Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Dezember bringt Rekordbeschäftigung aber auch weiter steigende Arbeitslosigkeit

Positives Signal - Zahl der gemeldeten neuen Stellen deutlich gestiegen

Wien (OTS/BMASK) - "Das Jahresende 2013 hat uns (für den Dezemberwert) mit 3,44 Millionen einen neuen Beschäftigtenhöchststand (+10.000 aktiv Beschäftigte) allerdings auch weiter zunehmende Arbeitslosigkeit beschert", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der Präsentation der Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember. Ende Dezember 2013 sind 361.279 Personen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos vorgemerkt. Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 38.298 bzw. +11,9 Prozent. Inklusive der TeilnehmerInnen an Schulungsmaßnahmen (66.864 Personen) des Arbeitsmarktservice sind nunmehr 428.143 (+42.705 bzw. +11,1 Prozent) Personen vorgemerkt. "Nach den aktuellen Prognosen der Wirtschaftsforscher wird die sich nun schon deutlich abzeichnende Erholung der Konjunktur den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Verlauf des neuen Jahres zumindest weiter abschwächen. Anlass zu Optimismus gibt hier vor allem auch die aktuelle Entwicklung der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen. Dem AMS wurden im Verlauf des Dezember 2013 insgesamt 12.267 neue Stellen gemeldet. Damit liegt die Zahl der Stellenzugänge um 12,6 Prozent über dem Dezember des Vorjahres", so Hundstorfer. ****

Überdurchschnittlich stark betroffen vom Arbeitslosigkeitsanstieg sind - unter anderem auch aus demographischen Gründen - ältere Arbeitskräfte (+23,0 Prozent), Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (+30,1 Prozent), nichtösterreichische StaatsbürgerInnen (+18,6 Prozent) und Frauen (+13,5 Prozent). Etwas günstiger im Vergleich zur Gesamtentwicklung zeigt sich die Situation für Männer (+10,9 Prozent), für FacharbeiterInnen mit Lehrausbildung (+9,6 Prozent) und vor allem auch für Jugendliche (+6,5 Prozent). Nicht zuletzt auf Grund der konsequenten Umsetzung der arbeitsmarktpolitischen Unterstützung für die jungen NeueinsteigerInnen in den Arbeitsmarkt ist die Zahl der arbeitslosen 15- bis 19-Jährigen - als einzige Altersgruppe - mit -1,2 Prozent sogar leicht rückläufig. "Die österreichische Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik hat aber bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie neue Herausforderungen überdurchschnittlich gut bewältigen kann. Nicht zuletzt deswegen liegt Österreich mit einer Arbeitslosenquote nach internationalen Maßstäben von nunmehr 4,8 Prozent seit mehr als zwei Jahren an unterster Stelle und auch bei der Jugendarbeitslosenquote bleibt Österreich mit 9,4 Prozent hinter Deutschland an zweiter Stelle", unterstrich der Sozialminister.

Im Bereich der Jugendbeschäftigung zeige sich die nach wie vor nur langsam in Schwung kommende Konjunktur. Die österreichischen Unternehmen bieten gegenwärtig mit 2.710 gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent weniger Ausbildungsstellen an. Der Bestand an vorgemerkten Lehrstellensuchenden liegt dagegen Ende Dezember mit 6.055 um 10,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Wie bereits in den Vormonaten steigt die Arbeitslosigkeit in Branchen mit einem traditionell höheren Anteil von Frauen wie Gesundheits- und Sozialwesen (+17,9 Prozent), Handel (+15,6 Prozent) und Tourismus (+13,7 Prozent) stärker an. Der Dienstleistungsbereich "hinkt" der Konjunkturentwicklung erfahrungsgemäß etwas hinterher. Während das wirtschaftliche Wellental bereits verlassen wird, nimmt die Arbeitslosigkeit üblicherweise hier noch stärker zu. Allerdings liege derzeit auch in der Warenproduktion die Zahl der Arbeitssuchenden noch um 12,4 Prozent über dem Vorjahr. "Etwas beruhigt hat sich hingegen mit +5,1 Prozent die Entwicklung in der Baubranche und auch in der konjunktursensiblen Arbeitskräfteüberlassung scheinen mit +8,5 Prozent die Zeiten zweistelliger Zuwächse vorüber zu sein", sagte der Minister.

Für das Gesamtjahr 2013 ergebe sich nach dem Vorliegen der letzten Daten damit folgendes Bild: Im Jahresdurchschnitt waren in Österreich 3.482.000 und damit um 16.000 mehr Personen unselbständig beschäftigt. Trotz der lang anhaltenden Krise) hatten in Österreich niemals zuvor so viele Arbeitskräfte einen Arbeitsplatz. Beschäftigungsgewinner waren der Tourismus (+4.000), das Gesundheits-und Sozialwesen (+3.000) und der Handel (+2.700). In der Warenproduktion ist die jahresdurchschnittliche Beschäftigung dagegen gleich geblieben und im Bau um etwas über 1.000 zurückgegangen. "Allmählich steigendes Pensionsalter, weiter zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen und zusätzliche Arbeitskräfte aus anderen EU-Mitgliedsstaaten haben 2013 in Summe dazu beigetragen, dass im Jahresmittel um 43.000 mehr Personen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt aufgetreten sind", betonte Hundstorfer. Damit hat das Arbeitskräfteangebot stärker zugenommen als die zusätzliche Nachfrage. In der Folge hat dies im Gesamtjahr zu einem Anstieg der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Arbeitslosen um 26.564 (+10,2 Prozent) auf 287.207 geführt.

"Trotz des nunmehr wieder etwas günstigeren Gesamttrends wird das Jahr 2014 neue und weiterhin große Herausforderungen für die Arbeitsmarktpolitik bringen", sagte Hundstorfer. Nach wie vor gelte es Arbeitsuchende dabei zu unterstützen Qualifikationen nachzuholen (Ende Dezember 2013 haben 47 Prozent der vorgemerkten Arbeitslosen keine formale berufliche Ausbildung), trotz der bereits sichtbaren Erfolge bei der Hilfe für Jugendliche beim Einstieg in den Arbeitsmarkt und WiedereinsteigerInnen in den Arbeitsmarkt neue Chancen zu eröffnen. Der nunmehr freie Zugang von Arbeitskräften aus den EU-Beitrittsländern 2007 wird der österreichischen Wirtschaft neue Fachkräfte bringen und damit den beginnenden Wirtschaftsaufschwung zusätzlich unterstützen. Und mit der nunmehr in Kraft getretenen Neuregelung der Invaliditätspensionen wird das Pensionszugangsalter weiter ansteigen. "Trotz umfangreicher Begleitmaßnahmen werden dadurch mehr ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Personen nach neuen Chancen suchen. Diesen Personen wird es besonders gelten entsprechende Unterstützung zu geben", schloss Hundstorfer.

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