• 20.12.2013, 09:42:17
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UNHCR-Bericht: Vertreibung im ersten Halbjahr 2013 stark angestiegen

1,5 Millionen Menschen mussten bis Ende Juni 2013 aus ihrem Heimatland flüchten

Utl.: 1,5 Millionen Menschen mussten bis Ende Juni 2013 aus ihrem
Heimatland flüchten =

Genf/Wien (OTS) - UNHCR warnte heute auf Basis des aktuellen Berichts
"Mid-Year Trends 2013", dass heuer aufgrund der stark steigenden
Vertreibung ein trauriger Rekord bei der Anzahl von Flüchtlingen und
Binnenvertriebenen erreicht werden könnte. Allein im Berichtszeitraum
bis Ende Juni mussten 5,9 Millionen Menschen aus ihrer Heimat
flüchten, im Vergleich zu 7,6 Millionen im gesamten Jahr 2012. Die
größte Zahl neuer Vertreibungen wurde in Syrien registriert.

Der UNHCR-Bericht "Mid-Year Trends 2013" basiert überwiegend auf
Informationen, die von den mehr als 120 UNHCR-Länderbüros zur
Verfügung gestellt wurden. Er zeigt einen starken Anstieg mehrerer
wichtiger Indikatoren, darunter die Zahl der neu vertriebenen
Flüchtlinge: 1,5 Millionen Menschen wurden in den ersten sechs
Monaten des Jahres zu Flüchtlingen, im Vergleich dazu waren es im
gesamten Jahr 2012 1,1 Millionen Flüchtlinge. Insgesamt gibt es
weltweit nun 11,1 Millionen Flüchtlinge, das entspricht einem
signifikanten Anstieg um 600.000 Flüchtlinge im ersten Halbjahr 2013.

Auch die Anzahl der Menschen, die zu Binnenflüchtlingen wurden,
ist im Steigen begriffen: So weist der Bericht für das erste Halbjahr
2013 vier Millionen neue Binnenvertriebene aus, im Jahr 2013 waren es
insgesamt 6,5 Millionen. Damit steigt die Zahl der Binnenvertriebenen
unter dem Mandat von UNHCR von 17,7 Millionen auf 20,8 Millionen.

Zusätzlich wurden im ersten Halbjahr 450.000 Asylanträge
registriert, was ungefähr dem Niveau des Vorjahres entspricht.
Insgesamt wird im Bericht das erste Halbjahr 2013 als "eine der
schlimmsten Perioden in Bezug auf Flucht und Vertreibung der letzten
Jahrzehnte" bezeichnet.

"Es fällt schwer, solche Zahlen zu sehen und nicht danach zu
fragen, warum heutzutage so viele Menschen zu Flüchtlingen oder
Binnenvertrieben werden", so António Guterres,
UN-Flüchtlingshochkommissar. "Humanitäre Organisationen leisten
lebensrettende Hilfe, aber wir können Kriege nicht verhindern oder
beenden - dafür bedarf es politischer Bemühungen, sowie politischen
Willens und darauf muss auf internationaler Ebene sehr viel mehr
gemeinsames Augenmerk gelegt werden."

Aufgrund der ungeheuren Eskalation neuer Konflikte ist die
welweite Vertreibung mit rund 45,2 Millionen Betroffenen auf dem
höchsten Niveau seit den frühen 1990er Jahre. Diese Zahl bezieht sich
auf Ende 2012 - aktualisiertes Datenmaterial für das gesamte Jahr
wird erst Mitte 2014 verfügbar sein - und es ist zu befürchten, dass
dieser Höchststand aufgrund der Vertreibung in und aus Syrien noch
übertroffen wird.

Gleichzeitig kehrten während der ersten sechs Monate im Jahr 2013
189.300 Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurück, während 33.700 im
Rahmen von Resettlement in Drittstaaten angesiedelt wurden. Rund
688.000 Binnenvertriebene kehrten an ihre Heimatorte zurück.
Afghanistan ist nach wie vor das Hauptherkunftsland von Flüchtlingen
(2,6 Millionen) und Pakistan beherbergt die meisten Flüchtlinge (1,6
Millionen).

UNHCR ist weltweit für Flüchtlinge und Binnenvertriebene tätig,
mit Ausnahme von palästinensischen Flüchtlingen, die unter dem Mandat
der UN-Schwesteragentur UNRWA stehen und Binnenflüchtlingen, die von
ihrem Heimatstaat Unterstützung erhalten. UNHCR veröffentlicht
jährlich im Juni mit dem "Global Trends"-Bericht Daten über Flucht
und Vertreibung weltweit.

Der heute veröffentlichte "Mid-Year Trends 2013" Bericht ist unter
www.unhcr.at verfügbar.

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