"Kinder schützen - Eltern stützen": Psychologin Mikosz über 45 Jahre in der MA 11

Langjährige Leiterin des psychologischen Dienstes geht in Pension

Wien (OTS/RK) - "Sie waren der erste Mensch, der an mich geglaubt hat. Anrufen wollte ich Sie jedoch erst nachdem ich meinen Weg gefunden habe", bedankte sich ein mittlerweile 30-Jähriger bei Belinda Mikosz. Für die Leiterin des Psychologischen Dienstes der MA 11 (Amt für Jugend und Familie) war diese Anerkennung die Bestätigung, dass sich Engagement lohnt, denn "oft ist man genau derjenige, den ein junger Mensch gebraucht hat". Diese "Maxime" sowie "Kinder zu schützen und Eltern zu stützen" vertritt sie gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen. "Prinzipiell wollen die meisten Eltern 'gute Eltern' sein. - Dass es manchmal nicht klappt, hängt auch oft mit der eigenen Biografie und den daraus resultierenden Defiziten zusammen. Trotzdem gilt es Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen - die eigene schwierige Kindheit darf nicht als Entschuldigung dienen. Unterstützungsangebote seitens der Jugendhilfe wirken immer dann, wenn sie mit Einsicht und Veränderungsbereitschaft der Betroffenen einhergehen", erklärt die ehemalige Kindergartenpädagogin, Sozialarbeiterin, Klinische Psychologin und Psychotherapeutin.

37 PsychologInnen für Prävention und Risikoeinschätzung

Im psychologischen Dienst der MA 11 arbeiten 37 PsychologInnen, die in den Eltern-Kind-Zentren, in den Regionalstellen Soziale Arbeit mit Familien und in den Wohngemeinschaften tätig sind. In den Eltern-Kind-Zentren gibt es ein multiprofessionelles Angebot von PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen und ÄrztInnen. "Dieses niederschwellige Angebot bietet Eltern Informationen zu Entwicklung und Förderung ihrer Kinder, vermittelt praktische Anleitung und die Möglichkeit sich mit anderen Eltern in so genannten Elternrunden auszutauschen", so Mikosz. Im Sinne der Prävention sollen etwaige Probleme bereits im Vorfeld besprochen und eine bestmögliche Lösung gefunden werden. Ein weiteres Aufgabengebiet der PsychologInnen im Jugendamt ist die Fachexpertise zur Risikoeinschätzung und Erziehungsfähigkeit der Eltern sowie, damit verbunden, regelmäßige Gespräche mit allen Familienangehörigen und kooperierenden ProfessionistInnen. Auch in den Wohngemeinschaften der Stadt unterstützen PsychologInnen und SozialpädagogInnen die Kinder. Psychotherapie und psychologische Behandlung spielen im Bedarfsfall eine große Rolle.

"Modediagnose" Hyperaktivität

Die Zunahme der Diagnose "Hyperaktivität" bereitet der klinischen Psychologin Sorgen: "Es gibt temperamentvolle Kinder - und solche, die zu wenig Regeln kennen. Manche Kinder sind wahrnehmungsstark und handlungsbereit - und somit auch anstrengend, oder aber Sensibelchen, die vielfach reizüberflutet sind. "Kein Kind gleicht dem anderen und daher gilt es in allen Fällen genau hinzusehen, die Ursachen zu erkennen und das Kind nicht sofort mit Medikamenten zu behandeln. Kinder sollten nicht den Eindruck bekommen, dass sie von den Erwachsenen nur zu ertragen sind, wenn sie regelmäßig Medikamente nehmen. Eine solche Erkenntnis ist für die zukünftige Entwicklung des Kindes nicht hilfreich, schädigt das Selbstwertgefühl und mindert das Selbstvertrauen. Medikation ist keine Problemlösung, es gilt die Ursache zu finden und die Behandlung darauf abzustimmen", betont Belinda Mikosz.

Erziehungsberatung, Talkbox und Psychologie

Die Tätigkeit der PsychologInnen des Psychologischen Dienstes ist sehr vielfältig und daher bedarf es fachlicher Standards, die laufend weiterentwickelt und den neuersten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden. Im Rahmen der psychologischen Beratung werden unter anderem die videounterstützte Erziehungsberatung, Coaching für Pflegeeltern, sowie Erziehungsratgeber und klinisch-psychologische Behandlungen angeboten. Beratung speziell für Jugendliche gibt es auch im Internet, wie etwa auf www.talkbox.at.

In der Pension wird sich Belinda Mikosz weiterhin der Psychologie widmen: "Coachings, Seminare aber auch Bücher und Bilderbücher zu Themen der Erziehung zu schreiben und zu gestalten werde ich auch gerne weiter tun!"

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