WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Der Wandel als Prinzip - von Günter Fritz

Hotelbetten werden heute so transparent gehandelt wie Rohstoffe an den Börsen

Wien (OTS) - Die Tourismuswirtschaft ist eine der internationalen Wachstumsbranchen: Trotz ökonomischer oder politischer Krisen, Unruhen oder Naturkatastrophen verreisen die Menschen immer mehr und geben dafür auch immer mehr Geld aus. In Österreich trägt die Branche samt indirekten Effekten rund 15 Prozent zum BIP bei und sichert inklusive Freizeitbetrieben und verbundenen Partnerunternehmern rund 600.000 Arbeitsplätze.

Erstmals ist der Tourismus jetzt auch im österreichischen Regierungsabkommen mit konkreten Zielen in den Kapiteln Wachstum und Landwirtschaft enthalten. Damit wird dessen volkswirtschaftliche Bedeutung endlich auch realpolitisch anerkannt. Das ist auch überfällig für die Branche, die sich diese Woche beim Hotelierskongress in Wels mit steuerlichen Rahmenbedingungen sowie Strategien für die Zukunft auseinandersetzte und die gerade auf der Wiener FerienMesse eine Leistungsschau liefert.

Sie muss im Spannungsfeld von verschärftem internationalen Wettbewerb, bundesbudgetären Sparzwängen und kontinuierlichen Kostensteigerungen Wege finden, konkurrenzfähig zu bleiben und Marktanteile zu gewinnen. Das Potenzial dazu ist da: Laut globalen Analysen verreist nur ein Drittel der Menschen - der Rest sind mögliche Gäste. Im Vorjahr gab es weltweit zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Touristen; in den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts waren es noch 25 Millionen. Das allein zeigt, welche Dynamik dieser Wirtschaftszweig hat - momentan besonders in Asien. Europa dagegen verliert. Die Branche ist getrieben von Urbanisierung, Sharing-Trends, neuen Zielgruppen in fernen Regionen und vor allem von der digitalen Revolution. Das Internet verändert auch den Tourismus dramatisch; Hotelbetten werden heute so transparent gehandelt wie Rohstoffe an den Börsen. So rasant, wie der Wandel ist, so groß sind die Herausforderungen für die Betriebe. Das Einzige, was für sie konstant bleibt, ist Heraklits Motto "Panta rhei" - "Alles fließt". Und das gilt für sie heute mehr denn je.

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