- 17.01.2014, 10:34:55
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Abmeldehürden bei ELGA müssen beseitigt werden
NÖ Ärztekammer: Die Patienten sind uninformiert, verunsichert und werden bei Ihrer Entscheidung für oder gegen ELGA behindert
Utl.: NÖ Ärztekammer: Die Patienten sind uninformiert, verunsichert
und werden bei Ihrer Entscheidung für oder gegen ELGA
behindert =
Wien (OTS) - "Uns erreichen derzeit unzählige Anrufe von Patientinnen
und Patienten, die sich über die Abmeldemodalitäten von ELGA
erkundigen wollen", so Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ
Ärztekammer. "Dass wir für solche Fragen nicht zuständig sind, ist
den meisten Menschen sogar bekannt. Aber sie rufen uns trotzdem an,
weil es von der zuständigen Seite offenbar nur mangelhafte
Informationen gibt", so der Ärztechef aus Niederösterreich.
Die Klagen der Patientinnen und Patienten umfassen ein breites
Spektrum. "Einerseits sind die Menschen nicht mit der Komplexität der
Abmeldesystematik einverstanden. Eine Bürgerkarte, eine Handysignatur
oder alternativ ein PC mit Internetanschluss, zusätzlichem Drucker
und zusätzlichem Scanner oder Kopierer müssen zur Verfügung stehen.
Wer hat das schon? Das bereitet schon manchem jungen Menschen ein
logistisches Problem. Für betagtere Mitbürgerinnen und Mitbürger sind
diese Hürden - ohne auf Hilfe zurückzugreifen - einfach nicht
bewältigbar. Sieht so in einem demokratischen Staat die Möglichkeit
aus, sich frei entscheiden zu können?"
Wenn man die ELGA Widerspruchstelle unter 050 124 44 11
telefonisch erreicht, dann erhält man die Möglichkeit, sich ein
bereits personalisiertes Formular unterschriftsreif zuschicken zu
lassen. "Diese Alternativmöglichkeit ist gut, jedoch wird von
unzumutbar langen Wartezeiten in den Warteschleifen berichtet.
Offenbar hat man seitens der ELGA-Betreiber nicht mit einem
derartigen Ansturm an Anfragen gerechnet", so Präsident Dr. Reisner
weiter. "In Summe gesehen muss man aber leider auch feststellen, dass
der Informationsstand der Bevölkerung zu ELGA sehr bescheiden ist,
und damit sehr viel Arbeit auf die Hotline zukommt."
Und dieses Defizit wird derzeit in Niederösterreich durch tausende
Ärztinnen und Ärzte ausgeglichen, obwohl die Ärzteschaft für
Information rund um ELGA nicht zuständig ist. "Dafür bedanke ich mich
bei allen Kolleginnen und Kollegen", so Präsident Dr. Reisner weiter.
"Aber ich nehme auch gleichzeitig die Politik in die Pflicht: Nicht
wir als Ärztinnen und Ärzte sind dafür zuständig, während der knappen
Behandlungszeit Informationen zu einer ELGA zu liefern, die von uns
keiner will und keiner für vernünftig hält. Hier wären die
Verantwortlichen am Zug, einmal vernünftige und ehrliche
Informationskampagnen einzuleiten."
Er sagt aber auch klar und deutlich: "Wir als Demokraten
akzeptieren die Entscheidung der Wähler pro ELGA." Das Präsidium der
NÖ Ärztekammer gibt auch DERZEIT KEINE Empfehlung zur Abmeldung oder
Nicht-Abmeldung von ELGA ab. "Jeder Bürger dieses Landes soll sich
selbst ein Bild machen, ob ELGA für ihn in Frage kommt oder nicht",
stellt Präsident Dr. Reisner klar. "Aber wenn man den Bürgerinnen und
Bürgern das demokratische Recht der Abmeldung einräumt, dann darf es
nicht nur Theorie sein. Gerade ältere Menschen sind mit den
bestehenden Modalitäten massiv überfordert und scheitern an der
Abmeldung, obwohl der Wille dafür vorhanden ist. Das ist einer
demokratischen Gesellschaft unwürdig und sollte schnellstens
repariert werden", so die Forderung des Präsidiums der NÖ
Ärztekammer.
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