• 09.01.2014, 10:15:34
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Jahrespressekonferenz 2014: Belvedere, Winterpalais und 21er Haus

2013 eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Museums - Ausblick auf das Ausstellungsjahr 2014

Utl.: 2013 eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des
Museums - Ausblick auf das Ausstellungsjahr 2014 =

Wien (OTS) - Mit insgesamt rund 960.000 Besucherinnen und Besuchern
an den Ausstellungsstandorten Belvedere, Winterpalais und 21er Haus
verzeichnete das Museum nach dem Ausnahmejahr 2012, in dem anlässlich
des 150. Geburtstagsjubiläums von Gustav Klimt erstmals die
Millionengrenze überschritten werden konnte, 2013 eines der
erfolgreichsten Jahre in der Geschichte der Österreichischen Galerie
Belvedere. Mit einer Steigerung von rund 8 % (vgl. 2011) an
heimischen wie internationalen Gästen und einem Eigendeckungsgrad von
rund 57 % entwickelten sich die Belvedere Standorte, das neu
eröffnete Winterpalais sowie das 21er Haus im Jahr 2013 äußerst
positiv.

"Es erfüllt mich gleichermaßen mit Stolz, auf das äußerst
erfolgreiche Jahr 2013 - eines der erfolgreichsten in der Geschichte
des Museums - zurückblicken wie bereits einen Ausblick auf ein
wirklich spannendes Jahr 2014 geben zu können. Das Belvedere hat sich
vor allem auch international als Ort für herausragende Ausstellungen
etabliert bzw. positioniert und setzt Jahr für Jahr in allen
Museumsbereichen wichtige Meilensteine. So haben wir u. a. mit dem
Belvedere Research Center eine Vorzeige-Forschungseinrichtung
geschaffen, deren Tätigkeit weit über die österreichischen Grenzen
hinaus wahrgenommen und geschätzt wird. Auch die Belvedere
Kunstvermittlung hat, aufbauend auf der hervorragenden Arbeit der
letzten Jahre, ihre Vorreiterrolle im Bereich der Entwicklung und
Umsetzung neuer Vermittlungsansätze ausgebaut. So werden wir auch im
Jahr 2014 nicht nur umfangreiche Ausstellungsprojekte an nunmehr vier
Ausstellungsstandorten realisieren, sondern in allen Bereichen des
Museums unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen und diese auch für
unsere Besucherinnen und Besucher sichtbar machen", zeigt sich Agnes
Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere, erfreut über die Entwicklung
des Belvedere.

Belvedere und Winterpalais: Ausstellungen und Projekte 2014

"Wien - Berlin. Kunst zweier Metropolen", eine Kooperation des
Belvedere und der Berlinischen Galerie, beleuchtet ab Mitte Februar
im Unteren Belvedere die künstlerischen Parallelen, Differenzen und
Wechselwirkungen zwischen den beiden Städten und spannt dabei einen
Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Zwischenkriegszeit. In
der Orangerie veranschaulicht "Totentanz: Egger-Lienz und der Krieg"
ab Anfang März das Schaffen und die künstlerische Entwicklung des
Malers Albin Egger-Lienz (1868-1926), eines der bedeutendsten
Wegbereiter des österreichischen Expressionismus. Exakt 45 Jahre nach
der bislang einzigen umfangreichen Retrospektive zu Franz Barwig dem
Älteren (1868-1931) im Jahre 1969 im Belvedere präsentiert das Museum
ab Mitte Mai in der ersten "Meisterwerke im Fokus"-Ausstellung 2014
das Werk des erfolgreichen österreichischen Bildhauers.

Im Sommer fokussiert "Die andere Seite - Spiegel und Spiegelungen in
der zeitgenössischen Kunst" auf unterschiedliche ästhetische und
symbolische Aspekte der reflektierenden Fläche. Die Ausstellung zeigt
Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Film u. a. von John
Armleder, Pierre Bismuth, Jean Cocteau, Isa Genzken, Douglas Gordon,
Joan Jonas, Birgit Jürgenssen, Elke Silvia Krystufek, Michelangelo
Pistoletto, Franz West, Erwin Wurm und Heimo Zobernig. Ab Ende Juni
befasst sich "Silver Age - Russische Kunst in Wien um 1900" im
Unteren Belvedere mit dem sogenannten "Silbernen Zeitalter", der
kulturellen Blüte in der russischen Literatur und bildenden Kunst
nach 1900. Gezeigt werden Werke russischer Künstler wie u. a. Michail
Vrubel, Valentin Serov, Nicholas Roerich und Boris Kustodiev, die
bereits vor mehr als 100 Jahren in Wien zu sehen waren und die
beiderseitigen Einflüsse dieses kulturellen Austausches
veranschaulichen.

In der zweiten Schau der Reihe "Meisterwerke im Fokus" im Jahr 2014
steht ab Mitte September das Werk des Malers Josef Dobrowsky
(1889-1964), eines der wichtigsten heimischen Künstler der
Zwischenkriegszeit und Wegbereiter der modernen Malerei in
Österreich, in seiner gesamten Bandbreite im Zentrum. "Hagenbund -
Ein europäisches Netzwerk der Moderne (1900 bis 1938)" beleuchtet ab
Anfang Oktober im Unteren Belvedere, wie die Wiener
Künstlervereinigung sowohl die heimische als auch die
mitteleuropäische Kunstszene zwischen 1900 und 1938 maßgeblich
prägte. Im Rahmen der Ausstellung wird erstmals die Netzwerkanalyse
als Werkzeug der Kunstwissenschaft zur Untersuchung von historischen
Präsentationen des Vereins herangezogen, um künstlerische
Entwicklungen in der Zwischenkriegszeit neu zu bewerten. Ab Ende
Oktober stehen in der Orangerie Claude Monet, einer der
Hauptvertreter des Impressionismus, und die tiefgreifenden
Auswirkungen seiner Malerei auf die österreichische Kunst im Fokus -
"Im Lichte Monets - Österreichische Künstler und das Werk von Claude
Monet" vereint Arbeiten des französischen Ausnahmemalers, die um 1900
in Wien zu sehen waren oder als Vorbilder dienten, und präsentiert
sie mit Gemälden und Fotografien österreichischer Künstler jener
Zeit.

Auch in diesem Jahr macht die größte Schaurestaurierung in der
Geschichte des Belvedere die umfassenden Arbeiten an dem künstlerisch
herausragenden Ensemble von acht wertvollen mittelalterlichen
Holztafelgemälden Rueland Frueaufs des Älteren öffentlich zugänglich.
Bis voraussichtlich 2015 werden Expertinnen und Experten jedes
einzelne dieser kostbaren Flügelbilder mit umfangreichen
Untersuchungen und Maßnahmen wissenschaftlich erforschen,
restaurieren und konservieren. An zwei Tagen in der Woche (Dienstag
und Donnerstag) haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, in
der temporären Werkstatt im Oktogon den Restauratorinnen und
Restauratoren bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen.

Nach der Ausstellungspremiere der Sammlung Anne und Wolfgang Titze im
Sommer 2014 präsentiert das Belvedere mit "Martin van Meytens der
Jüngere" in den kürzlich eröffneten Prunkräumen des Winterpalais ab
Mitte November einen der bedeutendsten europäischen Maler des Barock
und einen bevorzugten Porträtisten des Kaiserhauses unter Maria
Theresia. Zudem werden Werke seiner wichtigsten Schüler gezeigt, die
den Übergang vom barocken Repräsentationsporträt zu einem dem
Zeitalter des Josephinismus und der Aufklärung verpflichteten Stil
repräsentieren.

21er Haus: Ausstellungen und Projekte 2014

Im 21er Haus eröffnet Franz Graf (* 1954) Ende Jänner das
Ausstellungsjahr 2014 - für "Franz Graf - Siehe was dich sieht"
entsteht eine neue Werkserie, der Arbeiten von zeitgenössischen
Künstlerinnen und Künstlern sowie Werke aus der Sammlung des
Belvedere und aus jener von Graf selbst gegenübergestellt werden. Die
Ausstellung ist gleichsam eine Bühne, auf der der Künstler seine
Installation permanent erweitert und alle zwei Wochen Performances
sowie kollaborative Kunstproduktionen stattfinden.

Ab Anfang Mai konzentriert sich "Wotruba im 21er Haus" in der
Präsentation "Fritz Wotruba - Zeichnungen und Steine" auf rund 50
Zeichnungen und einige bedeutende Steinskulpturen, die verdeutlichen,
wie sehr der prominente Bildhauer in seinen Zeichnungen jenen Prozess
der Reduktion des menschlichen Körpers vorbereitete, der sich in den
Skulpturen auswirkte. Die Schau bietet Gelegenheit, Wotrubas
jahrzehntelangen Weg von der menschlichen Figur hin zur Architektur
nachzuvollziehen.

Ebenfalls ab Anfang Mai zeigt das Kuratorinnenkollektiv What, How and
for Whom (Ivet Curlin, Ana Devic, Natasa Ilic, Sabina Sabolovic) aus
Zagreb in Kooperation mit den Wiener Festwochen die Ausstellung
"What, How and for Whom/WHW - Meeting Points 7: Zehntausend
Täuschungen und hunderttausend Tricks" (Designer: Dejan Krsic,
Organisation: Young Arab Theatre Fund (YATF), Brüssel, mit
Unterstützung von: Flemish Authorities, Allianz Kulturstiftung, Ford
Foundation, Australia Council for the Arts und Europäische
Kommission).

Im Sommer 2014 feiert die Sammlung Anne und Wolfgang Titze ihre
Ausstellungspremiere in zwei Häusern des Belvedere: im 21er Haus
sowie im Winterpalais (siehe oben). Die österreichisch-französische
Sammlung umfasst Schlüsselwerke der Minimal Art, konzeptueller und
postkonzeptueller Kunst, der Gruppe ZERO bis hin zu wesentlichen
Positionen der zeitgenössischen Kunst. Im Zusammenspiel mit dem
historischen Interieur des Innenstadtpalais und der luftigen
Atmosphäre des 21er Haus lassen sich jüngste Tendenzen und ihre
Wurzeln in Malerei, Skulptur, Grafik sowie Fotografie nachvollziehen.

Die Herbstausstellung 2014 im 21er Haus ist dem österreichischen
Künstler Peter Weibel gewidmet. "Peter Weibel - Eine Retrospektive
1964-2014. Warnung! Diese Ausstellung könnte Ihr Leben verändern."
präsentiert das Werk des Künstlers, das nicht durch eine
autobiografische Signatur, sondern durch Themenfelder und
Problemzonen wie die Mechanismen der Wahrnehmung und des Denkens, die
Eigenwelt der Apparatewelt, die Krise der Repräsentation, des Bildes
und des Museums, die Beziehung von Kunst, Politik und Ökonomie sowie
die Bedingungen des Betriebssystems Kunst geprägt ist.

Hervorragende Arbeit der Belvedere Kunstvermittlung

Im Jahr 2013 wurden an allen Belvedere Standorten insgesamt 2.675
Führungen mit rund 40.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, davon rund
1.500 Führungen für über 17.000 Kinder und Jugendliche unter 19
Jahren, durchgeführt. Besonders erfreulich entwickelte sich dabei das
Programm "Deutsch im Museum". Als einziges Bundesmuseum bietet das
Belvedere seit 2009 spezielle Programme an, die sich an kulturell und
sprachlich heterogene Klassen richten. Mit 4.200 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern entfielen 2013 bereits rund 25 % aller Führungen für
Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren auf Sprachförderprogramme
(Initiative des Belvedere Learning Center).

Das Ursula Blickle Archiv

Das Ursula Blickle Video Archiv versteht sich seit seiner Gründung im
Jahr 2007 als Modell zur Förderung und Sichtbarmachung von
zeitgenössischer Videokunst und gilt als eines der bedeutendsten
Archive mit Schwerpunkt auf den 1990er- und 2000er-Jahren. Es ist ein
stetig anwachsender, Recherche und Forschungsarbeit ermöglichender
Bewegtbild-Bestand für Studierende, Kunsthistorikerinnen und
Kunsthistoriker sowie ein interessiertes Publikum. Lehre und Praxis,
Forschung und Archiv sollen auf exemplarische Art und Weise
miteinander verbunden werden. Das Belvedere/21er Haus hat das Archiv
in Kooperation mit der Ursula Blickle Stiftung und der Universität
für angewandte Kunst Wien überarbeitet, erweitert und im Research
Center installiert. Aktuell befinden sich 2.600 Videoarbeiten von 173
heimischen wie internationalen Künstlerinnen und Künstlern im Ursula
Blickle Video Archiv, wovon derzeit 640 auf der neuen Website zu
sehen sind. Weitere Videos stehen auf der Sichtungsstation im
Belvedere Research Center zur Verfügung.

Bedeutende Forschungsprojekte

Mit Anfang Oktober 2013 konnte die Arbeit an dem vom Jubiläumsfonds
der Österreichischen Nationalbank genehmigten Forschungsprojekt
"Kunstrezeption in der 'Neuen Freien Presse' im Zeitraum 1901 bis
1910" (Leitung: Alfred Weidinger) begonnen werden. Das
Forschungsvorhaben hat das Ziel, alle kunsthistorisch relevanten
Inhalte der österreichischen Tageszeitung "Neue Freie Presse" für den
Zeitraum von 1901 bis 1910, eines der bedeutendsten Jahrzehnte für
die österreichische Kunst-, Kultur- und Geistesgeschichte, zu
recherchieren, auszuwerten und der Öffentlichkeit zugänglich zu
machen. Dies erfolgt in einer übersichtlich und vollständig
recherchierbaren Form über eine eigene Benutzeroberfläche auf der
Homepage des Belvedere. Das im April 2013 begonnene Forschungsprojekt
"Hagenbund - Ein europäisches Netzwerk der Moderne (1900 bis 1938)"
(Leitung: Matthias Boeckl; Sachbearbeitung: Harald Krejci) hat zum
Ziel, durch umfassende Grundlagenforschung und die kritische
Aufarbeitung bekannter Quellen neue Perspektiven für die
wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Hagenbund zu gewinnen.
Die Verknüpfung von Kunstgeschichte und Soziologie liefert eine auf
der Methode der Netzwerkanalyse basierende Aufarbeitung des
Materials, mithilfe derer eine umfassende Darstellung der Beziehungen
der Künstler des Hagenbundes untereinander, aber auch mit anderen
Institutionen innerhalb Wiens und europaweit erarbeitet wird. Das
Forschungsprojekt wird vom Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank finanziert.

Umfassende Schenkungen an das Belvedere im Jahr 2013

Im vergangenen Jahr erhielt das Museum umfassende Schenkungen wie u.
a. 800 Kunstwerke aus der Sammlung von Dr. Ingeborg und Dkfm.
Wolfgang Maurer (vor allem Gemälde und Zeichnungen sowie eine
wertvolle Sammlung von Uhren, Waffen und Möbeln von der Renaissance
bis ins 20. Jahrhundert). Darunter befinden sich zahlreiche Werke
namhafter österreichischer Künstler wie beispielsweise Johann
Christian Brand, Franz Christoph Janneck oder Martin Johann Schmidt
("Kremser Schmidt"). Weitere bedeutende Schenkungen waren der
dokumentarische und archivalische Nachlass des Künstlers August
Schaeffer von Wienwald mit historischen Dokumenten, Fotos,
Korrespondenz, Katalogen, Parten, Unterlagen, Skizzenbüchern sowie
Autografen (Briefe und Tagebücher), die umfassende Dokumentation zum
Schaffen Gerhart Frankls mit mehreren Tausend Ektachromen und
SW-Negativen sowie Korrespondenz, Artikeln, Publikationen und
Erläuterungen zum Werk des Künstlers aus dem Gerhart Frankl Memorial
Trust wie auch mehrere Hundert Grafiken und Aquarelle sowie
Korrespondenz aus dem Nachlass Herbert Boeckls von Künstlerin
Marie-Cécile Boog.

Ausgewählte Restaurierungsprojekte 2013-2016

Das umfassende, vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank
geförderte Restaurierungs- und Forschungsprojekt "Die Wiener
Tafelmalerei der Spätgotik und der Frühen Neuzeit 1430-1530", im
Rahmen dessen der Nachweis gelang, dass 23 Tafelbilder des Meisters
von Schloss Lichtenstein einst zu einem großen Flügelretabel
gehörten, konnte 2013 abgeschlossen werden. Sechs hauseigene Werke
des Altares wurden konserviert und restauriert. Der Abschluss der
umfassenden Konservierung und Restaurierung des großformatigen
spätbarocken Ölgemäldes "Die Familie des Grafen Nikolaus Pálffy von
Erdöd" von Martin van Meytens dem Jüngeren ist bis zum Sommer 2014
geplant. Die Ausstellung zu Martin van Meytens' Werk im Herbst 2014
zeigt u. a. die Maßnahmen zur Erhaltung des zuvor stark gefährdeten
Gemäldes auf. Das Projekt "Erforschung der Maltechnik von Gustav
Klimt" (von 2014 bis 2016 geplant) hat umfassende Analysen von Klimts
Maltechniken und den verwendeten Materialien zum Ziel. Das
Forschungsprojekt "Der Werkprozess und die Maltechnik von Ferdinand
Georg Waldmüller" (ebenfalls von 2014 bis 2016 geplant) befasst sich
durch die Untersuchung ausgewählter Werke mit der Malweise des
bedeutenden österreichischen Künstlers.

Presseunterlagen und hoch aufgelöste Bilder stehen unter
www.belvedere.at/presse für Pressezwecke zur Verfügung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BEL

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