Die Wiener Staatsoper trauert um Claudio Abbado

Zum Tod des großen italienischen Dirigenten und ehemaligen Musikdirektors der Wiener Staatsoper

Wien (OTS) - Der große italienische Dirigent Claudio Abbado ist am heutigen Montag, 20. Jänner 2014, im 81. Lebensjahr nach schwerer Krankheit in seiner Wohnung in Bologna verstorben. Der Maestro, der zu den bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart zählte, war unter anderem von 1986 bis 1991 Musikdirektor und Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper.
"Ich bin persönlich tief betroffen vom Tod von Claudio Abbado - die Musikwelt hat heute einen der ganz Großen verloren. Bereits seit meiner Pariser Studienzeit habe ich zahlreiche Konzerte und Vorstellungen erlebt, die dieser Ausnahmedirigent geleitet hat und die ich nie vergessen werde. Er hat aber nicht nur künstlerisch tiefe, bedeutende Spuren etwa in Mailand, Wien, Berlin, Salzburg und zuletzt Luzern hinterlassen, sondern auch nachhaltige strukturelle Visionen in die Tat umgesetzt und somit Generationen von Musikern geprägt. So wird sein Einsatz und seine Arbeit für die von ihm gegründeten Orchester noch lange in die Zukunft wirken", so Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst, der in den Achtzigerjahren Assistent von Claudio Abbado an der Wiener Staatsoper war: "Von Claudio Abbado, der ein sehr umgänglicher und kollegialer Künstler war, konnte ich in meiner Zeit als sein Assistent wichtige musikalische Standpunkte kennenlernen und ins Leben mitnehmen. Ich habe ihn für sein enormes Arbeitspensum sehr bewundert, genauso wie für seine Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, mit der er Projekte anging, die ihm ein Anliegen waren. So etwa "Wien Modern" und das "Gustav Mahler Jugendorchester" - zwei Meilensteine, die in Wien stets an ihn erinnern werden."

Im Haus am Ring debütierte Claudio Abbado vor 30 Jahren - am 22. März 1984 - mit der Premiere von Simon Boccanegra. Insgesamt dirigierte er 16 Werke in 173 Staatsopern-Vorstellungen, darunter Premieren von Boris Godunow, Chowanschtschina, Don Carlo, Don Giovanni (im Theater an der Wien), Elektra, Fierrabras (im Theater an der Wien sowie im Haus am Ring), Il viaggo a Reims, L'italiana in Algeri, Le nozze di Figaro (im Theater an der Wien), Pelléas et Mélisande, Un ballo in maschera und Wozzeck, eine Neueinstudierung von Lohengrin sowie Vorstellungen von Carmen und Il barbiere di Siviglia. 1989 und 1994 nahm er an den Japan-Gastspielen der Wiener Staatsoper teil, wo er Aufführungen von Il viaggo a Reims, Wozzeck, Le nozze di Figaro und Boris Godunow leitete. Bei einem Gastspiel der Wiener Staatsoper 1987 an der Deutschen Oper Berlin dirigierte er Simon Boccanegra und Wozzeck.
1986 wurde er Musikdirektor des Hauses, ein Jahr später wurde er zum Generalmusikdirektor Wiens ernannt. Seine Position als Musikdirektor der Wiener Staatsoper kündigte er im Oktober 1991 aus gesundheitlichen Gründen.
Zum letzten Mal am Dirigentenpult des Hauses am Ring stand er bei einer Vorstellung von Boris Godunow vor 20 Jahren: am 30. September 1994.

Im Gedenken an ihren ehemaligen Musikdirektor hisst die Wiener Staatsoper die schwarze Flagge und widmet Claudio Abbado am 23. Jänner 2014 die Vorstellung von Boris Godunow.

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