleiheindizes für lange Laufzeiten kann im Beobachtungszeitraum auf Basis dieser Untersuchungen für alle Untersuchungszeiträume bestätigt werden. Bei den hier gewählten Zeitpunkten zur Beurteilung der Risikogeneigtheit der MEL-Zertifikate folglich auch im Lichte der sich Mitte 2007 anbahnenden globalen Immobilien und Finanzkrise waren auf Basis der ex-ante verfügbaren Informationen keine Ereignisse absehbar, die eine wesentliche Änderung dieser Risikoeinschätzung erkennbar gemacht hätten."

Hintergrundinformationen:

Soziale Vergleiche der Meinl Bank für unerfahrene Kleinanleger Unabhängig von den bisherigen Gerichtsentscheidungen hat die Meinl Bank im Sommer 2010 als einziges österreichisches Institut gemeinsam mit der Bundesarbeiterkammer ein richtungsweisendes Modell für soziale Vergleiche für Kleinanleger entworfen und seither umgesetzt. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise entstandene Kursverluste unerfahrener Kleinanleger können damit abgemildert werden. Bislang wendete die Bank für 6.139 Anleger rund EUR 31,9 Mio. auf. Die Meinl Bank ist damit das einzige Bankinstitut Österreichs, das ein derartiges klares Signal für soziale Verantwortung setzt.

Die Anzahl der MEL Zivilverfahren hat sich indessen deutlich verringert, waren es mit Jahresende 2010 rund 2.700 Verfahren, belief sich die Zahl mit Jahresende 2011 auf 1.800, mit Jahresende 2012 auf 1.464 und mit Jahresende 2013 waren es 1.252 offene Zivilverfahren. Mit Rückstellungen von rund EUR 18 Mio (Stand Jahresende 2012) hat das Institut entsprechend den relevanten Gesetzten und Regeln vorgesorgt.

Meinl Bank AG

Die Meinl Bank bietet als Privatbank Leistungen im Bereich Corporate Finance, Fondsmanagement sowie privater und institutioneller Vermögensverwaltung an. Mit der Julius Meinl Investment GmbH verfügt die Meinl Bank über eine eigene Investmentfondsgesellschaft. Die Meinl Bank steht eigenständig auf einem starken ökonomischen Fundament, die Eigenmittel des Instituts sind mit 17% mehr als doppelt so hoch wie die gesetzlich vorgeschriebene Eigenmittelunterlegung. Damit ist die Bank für die Zukunft gut positioniert.

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