• 20.12.2013, 10:22:22
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AK zu ÖBB: Neue Tarife für Fahrgäste nicht durchschaubar

Reisen schwerer planbar. Flexibilität für Fahrgäste wird eingeschränkt

Utl.: Reisen schwerer planbar. Flexibilität für Fahrgäste wird
eingeschränkt =

Wien (OTS) - "Wer ab 1. Jänner per Wochenkarte von Wien nach Linz und
zurück will, weiß heute noch nicht, was das kosten wird", sagt AK
Präsident Rudi Kaske. Die neuen Tarife der ÖBB sind zwar breit
beworben worden und bringen auch einige Verbesserungen etwa für
Familien, MindestpensionistInnen und Menschen mit Behinderungen.
Klare Infos, was welche Fahrt im Detail kostet, gibt es aber nur für
Einzelbeispiele. "Das ist eine kundenfeindliche Informationspolitik.
Wer eine neue Preisstruktur einführt, muss auch die einfache und
schnelle Info darüber bereitstellen. Ratespiele gehören in die
Millionenshow und nicht in die ÖBB-Kundeninformation", so Kaske. Wer
jetzt schon weiß, wann er im Jänner verreisen will, kann zwar zum
Jetzt-Preis buchen. Er erfährt aber nicht, ob eine Buchung im Jänner
nach den neuen Tarifen günstiger für ihn wäre. Auch eine kritische
Beurteilung aus Sicht des Konsumentenschutzes wird durch diese
Geheimniskrämerei ums neue Tarifsystem unmöglich gemacht. So viel
aber kann man schon jetzt aus den spärlichen Informationen
herauslesen: Die Flexibilität, die für die Fahrgäste immer ein
Vorteil ist, wird deutlich eingeschränkt und nachvollziehbare,
übersichtliche Tarifinformationen fehlen.

Hin- und Rückfahrttickets für längere Reisen, also jene die über
Strecken von 100 Kilometern hinaus gehen, galten früher 30 Tage. Ab
1. Jänner sind sie nur noch für 2 Tage gültig.Die Rückgabe von
Tickets noch vor Antritt der Reise wird zwar günstiger, statt bisher
3 Euro kostet das die Fahrgäste nichts mehr. Aber ab dem ersten
Gültigkeitstag wird sofort die höhere Rückgabe-Gebühr von mind. 15
Euro oder 50 Prozent des Ticketpreises fällig. Noch schwerer wiegt
jedoch, dass Fahrkarten an einem Bahnhof mit besetztem Schalter
zurückzugeben sind. Und das ist vor allem am Wochenende außerhalb der
Zentren fast unmöglich.

Aus Sicht der AK wird mit dem neuen Tarifsystem der Tarifdschungel
gelichtet, was auch für die Fahrgäste Vorteile bringt. So kommen
Menschen mit Behinderungen in Zukunft unbürokratisch zu einem
ermäßigten Ticket. Eine echte Verbesserung bringt die neue
Vorteilscard Family, bei der man nicht nur die eigenen Kinder gratis
mitnehmen kann. Positiv ist auch, die Gratis-Vorteilscard Senior für
MindestrentnerInnen. Aber auch hier sind die Informationen für die
NutzerInnen noch zu verbessern und kundenfreundlicher zu gestalten.

Für die Fahrgäste wird das neue Tarifsystem in einigen Bereichen auch
undurchsichtiger: Preise sind nur mehr direkt bei der Buchung für
einzelne Fahrtstrecken angegeben, eine übersichtliche
Tarifinformation über Standardpreise nach Kilometern oder
Tarifeinheiten, Gebühren und Kosten für Kundenkarten fehlt.
Teilinformationen sind unübersichtlich auf der Internetseite
verteilt. So wird die Beurteilung, ob ein Spar- oder Kombi-Angebot
wirk-lich günstiger ist, für die Kunden und Kundinnen unmöglich.

Die Angabe der Bahnkilometer war bisher Standard bei der ÖBB
Fahrplan-Auskunft am Telefon und im Internet. Sie soll künftig
abgeschafft werden. Damit sind Preistransparenz und Vergleichbarkeit
für die Fahrgäste nicht mehr gegeben. "Im Handel werden auf Druck der
Konsumentenschützer wieder Grundpreise mit ausgezeichnet. Die Bahn
geht mit der Abschaffung der Bahnkilometer-Angabe genau den anderen
Weg", so Kaske weiter.
"Die neue Tarifstruktur beginnt mit einem Fehlstart. Wie sich die
neue Tarifstruktur für die Fahrgäste auswirkt, werden wir genau im
Auge behalten", kündigte der Arbeiterkammerpräsident an.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

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