- 13.12.2013, 17:39:43
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47. Wiener Gemeinderat (8)
Dringlicher Antrag zum Thema "Erhalt von Brauchtum, kulturellem Erbe und Tradition als unverzichtbaren Bestandteil einer festen sozialen Gemeinschaft", eingebracht von der FPÖ
Utl.: Dringlicher Antrag zum Thema "Erhalt von Brauchtum,
kulturellem Erbe und Tradition als unverzichtbaren Bestandteil
einer festen sozialen Gemeinschaft", eingebracht von der FPÖ =
Wien (OTS) - Die GemeinderätInnen der SPÖ präsentierten im Zuge des
Dringlichen Antrags im Plenum Fotografien von Nikolo-Besuchen in
Kindergärten.
GR Dominik Nepp (FPÖ) hielt fest, dass es sich um eine Missachtung
des christlichen Brauchs handle, wenn man "den Nikolaus" aus dem
Kindergarten verbanne. Es würde enormer Druck aufgebaut, die
PädagogInnen würden mit ihrer Entscheidung alleine gelassen. Die
Nikolausfeier im Rathaus könne die Feiern in den Kindergärten nicht
ersetzen. Die Tendenz zeige, dass man "im rot-grünen Wien"
christliches Brauchtum durch "Allerwelt-Symbolik" zu ersetzen
versuche. Das Verbot von Adventkränzen sei ebenso ein "Anschlag" auf
die Symbolik und das religiöse Sinnbild.
GR Dr. Wolfgang Ulm (ÖVP) wies darauf hin, dass die Konfrontation
mit den vielen Nikolausbildern zeige, dass sich die Mehrheit der SPÖ
mit religiösen Brauchtum identifiziere. Die SPÖ sei jedoch "nicht
unschuldig" am Antrag. Nikolausbesuche auszuschlagen sei
unverständlich, das Verbot von Adventkränzen sei ebenso ein
erkennbares Signal. Betreffend der Kreuzdebatte hob Ulm hervor, dass
die Bezirksräte von Rot-Grün bei einem früheren Antrag gegen Kreuze
gestimmt hätten. Es sei "unglaublich", dass Bürokratie das
Selbstverständnis von Adventfeiern verhindere.
GR David Ellensohn (Grüne) hielt fest, dass es sich hier nicht um
einen Kulturkampf handle. Es gebe kein falsches Brauchtum. Die
Herausforderung liege darin, dass sich viele Familien versuchten
unterschiedliche Bräuche selbst zurechtzulegen.
Es fehle am kulturellen Selbstbewusstsein, sagte GR Dr. Wolfgang
Aigner (Klubungebundener Mandatar). Bei "allem Respekt" für andere
Kulturen wäre ein "sowohl als auch" wünschenswert. Am Konkordat
hingen sich sämtliche Religionsgemeinschaften an. Das Kreuz sei ein
passives Symbol, es könne kein Amtsmissbrauch sein, Kreuze
aufzuhängen.
Es gebe Adventkränze und der Nikolaus besuche die einzelnen
Einrichtungen, unterstrich GR Heinz Vettermann (SPÖ). Es gebe die
Brandschutzverordnung für Wiener Schulen, es sei jedoch auch korrekt,
dass keinerlei Vorfälle mit Adventkranz-Kerzen bekannt seien. Die FPÖ
spreche die Unwahrheit um Ängste zu schüren. Vor allem "der Nikolaus"
sei auch bei nicht christlich erzogenen Kindern sehr beliebt und
durchaus kulturverbindend.
GR Johann Herzog (FPÖ) unterstellte in seinen Ausführungen der SPÖ
ein "langsames geplantes Rückdrängen" des Brauchtums. Die
Minderheiten würden sich durch viele gesteuerte Angelegenheiten
behutsam durchsetzen. Am Beispiel Niederösterreich und Oberösterreich
sei zu erkennen, dass man am Brauchtum festhalten wolle. Das
Verstecken christlicher Symbole habe in Wien System.
Weder "der Nikolaus" noch Adventkränze seien in Wien verboten,
bekräftigte GR Mag. Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Es gebe
Brandschutzbedingungen, an denen sich Länder orientieren und in denen
sich sicherheitstechnische Rahmen für PädagogInnen finden würden.
"Kultur wird nicht verordnet." PädagogInnen würden zudem Feste und
Traditionen anderer Kulturen in ihre Vermittlung aufnehmen. (forts.)
mos/lit
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