• 01.01.2014, 10:24:32
  • /
  • OTS0013 OTW0013

"2014 besonderes Jahr für Europa" - Bünker ruft zur Teilnahme an EU-Wahl auf

Evangelischer Bischof in ORF-Neujahrsansprache: "Jeder kann dazu beitragen, dass Europa ein Europa der Bürgerinnen und Bürger werde"

Utl.: Evangelischer Bischof in ORF-Neujahrsansprache: "Jeder kann
dazu beitragen, dass Europa ein Europa der Bürgerinnen und
Bürger werde" =

Wien (OTS/epdÖ) - Als ein besonderes Jahr für Europa bezeichnete
der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker das Jahr 2014 in
seiner Neujahrsansprache. Die Wahlen zum europäischen Parlament, aber
auch das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100
Jahren würden das kommende Jahr prägen, zeigte sich Bünker in der
TV-Ansprache, die am 1. Jänner auf ORF2 ausgestrahlt wurde,
überzeugt.

"Krieg und Frieden, Gewalt und Menschenrechte, Diktatur und
Demokratie liegen dicht beieinander, fast so, als ob es dem Kontinent
in die Wiege gelegt worden wäre", sagte Bischof Bünker, der auch
Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist.
"Es stimmt schon, Europa ist der Kontinent, der aus Blut, Tränen und
Schmerzen geboren wurde", so der Bischof bei der Ansprache, die vor
dem Bild der Europa im Kunsthistorischen Museum Wien aufgenommen
wurde. Er erinnerte an den Ersten Weltkrieg und an das verheerende
Blutbad, dass dieser angerichtet habe. Viele Menschen würden sich
auch heute noch fragen, ob dies alles nicht zu verhindern gewesen
wäre? Aber auch der von den Nationalsozialisten losgetretene Zweite
Weltkrieg habe viel Leid über den Kontinent gebracht. Sechs Millionen
Juden wurden im Holocaust ermordet.

Für offenen und legalen Zugang nach Europa

Heute könnte Europa auf sechzig Jahre Frieden zurückblicken, mit
Ausnahme der Balkankriege vor zwanzig Jahren. Die Europäische Union
habe deshalb aus Sicht Bünkers auch zu Recht den Friedensnobelpreis
vor zwei Jahren gewonnen. Kritisch äußerte sich der Bischof zur
Flüchtlingspolitik. "Europa schottet sich ab. Wer zu uns kommen will,
muss sich Schleppern anvertrauen und riskiert nicht selten sein
eigenes Leben. Es braucht wieder einen offenen und legalen Zugang
nach Europa." Dazu gehöre die globale Verantwortung für
Gerechtigkeit. Seit Jahren würden sich evangelische Aktionen wie etwa
"Brot für die Welt" auch dafür einsetzen, dass Europa wieder seine
Verantwortung für ein menschenwürdiges Leben in jenen Länder
wahrnehme, in denen Hunger und Armut herrschen.

Als besorgniserregend bezeichnet Bünker die Bank- und Finanzkrise
sowie die hohe Arbeitslosenquote besonders unter jungen Menschen.
"Die persönliche Sorge um die Zukunft führt dazu, dass immer mehr
Menschen ihr Heil in einem Rückzug in die nationale Wagenburg sehen."

Mit der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai dieses Jahres habe
jede und jeder die Möglichkeit, mitzugestalten, welche politische
Zukunft für Europa gelten soll, damit Europa ein Europa der
Bürgerinnen und Bürger werde. "Die evangelischen Kirchen setzen sich
seit Langem für die europäische Integration, für das Friedens- und
Zukunftsprojekt Europa ein. Daher rufen wir auch dazu auf, dass sich
alle, gerade auch jene, die Europa skeptisch und kritisch
gegenüberstehen, an dieser Wahl beteiligen", so Bünker.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EPD

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel