ASFINAG: Neue Studie zum "Phänomen Linksfahren" - Ärgernis und Sicherheitsrisiko

Wien (OTS) - Vier von fünf Lenkerinnen und Lenkern beobachten es häufig: Das "Phänomen Linksfahren", also der Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot auf österreichischen Autobahnen. Jetzt liegt auf Initiative der ASFINAG erstmals eine detaillierte Studie zu den Gründen für das Linksfahren und seinen Auswirkungen vor. Die Missachtung der Straßenverkehrsordnung ist ein Ärgernis, steht klar in Zusammenhang mit dem Risikofaktor Drängeln und wirkt sich so negativ auf die Verkehrssicherheit aus. Drei Typen von Linksfahrern wurden klassifiziert. Interessantes Detail: Ganze zwei Drittel der Befragten gaben zu - zumindest gelegentlich - selber links zu fahren.

Links- oder Mittelstreifenfahrer gehen selbst meist kein Risiko ein. Sie provozieren aber bei anderen Autofahrern aggressives Verhalten wie Drängeln, verbotenes Rechtsüberholen und lösen Stress aus. Und das wirkt sich negativ auf die Verkehrssicherheit aus. "Drängeln auf Autobahnen ist brandgefährlich - manchmal sogar tödlich. Linksfahrer können und dürfen keine Ausrede für Drängler sein", sagt Josef Fiala, Geschäftsführer der ASFINAG Service Gesellschaft, "klar ist aber auch, ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr funktioniert nur, wenn alle mittun. Es muss daher beides beachtet werden: ausreichend Abstand halten UND rechts fahren. Dann klappt es." Linksfahren ist gleich nach dem hochriskanten Auffahren das am zweitmeisten störende Verhalten anderer Autofahrer auf Autobahnen. Es sorgt auf gut ausgebauten mehrstreifigen Autobahnen für unnötige Engpässe und es steht in klarem Zusammenhang mit dem Fehlverhalten weiterer Verkehrsteilnehmer.

Linksfahren: die Fakten

- Linksfahren ist ein Phänomen, das jeder kennt und bei anderen beobachtet - vier Fünftel sogar häufig oder sehr oft

- Die große Mehrheit - drei Viertel aller Lenkerinnen - fühlt sich dadurch gestört - fast die Hälfte sogar häufig oder sehr oft

- Zwei Drittel wünschen sich Maßnahmen dagegen

-Linksfahren ist nach dichtem Auffahren das am zweitmeisten störende Verhalten anderer Autofahrer auf Autobahnen. Fast jeder zweite lässt sich durch Linksfahrer zum verbotenen Rechtsüberholen verleiten

Rechtsfahren ist Pflicht und dient der Verkehrssicherheit

"Die Missachtung des Rechtsfahrgebotes bzw. Mittelspurfahren auf Autobahnen ärgert die Autofahrer. Es wird oft auch als Ursache für das Drängeln oder das Rechtsüberholen gesehen", erklärt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer.

Der Wissensstand über das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen ist relativ gut. Danach gefragt, ob sie das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen kennen, konnten neun von zehn Lenkern mit Ja antworten. Etwa genauso viele waren der Meinung, dass das Rechtsfahrgebot am meisten der Verkehrssicherheit dient.

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) hat ein Fahrzeuglenker, so weit rechts zu fahren, wie ihm dies "unter Bedachtnahme auf die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs zumutbar und dies ohne Gefährdung, Behinderung oder Belästigung anderer Straßenbenützer, ohne eigene Gefährdung und ohne Beschädigung von Sachen möglich ist." Ausnahme: Fahren im Ortsgebiet, hier darf der Lenker den Fahrstreifen frei wählen und zum Überholen darf der weiter links liegende Fahrstreifen benützt werden. Nebeneinanderfahren ist gestattet, wenn es die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs erfordert.

Studienergebnis: Drei Typen von Linksfahrern wurden festgemacht

"Mit vertiefenden Interviews konnten wir drei grundsätzliche Typen von Linksfahrern und Motivationen festmachen", so Wolfgang Berger vom Institut für Verkehrswesen an der Universität für Bodenkultur.

Aktive Linksfahrer ("Linksdrängler") wollen zügig und ungehindert vorankommen und gehen durch dichtes Auffahren ein sehr hohes Risiko ein. Sie fahren mit hoher Geschwindigkeit und durchaus bewusst -aktiv - auf dem linken Fahrstreifen. Holen sie andere ein, neigen sie zum engen Auffahren oder überholen rechts, wenn ihnen nicht Platz gemacht wird. In diesen Typus fallen laut den Befragungsergebnissen eher Männer, Personen mittleren Alters, Vielfahrer sowie Fahrer, die vorwiegend beruflich unterwegs sind und auch leistungsstarke Autos steuern. Die Befragung zeigt als Gründe für dieses gefährliche "Linksdrängeln" Schnellfahren, Zeitdruck, Behinderungen rechts und Ungeduld.

Passive Linksfahrer ("Linksbremser") werden von auffahrenden Personen als "Linksbremser" empfunden. Sie beobachten das Drängeln wie auch das Rechtsüberholen häufiger, tun es aber selbst seltener. Es handelt sich dabei eher um Frauen, um jüngere wie auch ältere Personen bzw. um solche, die nicht überwiegend aus beruflichen Gründen unterwegs sind. Auch Lenker mit wenig Fahrpraxis sind eher diesem Typus zuzuordnen. Bequemlichkeit oder Unsicherheit weisen als angegebene Gründe auf diesen Typus von Linksfahrern hin.

Sonderfall Linksausweichen im Bereich von Autobahnauffahrten: Die Befragung zeigte, dass das Wechseln vom rechten auf einen Fahrstreifen weiter links aus Rücksicht, um auffahrenden Lenkern das Einfädeln zu erleichtern, nur wenig stört. das kurzzeitige Linksfahren im Bereich von Autobahnauffahrten wird offenbar als "normal" und nicht als Missachtung des Rechtsfahrgebots wahrgenommen werden.

Das macht die ASFINAG

- 2014 verstärkte Information am "Ort des Geschehens". Dort wo es die größten positiven Effekte im Hinblick auf das Rechtsfahrgebot bringt:
Zusätzliche Hinweisschilder am Straßenrand - gegebenenfalls in Kombination mit Bodenmarkierungen.

- Österreichweit verstärktes Schalten von Erinnerungstexten in Überkopfanzeigen: "Nach dem Überholen rechts einordnen!"

- Noch mehr Bewusstseinsbildung: Themenschwerpunkt "Rechtsfahrgebot" im Rahmen der kommenden ASFINAG Infokampagnen rund um das Thema Verkehrssicherheit

Mailings an Partnerorganisationen und Fahrschul-Betreiber zum Thema "Rechtsfahrgebot"

Rückfragen & Kontakt:

ASFINAG
Mag. Christoph Pollinger, M.A.
Pressesprecher
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