Maiswurzelbohrer: Umrüstung der Bauern auf Bio-Pflanzenschutz läuft auf Hochtouren

Nun empfiehlt auch Landwirtschaftskammer Nematoden statt Chemie

Graz/Wien (OTS) - Während die Temperaturen nun doch noch winterlich werden, rüsten sich die steirischen Maisbauern schon für die nächste Anbausaison - erstmals ohne die umstrittenen Neonicotinoide. Die steirische Landwirtschaftskammer hat bisher 13 Veranstaltungen organisiert, wo die Maisbauern über die Anwendung des Nematodenmittels "dianem" informiert wurden - dem nunmehr einzigen in Österreich zugelassenen Mittel zur Bekämpfung der Maiswurzelbohrerlarven. Das Interesse an den Veranstaltungen war enorm: Bis zu 200 Bauern waren mitunter anwesend, insgesamt an die 2000 Maisbauern.

Bauern helfen sich selbst

Der Ackerbauer Ing. August Jost ist Pionier bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers mit Nematoden. Er war derart zufrieden mit den Resultaten, dass er gemeinsam mit ein paar Kollegen für den steiermarkweiten Einsatz des Produktes sorgt. "Große Vertriebsstrukturen sind oft sehr starr, vor allem bei innovativen Produkten", sagt er. "Da ist es besser, wenn wir Bauern selbst Hand anlegen. Jost hat mit Kollegen steiermarkweit fünf Auslieferungszentren für das Nematodenmittel eingerichtet, sodass eine flächendeckende Versorgung in den steirischen Maisbaugebieten gewährleistet ist. Im steirischen Maschinenring hat Jost einen kompetenten Partner gefunden. Gemeinsam touren sie nun durch die Süd-Ost Steiermark und rüsten die Sähmaschinen für die Ausbringung von Nematoden um. Alle 13 steirischen Maschinenringe sind eingebunden.

Umrüstung wird unterstützt

Die Umrüstung der pneumatischen Sähmaschinen wird von e-nema, der Herstellerfirma der Nematoden, auch finanziell unterstützt. Dabei werden speziell entwickelte Injektoren am Setzgerät für die flüssige Ausbringung der Nematoden nachgerüstet. Die Kosten betragen pro Sähreihe ca. 130 EUR. Ab einer Aufwandmenge von 25 ha des biologischen Mittels übernimmt e-nema 50% dieser Materialkosten, ab 50 ha erfolgt die Übernahme zu 100%. Die neue Ausbringungstechnik kann auch zur gleichzeitigen Ausbringung einer flüssigen Startdüngung verwendet werden.

Minister für Öko-Alternative

Auch Neo-Agrarminister Rupprechter unterstützt die biologische Bekämpfung des Schädlings. Er erteilt einer "Notfallszulassung" für chemische Pflanzenschutzmittel - wie von der chemischen Industrie gefordert - eine klare Absage. Anders als sein Amtsvorgänger sieht der neue Agrarminister diese Begehrlichkeiten der chemischen Industrie kritisch. "Es gibt keinen Notfall bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, da es mit den Fadenwürmern (Nematoden) ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gibt", stellt er im ORF Radio Ö1-Interview fest. http://oe1.orf.at/programm/360429

Auch Bauern stehen Chemie kritisch gegenüber

Für Bauer Jost ist das immer wieder genannte synthetische Pyrethroid keine Alternative. Kein Wunder: Experten bescheinigen, dass es fischtoxisch ist, und kann nur mittels teurem Spezial-Granulatstreuer ausgebracht werden. Was die Wirksamkeit betrifft, gibt es auch Zweifel, denn es handelt sich um ein reines Kontaktmittel, das Insekten abschrecken kann. Nematoden hingegen "verfolgen" die Maiswurzelbohrerlarven. "Meine Maisbauern-Kollegen und ich engagieren uns für die biologische Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, weil wir uns davon überzeugt haben, dass Maisanbau auch ökologisch geschehen kann und sich die Maisbauern ein besseres Image verdient haben."

Über dianem:

Die unter dem Markennamen dianem(R) in Österreich erhältlichen nützlichen Nematoden sind seit 2013 in Österreich als Pflanzenschutzmittel gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen. Die rund zwei Mrd. Nematoden (Menge/ha) des Pflanzenschutzmittels bekämpfen den Maiswurzelbohrer bereits im Larvenstadium, indem sie diese parasitieren und abtöten. So zeigte eine AGES-Untersuchung aus dem letzten Herbst, dass mit dianem Wirkungsgrade erzielt werden können, die den inzwischen verbotenen chemischen Mitteln ebenbürtig sind.

Infos für interessierte Bauern: Kostenlose Hotline: 0800-297347, maisanbau2014@dianem.at, Vertrieb außerhalb der Steiermark:
www.biohelp.at

www.dianem.at

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