AK: Ökostrom-Reform muss in Angriff genommen werden

Stromrechnung steigt 2014 durch höhere Ökostromförderkosten deutlich an

Wien (OTS) - Die Stromrechnungen werden 2014 kräftig ansteigen: Denn für die Förderung des Ökostroms zahlt ein durchschnittlicher Haushalt (3.500 kWh) im kommenden Jahr bereits 82 Euro (inkl. MwSt) - und somit um ein Drittel mehr als 2013 "Angesichts der steigenden Kosten muss daher die im Regierungsprogramm angekündigte Reform des Ökostromgesetzes rasch umgesetzt werden", fordert AK Wien Direktor Werner Muhm.

Die mit Jänner in Kraft tretende Ökostromförderbeitragsverordnung des Wirtschaftsministers bringt den Konsumentinnen und Konsumenten eine negative Überraschung auf der Stromrechnung: Die absoluten Zuschläge zu den Netznutzungs- und Netzverlustentgelten auf der für Haushalte relevanten Netzebene 7 werden um rund 35 Prozent erhöht. Damit steigen die Ökostromförderkosten für einen durchschnittlichen Strom-Haushalt (3.500 kWh) auf jährlich knapp 82 Euro (inkl. Ökostrompauschale und MWst.). Der Anteil der Ökostromkosten an einer durchschnittlichen Strom-Jahresrechnung beträgt somit im Schnitt bereits 14 Prozent.

Dagegen werden die Zuschläge für einige große Industrieunternehmen - die auf Netzebene 1 bis 2 angeschlossen sind - um mehr als 70 (!) Prozent reduziert. Diese ungerechte Verteilung der Kosten resultiert aus dem derzeitigen Ökostrom-Förderregime, durch das die Ökostromgelder über einen Zuschlag zu den Netzentgelten aufgebracht werden. Somit ergibt sich folgende Schieflage: Haushalte verbrauchen knapp 25 Prozent des Stromes, zahlen aber bis zu 40 Prozent der Kosten der Ökostromförderung. Der Verbrauch der Industrie beträgt immerhin 20 Prozent, ihr Kostenbeitrag lediglich sechs Prozent. "Es kann nicht sein, dass die Kosten für die natürlich auch aus AK Sicht notwendige und wichtige Energiewende zu einem großen Teil von den KonsumentInnen getragen werden. Eine faire Verteilung muss her", sagt AK Wien Direktor Muhm.

Außerdem könne es nicht sein, dass mit öffentlichen Fördergeldern die Renditen privater Unternehmen finanziert werden. Denn AK Analysen zeigen, dass die Umsatzrendite des größten Windkraftbetreibers 13 Prozent ausmacht, jene der traditionellen Energieversorger bei rund 5,5 Prozent liegt.

Die AK fordert daher die rasche Umsetzung der im Regierungsprogramm angeführten Maßnahmen wie:

+ ein sozial-, umwelt- und wirtschaftsverträgliches Ökostromsystem mit einer Verbesserung des Fördersystems

+ die Sicherung von bestehenden Biogasanlagen der 2. Generation durch Nachfolgetarife

+ ein entsprechendes Ausstiegsszenario für ineffizient wirtschaftende Biogasanlagen

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