EU-Kommission startet Erasmus+ in Österreich

Über 100 000 Österreicherinnen und Österreicher dürften das neue EU-Programm nutzen

Wien (OTS) - In Wien gab Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, heute im Beisein von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin sowie Verteidigungs- und Sportminister Gerald Klug den Startschuss zu Erasmus+, dem neuen EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Mehr als vier Millionen Europäerinnen und Europäer können in den nächsten sieben Jahren mit EU-Mitteln rechnen, wenn sie im Ausland studieren, sich dort fortbilden, Berufserfahrung sammeln oder Freiwilligendienste leisten. Für Erasmus+, das auf dem Erasmus-Austauschprogramm für Studierende sowie anderen Berufsbildungs- und Jugendprogrammen aufbaut, stehen insgesamt 14,7 Mrd. EUR bereit, 40 % mehr als bisher. Über 100 000 Österreicherinnen und Österreicher dürften Erasmus+ nutzen.

"Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung sind grundlegend für die Zukunft und die Jugend Europas. Mit Erasmus+ können junge Menschen international Erfahrungen sammeln, ihre Kompetenzen erweitern und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Dank zusätzlicher EU-Fördermittel können jetzt wesentlich mehr junge Menschen solche Möglichkeiten nutzen. In Österreich erwarten wir einen Zuwachs von 50 %. Erasmus+ investiert auch in engere Partnerschaften zwischen Bildungssektor und Berufsleben. An der in Österreich mit Erfolg praktizierten dualen Berufsausbildung sollten sich andere Länder ein Beispiel nehmen" empfahl Kommissarin Vassiliou.

Wer kann Erasmus+ nutzen?

  • 2 Millionen Studierende können im Ausland studieren oder sich dort fortbilden, z. B. im Rahmen von 450 000 Praktikumsmöglichkeiten;
  • 650 000 Berufsschülerinnen und -schüler sowie Auszubildende erhalten Stipendien, um im Ausland zu lernen, sich dort fortzubilden oder dort zu arbeiten;
  • 800 000 Lehrkräfte, Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer können im Ausland unterrichten oder sich fortbilden;
  • 200 000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen Land absolvieren, können Studiendarlehen beantragen;
  • Über 25 000 Studierende erhalten Stipendien für integrierte Masterabschlüsse, wobei ein Studium an mindestens zwei Hochschulen im Ausland Voraussetzung ist;
  • Über 500 000 junge Menschen können im Ausland einen Freiwilligendienst leisten oder an einem Jugendaustausch teilnehmen;
  • 125 000 Schulen, Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen erhalten Zuschüsse für den Aufbau von 25 000 strategischen Partnerschaften zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Vernetzung mit der Berufswelt;
  • 3 500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen erhalten Unterstützung beim Aufbau von mehr als 300 Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, mehr Innovation und mehr Unternehmertum;
  • 600 länderübergreifende und gemeinnützige Sportpartnerschaften.

Wer kann Erasmus+ in Österreich nutzen?

2007-2013 nutzten über 65 000 Studierende, Jugendliche und Lehrkräfte aus Österreich die EU-Programme "Lebenslanges Lernen" und "Jugend in Aktion". In den nächsten sieben Jahren dürften rund 100 000 Menschen an Erasmus+ teilnehmen (ein Plus von 50 %).

Erasmus+ sieht 2014 für Österreich 28 Mio. EUR vor, 10 % mehr als die Programme "Lebenslanges Lernen" und "Jugend in Aktion" im Vorjahr. Eine jährliche Anhebung bis 2020 ist wie in anderen teilnehmenden Ländern vorgesehen. Österreich kann weiterhin Mittel für länderübergreifende Sportprojekte beantragen und das Jean-Monnet-Programm für Studiengänge zur europäischen Integration nutzen.

Hintergrund

Erasmus+ startet zu einem Zeitpunkt, zu dem Österreich in zentrale Reformen investiert, um die Qualität des Lehrangebots zu erhöhen, bessere Ergebnisse im Bildungsbereich zu erzielen und Studierende aller Schichten stärker zu fördern. Insbesondere soll das Potential junger Menschen mit Migrationshintergrund ausgeschöpft werden.

EU-weit sind derzeit 26 Millionen Menschen arbeitslos, darunter nahezu 6 Millionen junge Menschen. In einigen EU-Ländern hat sich die Lage zugespitzt. Gleichzeitig gibt es mehr als zwei Millionen freie Stellen. Ein Drittel der Arbeitgeber findet kein qualifiziertes Personal. Erasmus+ will dem entgegenwirken, indem Menschen die Möglichkeit erhalten, im Ausland zu studieren, sich dort fortzubilden oder dort Berufserfahrung zu sammeln.

Studierende und Auszubildende, die zum Studium oder zur Fortbildung ins Ausland gehen, wollen vermutlich längerfristig im Ausland leben und arbeiten. Ihnen entstehen somit günstigere Arbeitsmarktperspektiven.

Erasmus+ steht für eine neue Qualität und Bedeutung des Bildungswesens und der Jugendarbeit in Europa, für Fortbildung von Lehrkräften und Jugendbetreuern sowie für engere Partnerschaften zwischen Bildungssektor und Berufswelt.

Das Budget von 14,7 Mrd. EUR berücksichtigt Inflationsschätzungen. Weitere Mittel für Austauschmaßnahmen im Hochschulbereich und administrative Hilfe für Drittländer sind geplant. Die Entscheidung soll im Laufe des Jahres fallen.

Im Rahmen von Erasmus+ wird erstmals auch der Sport unterstützt. Rund 265 Mio. EUR stehen für Maßnahmen gegen länderübergreifende Probleme wie Spielabsprachen, Gewalt und Doping bereit. Auch Breitensportprojekte, die auf verantwortungsvolles Handeln, die Gleichstellung der Geschlechter, gesellschaftliche Eingliederung, die Vereinbarkeit von Sport und Beruf sowie auf Bewegung für alle abzielen, sollen gefördert werden.

Weitere Informationen
Erasmus+ Website:
http://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/index_en.htm
Erasmus+ Häufig gestellte Fragen:
http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-13-1008_de.htm
Erasmus+ auf Facebook:
https://www.facebook.com/EUErasmusPlusProgramme
Website von Androulla Vassiliou:
http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/vassiliou/index_de.htm

Rückfragen & Kontakt:

Vertretung der EU-Kommission in Österreich
Heinz-Rudolf Miko
Pressesprecher
Tel.: ++43 6767 90 80 45
Heinz-Rudolf.Miko@ec.europa.eu

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