Podiumsdiskussion 21.11.2013 Kinderarmut - nicht nur in Österreich

Wien (OTS) - Johann Missliwetz, Gerichtsmediziner, stellte im Namen der Bürgerinitiative Kinderrechte fest, dass nicht nur materielle/finanzielle Armut das Problem ist, sondern dass diese mit sozialer Ausgrenzung, reduzierter Bildung und schlechterem Gesundheitszustand sowie verkürzter Lebenserwartung eng verknüpft ist. Armutsbetroffene sind in Lösungsvorschläge einzubinden, sodass nicht - wie politisch üblich - über sie, sondern gemeinsam mit ihnen entschieden wird.

Dagmar Rehak, alleinerziehende armutsbetroffene Mutter, teilt mit, dass sie auch mit geringen Geldressourcen gut über die Runden kommt und ein zufriedenes Leben führen kann. Sie wünscht sich gesundheitlich hochwertiges kostenloses Schulessen und vermehrt leistbare Freizeitangebote für Kinder.

Prof. Dr. Christine Stelzer-Orthofer vom Institut für Gesellschaftspolitik und Sozialpolitik der Johannes Kepler Universität Linz als Armutsforscherin weist auf bedenkliche Zunahme der Armut hin, wobei seit 1994 verlässliche vergleichbare Daten (z.B. unzumutbarer Wohnungsaufwand, etc.) zur Verfügung stehen. Die Politik muss an Umverteilung arbeiten, sonst wird aus dem Kampf gegen die Armut ein Kampf gegen die Armen.

DSA Birgit Hebein, Grüne Gemeinderätin und Sozialsprecherin in Wien, stellt die soziale Sicherheit in den Mittelpunkt, die durch Schicksalsschläge z.B. Verlust des Arbeitsplatzes rasch verloren gehen kann. Unter anderem befürwortet sie die rot-grünen Projekte der gratis Kindergärten, die Wiener Kindermindestsicherung und möchte über Gratisessen an Schulen diskutieren. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer, ist sie überzeugt und schließt mit dem Appell:
Delegieren Sie es nicht nur an die Politik. Für mehr Gerechtigkeit braucht es den Druck aus der Zivilbevölkerung.
MMag. Michael Hörl, Betriebswirt, Erwachsenenbildung, Lehrer für wirtschaftliche Fächer an einer Tourismusschule, Autor des Buches "Die Gemeinwohl-Falle" erklärt, dass das Wehklagen über die steigende Armut und Kluft zwischen arm und reich zur "political correctness" gehören. Seiner Ansicht nach wird zuviel Angst erzeugt und argumentiert, dass echte Armut bei Österreichern heutzutage die absolute Ausnahme ist.

Die Diskussion wurde von Johann Berger, stv. Chefredakteur GEWINN, nicht nur wie gewohnt souverän geleitet, sondern auch aufgrund seines Einblickes in das Wirtschaftsgeschehen durch optimale Zwischenfragen in die richtigen Bahnen gelenkt.

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Dr. Angelika Schlager
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