André Heller erstmals im Doppelinterview mit Ferdinand Sarnitz auf Ö3: "Ich bereite meinen Sohn auf sein Erbe vor"

Wien (OTS) - Bis jetzt wollten sie gemeinsam keine Interviews geben -für Ö3 machten Eventkünstler André Heller und sein Sohn Ferdinand Sarnitz eine Ausnahme. Der 24jährige, der derzeit als Hip-Hop Künstler "Left Boy" internationale Karriere macht und gerade bei "Warner Music" einen Plattenvertrag unterschrieben hat: "Am Anfang war es heikel, weil ich nicht über meinen Vater berühmt werden und immer der 'Heller Bua' sein wollte. Aber jetzt habe ich ja mein 'Left Boy'-Projekt schon eigenständig ins Laufen gebracht, jetzt habe ich 170.000 Fans auf Facebook, einen Plattenvertrag und ausverkaufte Hallen. Jetzt spreche ich gerne mit und über meinen Vater." Und Heller analysiert das Erfolgsrezept seines Sohnes, der bereits in Buenos Aires, Hongkong, New York, Paris und Berlin aufgetreten ist:
"Er war ein verwöhnter Fratz und hat erstaunlich bald zu einer Ernsthaftigkeit gefunden. Er ist unerbittlich im bis zur letzten Tausendstel Sekunde die Dinge verbessern wollen. Und es nützt ihm natürlich, dass er gut aussieht."

In "Frühstück bei mir" mit Claudia Stöckl beschreiben Vater und Sohn Ähnlichkeiten und Unterschiede. Sarnitz: "Ich wollte kein Kind haben - so wie mein Vater auch mich zuerst nicht wollte. Ich dachte, es ruiniert mein Leben, ich hatte doch mein anderes Baby, die Musik. Erst als ich das Ultraschallbild gesehen habe, hat sich meine Meinung geändert." Heller: "Diese anfängliche Ablehnung, Vater zu werden, war ein vollkommenes Déjà vu für mich. Ich konnte ihm allerdings sagen, was mir niemand gesagt hatte: Das wird das großartigste in deinem Leben." Heute lebt der zweijährige Enkel Yves-Louis auch zeitweise mit Ferdinand, dessen Freundin und Opa Heller in der Wiener Wohnung.

Einen Laptop besitzt André Heller, aber nur um die gestreamten Konzerte seines Sohnes auf der ganzen Welt zu sehen: "Mein Sohn hat seine Karriere über das Internet gemacht - eine für mich fremde Welt. Ich selber habe nur ein Pensionisten-Handy, schreibe noch Notizen in kleine Lederbüchlein, und bin sogar so pervers noch in Lexika nachzuschlagen. Aber gemeinsam sind wir unschlagbar."

In vier Monaten will André Heller seine 7,5 Hektar Gartenlandschaft mit Museum und Kräutergarten in Marokko fertiggestellt haben: "Aber ich habe seelisch die Stafette bereits weitergegeben. Ich bereite Ferdinand schon auf sein Erbe vor. Er lernt von mir, wie man Garten pflegen muss, Pflanzen behandeln. Gärten sind wie Kinder, da kann man nicht alles delegieren. Und wir überlegen, ob wir unseren Sitz in Gardone in andere Hände geben. Vielleicht will jemand anderer dort eine neue Idee realisieren."

Und Heller, genauer Beobachter des politischen Geschehens, kommentierte auch die große Koalition: "Ich habe nicht die geringste Hoffnung, dass die irgendetwas zusammenbringen, was mich begeistert und die Qualität auf's Erstaunliche sponsern würde. Ich meine, dass alle Politiker überfordert sind - auch unser Bundeskanzler. Und ich bin von allen enttäuscht, den Grünen, SPÖ, Strache, vom Stronach. Sie übernehmen keine Verantwortung für die drängenden Probleme der Welt. Ich habe den Neos meine Stimme gegeben, weil ich mir dachte, die haben noch nicht bewiesen, dass sie es falsch machen. Die anderen habe es zu 98 Prozent bewiesen." Eine andere Person hat den ehemaligen Jesuitenschüler, der traumatisiert von seinen Erfahrungen damals aus der Kirche ausgetreten ist, allerdings positiv überrascht:
"Aber mir gefällt was in der katholischen Kirche passiert. Dass Papst Franziskus an Privilegien rüttelt. Er lebt gefährlich."

Das ganze Interview mit André Heller und Ferdinand Sarnitz ist unter oe3.orf.at nachzuhören.(hb)

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