Stronach/Steinbichler zu Milchpreis: Faire Partnerschaft zwischen Bauern und Konsumenten

Intransparente Preisspannen durch Supermarktketten - Eigenmarken untergraben Wertigkeit der Lebensmittel

Wien (OTS) - "Es braucht endlich eine faire Partnerschaft zwischen Konsumenten und Landwirten mit klar nachvollziehbaren Preisen!", forderte Team Stronach Agrarsprecher Abg. Leo Steinbichler in einer Pressekonferenz und hofft, dass der neue Agrarminister Andrä Rupprechter den Slogan "faire Partnerschaft mit den Konsumenten" auch endlich umsetzt. Das betreffe vor allem die laut Medienberichterstattung "angeblich so hohen Milchpreise".

Wenn die Preisentwicklung von 25 Cent auf 40 Cent pro Liter beklagt werde, dürfe man nicht vergessen, dass der Milchpreis vor dem EU-Beitritt noch 50 Cent pro Liter betrug, so Steinbichler. Und weiter: "In China, wird für den Liter drei Euro gezahlt". Angesichts der Kostensteigerung "bei Futtermitteln, tierärztlicher Versorgung, Versicherungen und genereller Steuerbelastung" stelle sich die berechtigte Frage, wohin die Differenz zwischen dem Preis für die Konsumenten und dem Ertrag der Landwirte wandere.

Steinbichler wies auf Bayern hin, wo den Erzeugern 3,5 Cent mehr bezahlt werden, die Milchprodukte für die Konsumenten aber günstiger sind als bei uns. "Was also macht die österreichische im Gegensatz zur bayrischen Milchwirtschaft falsch?", fragte Steinbichler. Weiters prangerte Steinbichler die "sinnlosen Milchtransporte" innerhalb unserer Landesgrenzen an, die weder "dem Verbraucher noch dem Erzeuger etwas bringen".

"Wir haben 20 verschiedene Milchsorten, aber keine einheitliche Verpackung zur eindeutigen Identifizierbarkeit als rein österreichisches Produkt", kritisierte der Team Stronach Agrarsprecher. Auch die Sprühsahne, die nicht auf Schweine- und Butterfett sondern auf Pflanzenfetten basiere, sei zu hinterfragen, weil sie aufgrund der Inhaltsstoffe indirekt zur Zerstörung der Regenwälder beitrage.

Die Preisverzerrung im Agrarsektor setzt sich laut Steinbichler auch in der Holzwirtschaft fort. Anders sei es nicht zu erklären, dass der heutige Preis bei 104 Euro pro Festmeter liege, während er 1990 noch - umgerechnet -128 Euro ausmachte. "Inflationsbereinigt müsste der Holzpreis heute mindestens bei 200 Euro liegen", berechnete Steinbichler.

Insgesamt verwundere es also nicht, dass "in den letzten Jahren 20 Jahren das stärkste Bauernhöfesterben seit jeher" zu beobachten war. Der ländliche Raum werde immer mehr ausgedünnt, KMUs sperren dutzendweise zu, von der Bildung bis zur Altenbetreuung werden laufen Kapazitäten abgebaut. Die aktuelle Arbeitslosenrate sei großteils auch dadurch zu erklären, so Steinbichler.
Mitschuld an dieser traurigen Entwicklung tragen auch die Supermarktketten, mahnte Steinbichler, denn "70 Prozent der österreichischen Lebensmittel werden in Sonderaktionen verschleudert". Damit werde nicht nur die Wertigkeit dieser wichtigen Lebensmittel, sondern auch die der heimischen Landwirtschaft untergraben. "Lebensmittel werden als Lockmittel eingesetzt und die Eigenmarken der Supermarktketten tragen das ihre dazu bei!"

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