WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Kraft der Familie - von Günter Fritz

Österreichs Hotellerie ist heute stärker als vor der Krise im Jahr 2007

Wien (OTS) - Die rund 12.000 heimischen Beherbergungsbetriebe stehen im Schnitt viel besser da, als allgemein oft angenommen wird: Das Zittern vor dem Verlauf der jeweiligen Saison und das Raunzen über die finanziellen und steuerlichen Rahmenbedingungen gehören zwar nach wie vor zur Branche wie der Schnee zum Winter und die Sonne zum Sommer, dennoch bilden sie die Realität nur bedingt ab. Wie die jüngsten Erhebungen der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank zeigen, haben sich die Hotels betriebswirtschaftlich betrachtet in den vergangenen Jahren deutlich verbessert (siehe Artikel Seite 2).

Auch wenn noch ein Drittel der Betriebe ein negatives Eigenkapital aufweist, so haben sich doch die entsprechenden Quoten der anderen auf fünf bis über acht Prozent (Drei- bzw. Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie) erhöht. Gleichzeitig wurden Betriebsgrößen und Offenhaltezeiten optimiert und das Angebot nachjustiert. Auch die Zahl der Insolvenzen hält sich in Grenzen. Die Betriebe kämpfen zwar weiter mit sinkenden Betriebsüberschüssen, dennoch wird wieder mehr investiert - ungeachtet immer strengerer Kreditvergaben der Banken.

Fazit: Trotz Krise ist Österreichs Hotellerie heute stärker als sie es davor, im Jahr 2007, war. Dass dies möglich ist, hat mehrere Gründe: Zum einen, dass der Urlaub für die Menschen offenbar zum Leben gehört wie das Atmen: Darauf zu verzichten kommt nicht infrage, auch wenn das Geld knapp sein sollte und bei den Nebenausgaben gespart werden muss. Zu anderem hat diese Stärke vor allem auch mit der typischen KMU-Struktur der Branche zu tun: Die meisten Beherbergungsbetriebe sind Familienunternehmen und dementsprechend groß ist die Identifikation mit dem eigenen Betrieb. Wenn es hart auf hart kommt, stehen der Hotelier und seine Angehörigen zusammen und arbeiten in der Regel so hart, wie es geht, für den Erfolg. Dabei entwickeln sie Kräfte und schaffen sich Möglichkeiten, wie sie in anders organisierten Unternehmen oder Konzernen nicht machbar sind.

Daraus können auch andere Branchen einiges lernen: Nämlich schwierige Rahmenbedingungen als Herausforderung zu betrachten, sie im Team anzunehmen und daran zu wachsen; immer besser zu werden, sich weiterzuentwickeln und nicht stehen zu bleiben - denn auch die Konkurrenz schläft nicht. Und nicht nur im Tourismus wird der internationale Wettbewerb immer härter.

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