WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die 13 hatte heuer Symbolcharakter - von Eva Komarek

Die heimische Politik war wegen des Wahlkampfes in Dauerlähmung

Wien (OTS) - Lange Zeit hat die Realwirtschaft in Österreich der Krise gut standgehalten. Doch just in dem Jahr, das die Unglückszahl 13 enthält, trifft die Krise auch unser Land. Es häuften sich die Großinsolvenzen, die Arbeitslosigkeit hat zugenommen und der Exportmotor geriet endgültig ins Stottern. Das Problem ist, dass die Krise schon zu lange dauert und vor allem auch die Wirtschaft Deutschlands, unserem wichtigsten Handelspartner, kaum wuchs.

Nachdem es zuerst nur viele Klein-und Mittelbetriebe erwischte, ist die Durststrecke heuer auch für große Unternehmen zu lange geworden. So schrieb die Alpine als größte Pleite der österreichischen Geschichte einen traurigen neuen Rekord. Die Wirtschaft scheint demoralisiert. So stand steter Jobabbau an der Tagesordnung. Viele Unternehmen haben die Hoffnung aufgegeben, dass die Auslastung wieder auf Vorkrisenniveau steigen könnte.

Während sie 2009 noch Kurzarbeit nutzten, wurden Mitarbeiter heuer gekündigt. Damit ist auch die Arbeitslosenrate kräftig gestiegen, der Konsum parallel dazu gesunken - ein Teufelskreis. Und die heimische Politik war arbeitstechnisch aufgrund des Wahlkampfes quasi in Dauerlähmung.

Doch wenn wir den euphorischen Worten von Nationalbank-Chef Ewald Nowotny glauben dürfen, der Anfang Dezember das Ende der Rezession in der Eurozone ausrief, könnte 2014 ein besseres Jahr werden. Auch die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS sind für das kommende Jahr zuversichtlich und rechnen für Österreich mit einem Wachstum von 1,7 Prozent.

Wesentlich dazu beitragen, dass 2014 ein gutes Jahr wird, könnte die neue Regierung. Allein: Es fehlt der Glaube. Das Regierungsübereinkommen enthält keine Lösungen für die wirklich wichtigen Probleme in den Bereichen Bildung, Verwaltung, Finanzen und Pensionen. Stattdessen werden Kommissionen geschaffen, die überlegen sollen, wie man den Eingangssteuersatz senkt und ob man ein IT-Amt schaffen sollte. Es ist zu befürchten, dass die neue alte Regierung 2014 genauso weiterwurstelt wie bisher.

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