• 02.01.2014, 09:29:03
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Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Dezember bringt Rekordbeschäftigung aber auch weiter steigende Arbeitslosigkeit

Positives Signal - Zahl der gemeldeten neuen Stellen deutlich gestiegen

Utl.: Positives Signal - Zahl der gemeldeten neuen Stellen deutlich
gestiegen =

Wien (OTS/BMASK) - "Das Jahresende 2013 hat uns (für den
Dezemberwert) mit 3,44 Millionen einen neuen Beschäftigtenhöchststand
(+10.000 aktiv Beschäftigte) allerdings auch weiter zunehmende
Arbeitslosigkeit beschert", unterstrich Sozialminister Rudolf
Hundstorfer anlässlich der Präsentation der Arbeitsmarktdaten für den
Monat Dezember. Ende Dezember 2013 sind 361.279 Personen beim
Arbeitsmarktservice arbeitslos vorgemerkt. Dies bedeutet eine Zunahme
gegenüber dem Vorjahr um 38.298 bzw. +11,9 Prozent. Inklusive der
TeilnehmerInnen an Schulungsmaßnahmen (66.864 Personen) des
Arbeitsmarktservice sind nunmehr 428.143 (+42.705 bzw. +11,1 Prozent)
Personen vorgemerkt. "Nach den aktuellen Prognosen der
Wirtschaftsforscher wird die sich nun schon deutlich abzeichnende
Erholung der Konjunktur den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Verlauf
des neuen Jahres zumindest weiter abschwächen. Anlass zu Optimismus
gibt hier vor allem auch die aktuelle Entwicklung der beim
Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen. Dem AMS wurden im
Verlauf des Dezember 2013 insgesamt 12.267 neue Stellen gemeldet.
Damit liegt die Zahl der Stellenzugänge um 12,6 Prozent über dem
Dezember des Vorjahres", so Hundstorfer. ****

Überdurchschnittlich stark betroffen vom Arbeitslosigkeitsanstieg
sind - unter anderem auch aus demographischen Gründen - ältere
Arbeitskräfte (+23,0 Prozent), Personen mit gesundheitlichen
Einschränkungen (+30,1 Prozent), nichtösterreichische
StaatsbürgerInnen (+18,6 Prozent) und Frauen (+13,5 Prozent). Etwas
günstiger im Vergleich zur Gesamtentwicklung zeigt sich die Situation
für Männer (+10,9 Prozent), für FacharbeiterInnen mit Lehrausbildung
(+9,6 Prozent) und vor allem auch für Jugendliche (+6,5 Prozent).
Nicht zuletzt auf Grund der konsequenten Umsetzung der
arbeitsmarktpolitischen Unterstützung für die jungen
NeueinsteigerInnen in den Arbeitsmarkt ist die Zahl der arbeitslosen
15- bis 19-Jährigen - als einzige Altersgruppe - mit -1,2 Prozent
sogar leicht rückläufig. "Die österreichische Beschäftigungs- und
Arbeitsmarktpolitik hat aber bereits in der Vergangenheit bewiesen,
dass sie neue Herausforderungen überdurchschnittlich gut bewältigen
kann. Nicht zuletzt deswegen liegt Österreich mit einer
Arbeitslosenquote nach internationalen Maßstäben von nunmehr 4,8
Prozent seit mehr als zwei Jahren an unterster Stelle und auch bei
der Jugendarbeitslosenquote bleibt Österreich mit 9,4 Prozent hinter
Deutschland an zweiter Stelle", unterstrich der Sozialminister.

Im Bereich der Jugendbeschäftigung zeige sich die nach wie vor
nur langsam in Schwung kommende Konjunktur. Die österreichischen
Unternehmen bieten gegenwärtig mit 2.710 gemeldeten offenen
Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent weniger
Ausbildungsstellen an. Der Bestand an vorgemerkten
Lehrstellensuchenden liegt dagegen Ende Dezember mit 6.055 um 10,5
Prozent über dem Wert des Vorjahres. Wie bereits in den Vormonaten
steigt die Arbeitslosigkeit in Branchen mit einem traditionell
höheren Anteil von Frauen wie Gesundheits- und Sozialwesen (+17,9
Prozent), Handel (+15,6 Prozent) und Tourismus (+13,7 Prozent)
stärker an. Der Dienstleistungsbereich "hinkt" der
Konjunkturentwicklung erfahrungsgemäß etwas hinterher. Während das
wirtschaftliche Wellental bereits verlassen wird, nimmt die
Arbeitslosigkeit üblicherweise hier noch stärker zu. Allerdings liege
derzeit auch in der Warenproduktion die Zahl der Arbeitssuchenden
noch um 12,4 Prozent über dem Vorjahr. "Etwas beruhigt hat sich
hingegen mit +5,1 Prozent die Entwicklung in der Baubranche und auch
in der konjunktursensiblen Arbeitskräfteüberlassung scheinen mit +8,5
Prozent die Zeiten zweistelliger Zuwächse vorüber zu sein", sagte der
Minister.

Für das Gesamtjahr 2013 ergebe sich nach dem Vorliegen der
letzten Daten damit folgendes Bild: Im Jahresdurchschnitt waren in
Österreich 3.482.000 und damit um 16.000 mehr Personen unselbständig
beschäftigt. Trotz der lang anhaltenden Krise) hatten in Österreich
niemals zuvor so viele Arbeitskräfte einen Arbeitsplatz.
Beschäftigungsgewinner waren der Tourismus (+4.000), das Gesundheits-
und Sozialwesen (+3.000) und der Handel (+2.700). In der
Warenproduktion ist die jahresdurchschnittliche Beschäftigung dagegen
gleich geblieben und im Bau um etwas über 1.000 zurückgegangen.
"Allmählich steigendes Pensionsalter, weiter zunehmende
Erwerbsbeteiligung von Frauen und zusätzliche Arbeitskräfte aus
anderen EU-Mitgliedsstaaten haben 2013 in Summe dazu beigetragen,
dass im Jahresmittel um 43.000 mehr Personen auf dem österreichischen
Arbeitsmarkt aufgetreten sind", betonte Hundstorfer. Damit hat das
Arbeitskräfteangebot stärker zugenommen als die zusätzliche
Nachfrage. In der Folge hat dies im Gesamtjahr zu einem Anstieg der
beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Arbeitslosen um 26.564 (+10,2
Prozent) auf 287.207 geführt.

"Trotz des nunmehr wieder etwas günstigeren Gesamttrends wird das
Jahr 2014 neue und weiterhin große Herausforderungen für die
Arbeitsmarktpolitik bringen", sagte Hundstorfer. Nach wie vor gelte
es Arbeitsuchende dabei zu unterstützen Qualifikationen nachzuholen
(Ende Dezember 2013 haben 47 Prozent der vorgemerkten Arbeitslosen
keine formale berufliche Ausbildung), trotz der bereits sichtbaren
Erfolge bei der Hilfe für Jugendliche beim Einstieg in den
Arbeitsmarkt und WiedereinsteigerInnen in den Arbeitsmarkt neue
Chancen zu eröffnen. Der nunmehr freie Zugang von Arbeitskräften aus
den EU-Beitrittsländern 2007 wird der österreichischen Wirtschaft
neue Fachkräfte bringen und damit den beginnenden
Wirtschaftsaufschwung zusätzlich unterstützen. Und mit der nunmehr in
Kraft getretenen Neuregelung der Invaliditätspensionen wird das
Pensionszugangsalter weiter ansteigen. "Trotz umfangreicher
Begleitmaßnahmen werden dadurch mehr ältere und gesundheitlich
beeinträchtigte Personen nach neuen Chancen suchen. Diesen Personen
wird es besonders gelten entsprechende Unterstützung zu geben",
schloss Hundstorfer.

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