FORMAT Exklusiv: Buwog-Gerichtsgutachten belastet Grasser, Meischberger und Plech

Prüfung der Buwog-Provisionsflüsse abgeschlossen, Fall vor Klärung

Wien (OTS) - Der Sachverständige in der Buwog-Affäre hat seine Arbeit abgeschlossen und seine Expertise bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft abgeliefert. Das FORMAT exklusiv vorliegende "Gutachten in der Strafsache 12 St 8/11x - Faktum Buwog" belastet die Hauptbeschuldigten in der Affäre rund um den 2004 eingeleiteten Verkauf von 60.000 Bundeswohnungen: den Lobbyisten Walter Meischberger, den Immobilienmakler Ernst Plech und Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Auf insgesamt 343 Seiten analysiert Wirtschaftsprüfer Gerhard Altenberger laut FORMAT alle in die Buwog-Affäre involvierten Briefkastenfirmen, darunter die Ferint AG und die Mandarin Group. Durchleuchtet werden dutzende Konten und Wertpapierdepots bei der Hypo Investment Bank (HIB) in Vaduz, der Liechtensteiner Landesbank (LLB) und der Raiffeisenbank Liechtenstein (RBL) sowie bei der Meinl Bank in Wien. Belastender Email-Verkehr, fragwürdige Treuhandverträge sowie Telefonüberwachungs- und Verhörprotokolle liegen dem Gutachten, das neun Ordner mit 1.100 Dateien und 4.600 Seiten umfasst, ebenfalls bei.

Das Konvolut erhärtet laut FORMAT den gegen Grasser, Plech, Meischberger sowie den Lobbyisten Peter Hochegger gerichteten Verdacht, sie hätten bei der Buwog-Privatisierung 2004 mehr als neun Millionen Euro an Provisionen kassiert. Zwar betont der gerichtlich beeidete Sachverständige Altenberger in seinem Gutachten, dass die Beweiswürdigung alleine dem Staatsanwalt obliegt, doch er lässt keinen Zweifel daran, dass er die Argumente von Grasser, Plech und Meischberger nicht nachvollziehen kann. Im Gutachten werden Widersprüche aufgedeckt und Behauptungen der Beschuldigten widerlegt. Zudem wurde eindrucksvoll herausgearbeitet, auf welchem Weg ein Teil der Buwog-Provisionen bei einer Grasser nahestehenden Briefkastenfirma gelandet ist - und wie Meischberger und Plech sowie der Schweizer Vermögensberater Norbert Wicki versuchten, jede Verbindung zu KHG zu verschleiern.
Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung, sie haben die Vorwürfe in der Vergangenheit mehrfach bestritten.

Weitere Details zur neuen BUWOG-Story werden ab Donnerstag auf www.format.at veröffentlicht. Die gesamte Story lesen sie im Freitag erscheinenden FORMAT.

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