GfK Studie zeigt Verschiebungen bei Veranlagungs-Favoriten: Wissen rund um österreichische Bundesanleihen im Aufwind

Wien (OTS) - Knapp vier Jahre nach einer ersten Bestandsaufnahme ließ die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) nun erneut von GfK Bekanntheit und Image von Staatsanleihen untersuchen. Mit einem erfreulichen, aber noch ausbaufähigen Ergebnis: Herr und Frau Österreicher haben sich in den Jahren der Finanzkrise zwar deutlich mehr Wissen über verschiedene Anlageformen angeeignet, sehen Alternativen zu Sparbuch & Bausparvertrag und kennen österreichische Bundesanleihen deutlich besser als noch im Jahr 2010. Doch was das Detailwissen über Risiko, Ertragsstärke und Nachhaltigkeit eines Investments anlangt, klaffen immer noch große Lücken.

Die Attraktivität der unterschiedlichen Anlageformen hat sich in den vergangenen vier Jahren markant gewandelt, zeigt die von GfK im Dezember 2013 durchgeführte Studie(1). Während 2010 noch das Sparbuch und der Bausparvertrag mit großem Abstand die erste Wahl waren, ist jetzt die Investition in Immobilien für die heimischen Bürger am attraktivsten. "Die herkömmlichen Anlageprodukte sinken in der Gunst. Das ist nicht zuletzt auf das anhaltend niedrige Zinsniveau zurückzuführen", erläutert Christina Tönniges von GfK Austria. "Gleichzeitig analysieren die Privatanleger Alternativen und interessieren sich mehr für Wertpapiere."

Österreichische Bundesanleihen sind in diesem Zeitraum deutlich mehr ins Blickfeld gerückt. Der Bekanntheitsgrad stieg signifikant von 12% auf 21%. Insbesondere die österreichischen Jugendlichen - bei denen 2010 ein signifikantes Wissensdefizit bestand - können heute mehr mit dieser Anlagemöglichkeit anfangen. Immerhin hat sich der Anteil jener unter 19-Jährigen, die Bundesanleihen kennen, von 2% auf 31% erhöht. Das geht einher mit der Entwicklung bei anderen Wertpapierformen, etwa Aktien. "Die Studie zeigt klar, dass sich die junge Generation über Wertpapierveranlagungen schlau macht. Und da können Bundesanleihen zunehmend punkten", so Christina Tönniges.

Breit angelegte Informationsoffensive als Reaktion auf die Studie 2010

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur erstmals 2010 durchgeführten Vergleichsstudie. Besonders eklatant war damals das Wissensdefizit unter den Jugendlichen. Für 93% der unter 19-Jährigen waren Bundesanleihen gar kein Begriff. Außerdem ergab ein 2010 durchgeführtes Mystery Shopping in den heimischen Banken, dass kaum Informationsmaterial zu Bundesanleihen angeboten wurde.

Die OeBFA nahm dies damals zum Anlass, eine breit angelegte Informationsoffensive zu starten: So wurde eine 60-seitige Broschüre zum Thema Anleihen bzw. Bundesanleihen gestaltet und über 50.000mal an Interessenten weitergegeben - an Schulen, in Bankfilialen, bei Anlegermessen bzw. über eine Gratis-Bestellmöglichkeit der Printversion auf verschiedenen Webseiten (www.bmf.gv.at, www.wienerboerse.at). Ergänzend erstellte die OeBFA in Kooperation mit dem Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum eine Foliensammlung, die im Internet zum Download bereitsteht und im Schulunterricht eingesetzt wird. Weiters wurden die Inhalte der Broschüre in das Schulpaket der Wiener Börse integriert, die Unterlagen stehen auch unter www.borse4me.at zur Verfügung. Beim Relaunch der OeBFA-Website www.oebfa.at Anfang 2011 hat das Thema besonderen Raum erhalten. Workshops für Fachjournalisten sollten das Grundwissen über Bundesanleihen, aber auch Staatsschuldenmanagement im Bereich der Medien verbessern. Und eine Reihe von Vorträgen, so zum Beispiel auf der GEWINN-Messe, beantwortete konkrete Fragen.

"Wir freuen uns, dass sich der Bekanntheitsgrad von österreichischen Bundesanleihen so positiv entwickelt hat, insbesondere bei jungen Leuten", kommentiert Dr. Martha Oberndorfer, Geschäftsführerin der OeBFA die aktuelle GfK Studie. "Unser Ziel war und ist es, das Wissen über Bundesanleihen auszubauen und zu vertiefen", betont Oberndorfer. "Denn es ist uns ein Anliegen, dass Herr und Frau Österreicher über diese wichtige Anlageform Bescheid wissen, da viele Menschen Bundesanleihen auch indirekt über Fonds, Versicherungen oder Pensionskassenlösungen besitzen."

Detailwissen über Bundesanleihen noch ausbaufähig

Hinsichtlich des Detailwissens über Bundesanleihen klaffen jedoch noch große Lücken. Die Österreicher kennen Bundesanleihen zwar inzwischen oberflächlich, wissen aber noch viel zu wenig über das Profil. So halten immerhin 13% der Befragten Bundesanleihen für "riskant", wenngleich die stärksten genannten Imageparameter "sicher und solide" sowie "konservativ" sind.

Wissensstand prägt Risikobeurteilung von Bundesanleihen

"Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass jene, die sich als Kenner einstufen, Bundesanleihen als sicher, solide, transparent und konservativ sehen", führt Christina Tönniges der GfK Austria aus, "Nicht-Kenner stufen das Produkt verstärkt als riskant ein."

Informationsoffensive wird weitergeführt

"Hier werden wir ansetzen", meint Oberndorfer. "Denn anscheinend differenzieren Privatanleger noch zu wenig zwischen Kursrisiko und Ausfallsrisiko. Letzteres ist bei österreichischen Bundesanleihen aufgrund der hervorragenden Bonität der Republik Österreich vernachlässigbar, weshalb Kenner Bundesanleihen richtigerweise als sicher und solide einstufen."

Die bisher gesetzten Maßnahmen seien wirkungsvoll gewesen. "Das hat die vorliegende Studie bestätigt. Doch wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen. Wir werden die Bundesanleihen-Broschüre im Frühjahr 2014 in einer dritten, aktualisierten Auflage herausbringen und den Ausbau sinnvoller Kooperationen suchen." Besonders wichtig sei auch das Internet, so Oberndorfer. Denn diese Informationsquelle steht nach dem Bankberater bereits an zweiter Stelle.

Hinweis:
Weitere Detailergebnisse der Studie können auf Anfrage über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur bezogen werden.

1) "Bekanntheit und Image von Staatsanleihen", GfK Austria, 2.12.-11.12.2013, österreichische Privatpersonen 15-65 Jahre, n = 1000, CAWI (Computer Assisted Web Interviewing)

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