• 10.01.2014, 11:55:20
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Ärztinnen und Ärzte verzweifelt gesucht, und das nicht nur in ländlichen Regionen

NÖ Ärztekammer schlägt Alarm: Mehr als ein Drittel der ausgeschriebenen Kassenplanstellen ist derzeit nicht besetzbar

Utl.: NÖ Ärztekammer schlägt Alarm: Mehr als ein Drittel der
ausgeschriebenen Kassenplanstellen ist derzeit nicht besetzbar =

Wien (OTS) - "In der letzten Bewerbungsrunde für Kassenplanstellen,
die Mitte dieser Woche beendet wurde, konnte für sechs der 15
ausgeschriebenen Kassenplanstellen kein einziger Bewerber gefunden
werden", so Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer.
"Möglicherweise beginnt nun der von uns bereits vor einigen Jahren
vorhergesagte so genannte Ärztemangel."

Erstaunlicherweise handelt es sich bei den vakanten Planstellen
nicht nur um Hausarztstellen auf dem Land. "Diesmal konnten wir
beispielsweise für Allgemeinmedizin in St. Pölten Stadt oder für
Frauenheilkunde in Herzogenburg keinen einzigen Bewerber finden. Das
macht mir große Sorgen", so der Ärztekammerpräsident.

Die NÖ Ärztekammer verweist seit langem auf diese Bedrohung für
die medizinische Versorgung, ist jedoch bisher nur auf taube Ohren
und Unverständnis gestoßen. Für den stellvertretenden Kurienobmann
der niedergelassenen Ärzte, Dr. Max Wudy, ist klar, dass das erst der
Beginn einer möglicherweise problematischen Zeit sein könnte. "Wir
steuern auf eine enorme Pensionierungswelle im ärztlichen Beruf zu,
und zwar nicht nur in der Allgemeinmedizin und nicht nur in den
Kassenpraxen. In den kommenden zehn Jahren wird fast die Hälfte der
Ärzteschaft in den Ruhestand gehen."

Offenbar zu schlechte Arbeitsbedingungen im öffentlichen
Gesundheitssystem

Laut Dr. Martina Hasenhündl von der Kurienführung der
niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich ist der "Ärztemangel" ja
im Grunde ein irreführender Begriff, weil es überhaupt keinen Mangel
an Ärztinnen und Ärzten gibt, sondern offenbar nur eine immer
geringer werdende Bereitschaft, im öffentlichen Gesundheitssystem zu
arbeiten. "Wir brauchen uns als Gesellschaft nicht über diese
Situation zu wundern, wenn wir nicht in der Lage sind, unseren
Ärztinnen und Ärzten Arbeitsbedingungen zu bieten, wie sie in anderen
Berufen längst Standard sind."

Präsident Dr. Reisner appelliert an dieser Stelle an alle
Ärztinnen und Ärzte, sich die ausgeschriebenen Planstellen unter
www.arztnoe.at anzusehen, zu prüfen und sich bei Interesse auch zu
bewerben. "Und an die Politiker dieses Landes ergeht der Appell, sich
endlich mit einer vernünftigen Gesundheitsreform im Sinne des Best
Point of Service für die Patientinnen und Patienten zu befassen. Wenn
es gelingt, eine Reform durchzuführen, die unsere Patientinnen und
Patienten und somit auch die ärztliche Tätigkeit wieder in den
Mittelpunkt stellt, und wenn es gelingt, die überwuchernde,
arbeitsbehindernde Bürokratie einzudämmen, dann wird es auch wieder
gelingen, genügend Ärztinnen und Ärzte dafür zu begeistern, diesen an
sich sehr schönen Beruf auszuüben."

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