SPIELEMANIPULATIONEN - MANIPULATIONSSKANDAL: Stellungnahme des Österreichischen Buchmacherverbandes:

Wien (OTS) - 1.) Der Österreichische Buchmacherverband verurteilt jede Art von Manipulation der Ergebnisses sportlicher Wettkämpfe und setzt sich für eine lückenlose Aufklärung aller bekannten Vorfälle ein.

Aus der Sicht des Verbandes ist darüber hinaus notwendig, alle wirksamen Maßnahmen zu treffen, um Manipulationen von sportlichen Ereignissen von vornherein zu unterbinden.

2.) Der Österreichische Buchmacherverband sieht in der Manipulation von Ergebnissen sportlicher Wettkämpfe eine eminente Gefahr für den Sport. Es steht letztlich zu befürchten, dass auch das interessierte Sportpublikum sich abwendet, wenn manipulierte sportliche Wettkämpfe "dargeboten" werden.

Es geht um die Reinheit des Sports und um die Glaubwürdigkeit aller, die am Sportgeschehen teilhaben.

3.) Die in der Vergangenheit zutage getretene kriminelle Energie ist dort zu bekämpfen, wo sie in Erscheinung tritt. Manipuliert wurde - wenn man die bisherigen Erfahrungen der letzten Jahren im In- und Ausland zusammenfasst - von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern. Bei diesen Personen haben die Maßnahmen zur Verhinderung von Wettkampfmanipulationen anzusetzen.

4.) Die österreichischen Buchmacher sind nicht Täter, sondern Opfer von Spielmanipulationen. Aufgrund dieser Manipulationen haben sie offensichtlich in der Vergangenheit zu Unrecht scheinbare Wettgewinne ausbezahlt. Der finanzielle Schaden dürfte beträchtliche Höhen erreichen.

Die im Zusammenhang mit Spielmanipulationen in den Medien gelegentlich erzeugte Negativstimmung gegen österreichische Wettunternehmer ist nicht nachvollziehbar. Diese haben an Manipulationen in keiner Weise mitgewirkt.

5.) Die österreichischen Wettunternehmer arbeiten - über den Österreichischen Buchmacherverband - mit dem ÖFB, der Bundesliga und der UEFA bereits seit 2005 zusammen, um allfällige Manipulationsversuche frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Ein auffälliges Wettverhalten der Wettkunden wird im Rahmen des sogenannten "Frühwarnsystems" schon vor Beginn des Spieles gemeldet, um die genannten Partner in die Lage zu versetzen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Darüber hinaus betreiben österreichische Wettunternehmer - schon aus Gründen des Selbstschutzes - ein ausgeklügeltes "Risk-Management". Sollten Wettangebote seitens der Kundschaft einlangen, die in ihrem Inhalt oder in ihrer Vielzahl auffällig sind, werden Wetten abgelehnt.

Durch Früherkennung im Rahmen des Risk-Management und durch Meldung an diverse Sportorganisationen üben gerade die österreichischen Buchmacher - und letztlich nur diese - eine für den Sport erhebliche Schutz- und Kontrollfunktion aus.

Letztlich arbeitet der Verband auch beim Verein zur Wahrung der Integrität im Sport (VWIS) mit.

6.) Die Live-Wette ( also Wetten während eines Spieles) bietet gegenüber der Pregame-Wette ( also Wetten vor Beginn eines Spieles) für etwaige Wettbetrüger entscheidende Nachteile, so dass die Live-Wette in diesem Zusammenhang eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Die in letzter Zeit öffentlich geführte Diskussion über "Live-Wetten" und "Ereignis-Wetten" geht am Thema vorbei. Ungeachtet des Umstandes, dass genaue gesetzliche Definitionen dieser Begriffe nicht vorliegen, kommen die als Beispiel häufig genannten Wetten (nächstes Out, nächster Corner) in der Praxis nicht vor.

Letztlich hilft die gesetzliche Einschränkung der buchmacherischen Tätigkeit in Österreich überhaupt nichts, wenn von ausländischen mafiösen Verbindungen österreichische Spiele manipuliert werden, um bei ausländischen Buchmachern zu wetten.

7.) Der Österreichische Buchmacherverband wird seinen Mitgliedern empfehlen, sich im gerichtlichen Strafverfahren gegen die Beschuldigten als Privatbeteiligte anzuschließen, um zumindest die Chance zu haben, zu Unrecht ausbezahlte Beträge zurückzubekommen.

Dass dies aus Beweisgründen und letztlich auch aus Gründen der mangelnden Eintreibbarkeit sehr schwierig sein wird, ist dem Verband bewusst.

Der Begriff "Wettskandal" ist grundsätzlich falsch bzw. irreführend. Wenn Banken laufend betrogen bzw. überfallen werden, spricht man auch nicht von einem Bankenskandal.

Österreichischer Buchmacherverband

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